Juli 1585. K7i
71«
Conferenz der IV evangelischen Städte.
Slarau. 1S8». »/IÄ. Juli.
Staatsarchiv Bcr». Vvangct. Absch. v. iS».
Rathsboten: Zürich. Hans Keller, des Raths. Bern. Johannes von Wattcnwyl, Schultheiß; HansRudolph Sager, Venner und des Raths. Basel. HanS Jakob Hoffmann, des Raths. Schaffhauseu.Vr. Hans Konrad Meyer, Bürgermeister.
Bern hatte die drei andern Städte schriftlich angesucht, ihre Rathöbotcn sainmt ihren vorzüglich-sten Gelehrten und Theologen nach Aarau abzufertigen, um sich mit einander zu vereinbaren, wie mangegen die Scete der Wiedertäufer, besonders gegen deren Lehrer, von denen Bern einige in's Gefängnißgesczt hat, strafend einschreiten wolle, damit man weder zu wenig noch zu viel in der Sache thuc. AufBegehren der Gesandten der IV Städte geben nun die Gelehrten ihr Gutachten schriftlich dahin ab: Umder Täuferei wirksam begegnen zu können, sei vor allem nöthig, deren Quelle zu verstopfen, ohne welchesjede andere Bemühung umsonst wäre; eine der Ursachen nun sei, daß fromme, gottcsfürchtige Leute, dieChristum von Herzen suchen, von der Kirche sich absöndcrn, daß alle Stände sich verschlechtern und daßes leider wenige gebe, die sich in Handel und Wandel erzeigen, wie sie sollten; selbst im Prcdigerstandebefinden sich solche, die unfleißig im Predigen seien, daneben ein ärgerlich Leben führen, der Liederlich-keit, Trunkenheit dem „gyt" und andern Lastern ergeben seien; auch im weltlichen Stand werde leiderÜbel gefehlt von Obern und Unterthanen; denn schwere öffentliche Laster, als Trunkenheit, Ehebruch,Wucher Hoffahrt Fluchen und Schwören u. dgl. seien im Schwang; deßhalb glauben sie, daß, wenn dieObrigkeit gute Sazungen wider benannte Laster erlasse und ernstlich handhabe und die Laster bestrafe,und wenn die Prediger selber einen musterhaften Wandel führen, dann niemand Anlaß haben werde,''cd als Täufer von den andern abzusöndcrn; die tägliche Erfahrung lehre, was gute und böse Excmpelvermögen - auch mögen die Synoden oder Capitel. wenn sie recht gehalten werden, zu einer rechten Lehre
und zu einem frommen Leben der Prädieanten führen; vor Jahren haben zwar einige Orte zu bestimmten
Zeiten auf ih er Landschaft Capitel abgehalten, durch welche die Obervögte. Gerichtsherren, Schaffner,Untervögte und andere bis zum Sigristen eensiert und die Strafwürdigen bestraft worden; dieses seinun aber seit vielen Jahren unterblieben, weßhalb die Unordnung zugenommen habe; daher halten siees für das beste Mittel der Täuferei zu wehren, wenn die Orte gemeinsam oder besonders diese frühernUebuugen flei ig handhaben, wenn sie die Reformationssazungen über die christliche Diseiplin und Be-gasung der Laster nicht nur wieder erneuern, sondern mit allem Ernst darauf halte.., daß das großeAergerniß der s indhaften Welt, welches von den Täufern stets den andern vorgeworfen wird, gehobenuud damit der Grund zu dieser Absönderung derselben entfernt werde. DaS andere Mittel, der Seeteder Wiedertäufer entgegen zu arbeiten, bestehe darin, daß die Diener der Kirchen und Schulen allenthalbenden Städten und Dörfern die Kinder fleißig unterweisen, daß ferner die Pfarrer in ihren Predigten
»b'«nd.r2g?d7m.n P.°d«° >"'» Mu'Nch. .»ch mich,- „ich.
°hne Erfolg sein, wenn die Pfarrer die Wiedertäufer besuchen oder zu sich kommen lassen würden, um