Druckschrift 
4,2,a (1861) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1556 bis 1586
Entstehung
Seite
919
Einzelbild herunterladen
 

April 1-Mi 919

Sch Uffhausen am Iii, werden die Gesandten vom Prälaten zu Rheinau und vom Grafen Rudolphvon Sulz auf der Straße salutiert und zu einem Trunk eingeladen und außerhalb der Stadt Schaff-Hausen von einer Abordnung des Raths zu Pferd freundlich empfangen und in die Stadt begleitet. Beider am folgenden Tag auf dem Ratbhaus gegebenen Audienz vor dem kleinen und großen Rath wirdden Gesandten folgende Antwort erthcilt: Schaffhausen freue sich von Herzen über diesen freund-eid-genössischen Besuch; cS finde auch in dem abgelesenen Vortrag nur wohlmeinende Gesinnungen, daheres verbindlich dafür danke und bitte, die VII Orte möchten stets Schaffhausens gute Eidgenossen seinund bleiben und in dieser guten Gesinnung verharren, indem Schaffhausen auch nicht crmangeln werde,dasselbe zu thun; aus dem Vortrage ersehe man übrigens, daß es sich vorzüglich um den seit einigenJahren waltenden Span über die Religion handle; es sei aber zu hoffe», daß derselbe wohl freundlichbeigelegt werden könne; es bitte, die verlesene Antwort abschriftlich ihm mitzutheilen, damit es sich dar-über bcrathcn und erwägen könne, ob es von sich aus oder im Verein mit den drei übrigen Städteneine angemessene Antwort ertheilen wolle, - Sodann werden die Gesandten auf dem Ratbhaus köstlichbewirthet; überhaupt wird ihnen von der Stadt und von Privatpersonen alle mögliche Ehre und Freund-schaft erwiesen; auch werden sie wie in Zürich gänzlich kostenfrei gehalten, Auf die dringende Bittedes Prälaten zu Rheinau und des Grafen zu Sulz, sie auf der Reise nach Basel mit einem Besuch zubeehren, wird am folgenden Freitag die Nachtherberge zu Rheinau gehalten und am kommenden Tagebeim Grafen von Sulz auf seinem Schloß zu Tbüngcn der Jmbis eingenommen, bei welchem Anlaß derleztcre durch Abschießen des großen Gclchüzcs auf seiner Vestc zu Küssenberg und durch stattliches Ge-leite den Gesandten viel Ehren erwiesen, «. Am 22, April, Sonntag Abends, kommen die Gesandtennach Basel wo sie mit gleichen Ehren und gleicher Gastlichkeit wie zu Zürich und Schaffhauscn aufge-nommen werden Auf ihren am folgenden Morgen auf dem Rathbaus vor dem kleinen und großenRath abgelesenen Vortrag wird ihnen folgendes geantwortet: Basel freue sich über den Besuch derGesandten der VII Orte, um sich in eidgenössischer Wohlmeinung mit ihm zu besprechen und sei auchganz überzeugt, daß eS auS treuer Fürsorge für die Wohlfahrt des Vaterlandes geschehe; dcßhalb dankees verbindlich und erbiete sich. '» allen Treuen dafür erkenntlich zu sein; weil nun aber der vorgeleseneVortrag etwas weitläufig sei. ft' daß man nicht sogleich darauf antworten könne, so wünsche eine Abschriftdavon um mit Weile darüber bcrathcn und mit den übrigen drei Städten zn gelegener Zeit darauf ant-worten zu können. Dem Begehren wird entsprochen, Hierauf werden die Gesandteil auf der Zunftzum Saffran mit ciucm gar köstlichenJmbiSmal" traktiert; überhaupt werden ihnen auch hier alle möglicheFreundschaft und Ehren erwiesen, Auf der Durchreise durch die Stadt Solothurn werden die Gesandtenüberaus freundlich und gastlich bewirthet und gastfrei gehalten, «». Am Mittwoch Abend endlich, am2'! April gelangen die Gesandten nach Bern, wo sie wie in den andern drei Städten gastlich aufgenommen werden Nachdem sie am folgenden Morgen auf dem Rathhaus vom kleinen und großen Rathan el ört wordeil erhalten sie folgenden Bescheid: Man könne auS dem abgelesenen Vortrag nichts anderesenftiehmeil ^als daß die VII Orte gut meinen und die Wohlfahrt des gemeinen Vaterlandes anstreben,was übrigens auch das Bestreben der IV Städte sei; Bern danke deßhalb für diesen freund-eidgenössischenBesuch; weil aber der Vortrag der VII Orte sehr einläßlich sei und nicht allein die IV Städte berühre, son-dern noch weiter greife, so könne man wegen Kürze der Zeit und ohne mit den drei andern Städtendarüber Rüksprachc zu halten darauf nicht antworten, welchen Aufschub man übrigens nicht übel deuten