Januar 15lil
t». Bern macht Anzug, daß laut Bericht des VogtS zu Lenzburg die Heiden und Zigeuner ingroßer Menge sich wieder in den Freien Acmtern aufbaltcn, von da aus des Nachts in das Berner-gebiet hinüberstreifen, stehlen und, wenn sie verfolgt werden, sich wieder in die Freien Acmter zurük-ziehen, und daß demnach der im December 1559 in Betreff der Heiden, Zigeuner, Bettler, Landstreicher,Kräzentrager und welschen Krämer gefaßte Beschluß nicht gehandhaht werde, es verlangt, daß manbenannter Verordnung überall nachlebe, — (5s wird daher jedem Ort anbefohlen, für Vollziehungdieser Verordnung zu sorgen; auch wird au alle Landvögte, besonders an den in den Freien Aemtern,die Weisung erlassen, dieser Verordnung bei Strafe und Ungnade nachzukommen und solche Personenobne Schonung zu behandeln, damit man von denselben befreit werde, I». Die Boten von Bern brin-gen vor, daß Bern jenem Beschluß, gemäß welchem jedes Ort die leichtfertigen und unnüzen Reden, diemebr Unruhen, als Frieden und Einigkeit pflanzen, streng verbieten soll, nachgekommen sei, daß sie abervernehmen müssen, wie solche leichtfertige Reden in einigen Orten immer noch vorkommen und von denObrigkeiten geduldet und nicht bestraft werden; sie wünschen, daß man jenem Beschluß überall nachlebe,- Wird zur Nachachtung in den Abschied genommen, «. (S. u. Mainthal, j «I. Der päpstliche Nuntius,Bischof von Eomo, meldet: Der Papst habe seit dem Antritt seiner Regierung in seinem christlichenEifer nichts so sehnlich angestrebt, als vermittelst eines allgemeinen Eoneilinms die eingerissenen Miß-bränche und Lrrtbümer in der Kirche zu verbessern, und habe deshalb an alle christlichen Fürsten undPotentaten Gezandte» abgeordnet, um fle zur Einwilligung und zur Abscndnng ihrer Gelehrten zu ver-mögen ; da er nun liberal! Geneigtheit gefunden und bereits den Anfang dieses General-EoneilinmSauf nächste Oitern in die Stadt Trient festgesezt habe, so bitte er nun auch die Eidgenossen, dieseschristliche Werk zu nnterstüzen und ebenfalls Gelehrte auf den bestimmten Tag nach Trient abzuord-nen, indem es der ganzen Christenheit zur Wohlfahrt gereiche» werde. Der Papst habe ferner mitgroßem Leidwesen vernommen, daß zwischen einigen Orte» der Eidgenossenschaft ei» Zwiespalt entstandensei, wodurch deren gute Freundschaft, Friede und Einigkeit getrübt worden; er ermahne sie daher väter-lich, den gegenseitigen Unwillen abzulegen und sich mit einander friedlich zu vertragen, indem sie dadurchGott ein angenehmes Werk und ihm einen großen Gefallen leisten; er, der Bischof, anerbiete seinebereitwilligen Dienste zur Ausgleichung des Zwistes, Endlich habe der Papst auf de» zuverlässigenBericht, daß der Bischof zu Konstanz und das Domeapitel gar nicht die Beiordnung eines CoadjnlorSwünschen, und auf das in diesem Sinne gestellte Gesuch der Eidgenossen die Sache fallen lassen undverboten, dieselbe je wieder anzuregen. — Auf diese Anzeigen wird dem Nuntius geantwortet: Hin-sichtlich deS Eoneilinms bitte man Gott, daß er dieses christliche Werk zu einem guten Ausgang führe,und werde darüber an die Obern referieren, überzeugt, daß diese darüber besondere Freude empfindenwerden; bezüglich des Zwistes danke man dem Papst für seine väterlichen Ermahnungen, man hoffeübrigens zu Gott, daß die Anstände durch seine Hülfe friedlich werden beigelegt werden; daß endlichder Papst den Bischof zu Consta»; und die Domstift bei ihren alten Freiheiten wolle bleiben lassen,vernebme man mit hohem Dank und besonder»! Wohlgefallen, <>. (S. u. Lauis.) f. (S- u. Baden.)S» Die Mehrheit der Orte möchte die entworfene Münzordnung <im Bernereremplar, lol. 715) annehme»;einige ünd darüber nicht instruiert und Schaffhansen erklärt, daß es den Entwurf mit der Rcichsmünzord-nung vergliche», mit derselben nicht übereinstimmend gefunden habe und daher zur Annahme desselben nichtstimmen könne — Die Sache wird daher nochmals in den Abschied genommen, damit jedes Ort sich bis