Oktober IM),
Doctor Planta, Herr zu Rhäzüns; Christen von Sax, Landrichter, Gotteshansbund, AmbrosiusMarti, Bürgermeister zu Chnr; Junker Baptist von Saliö, aus Bergcll, Acht Gerichte, Paul Buhlab DavoS, Landammann; Hauptmann Florin Hartmann von KübliS aus Prättigau,
». Der französische Gesandte von Coignet drükt sein Bedauern aus über den Zwiespalt, der zwischeneinigen Orten in Betreff der Religion entstanden sei, mahnt zur Einigkeit, berichtet, daß der König dieVersammlung eines allgemeinen ConeiliumS zur Herstellung der Einigkeit in der Christenheit mit ganzemEifer betreibe, anerbietet seine Vermittlung und meldet schließlich, daß der König der Grafschaft Bur-gund die Neutralität bewilligt habe, daß die Kaufleute von St, Gallen und alle Unterthanen der Eid-genossen möglichst nach Wunsch werden behandelt werden, daß aber der König bitte, man möchte die er-langten Freiheiten ohne seiner Lande Schaden genießen und Betrug verhüten, endlich daß die Eidgenossende» König entschuldigen möchten, da er wegen der immerwährenden Empörungen und Kriege in Frank-reich die ausstehenden Pensionen und andere Schulden nicht habe berichtigen können, daß aber die imDecembcr sich versammelnden Stände Anweisung für Bezahlung dieser Schulden geben werden. — Ant-wort: Man danke dem Könige und ihm, dem Gesandten, verbindlich für ihre freundschaftlichen Aner-bieten; man danke dem Könige ferner für die der Grafschaft Burgund bewilligte Neutralität; man werdean den Gubernator schreiben, damit auf nächstem Tage zu Baden diese Neutralität vor den eidgenössische»Rathsboten bestätigt und aufgerichtet werde, wie eS auch früher geschehen sei; seine Zusicherung in Be-treff der Behandlung der Kaufleute von St, Gallen und aus der Eidgenossenschaft wolle man in denAbschied nehmen; die auf dem Tage zu Einsiedeln in Betreff der Pensionen gegebene Antwort bestätigeman nochmals, er möge daher dafssr sorgen, daß der König so bald als möglich bezahle; auch den nachPeterlingcn angesczten Rechtstag wolle man seinen Fortgang nehmen lassen, I». (S. u. Freie Aemter.)«. Junker Hans Melchior Hcggenzer von Wasserstelzen, kaiserlicher Rath, eröffnet vor den Boten ge-meiner Eidgenossen, des Abts und der Stadt St, Gallen und der lll Bünde: Er habe vor einige»Tagen Kenntnis! erhalten, daß sich zwischen einigen Orten der Eidgenossenschaft Anstände erhoben, >"Ehabe daher nicht unterlassen wollen, dem Kaiser davon Mittheilung zu machen, in Erwartung, derselbewerde zu vermitteln suchen; noch habe er aber wegen der zu kurzen Zeit keine Nachricht von dcmselbe»erhalten; weil er nun aber der Ueberzeugung sei, daß er damit dein Kaiser eineil Dienst erweise, bitteer die Eidgenossen, wohl zu bedenken, wie sie durch Einigkeit und brüderliche Liebe zu Ansehen u»dGröße gelangt seien, wie aber Uneinigkeit und innerliche Kriege ihren Untergang herbeiführen könnten >ein gleiches Schiksal haben die Römer gehabt; denn mit der Zwietracht und den Kriegen zwischen „KaiserJulius" (Julius Cäsar» und PompejuS sei der Staat zu Grunde gegangen; so lange die Lakedämo»ie>'und Griechen in Eintracht zusammengehalten, habe sie der mächtige König Zierxcs aus Persien nicht be-zwingen können: später aber in Zwietracht zerfallen, seien selbe in schmähliche Knechtschaft gerathen; a»äldie Türken haben erst dann den griechischen Fürsteil unterjochen können, nachdem die Griechen einande'selbst zu bekriegen angefangen; jezt Hausen die Türken im Ungcrland bis an die österreichischen Grcnzcu-und seien tezteö Jahr mit ihrer Flotte bis Nizza herumgestreift; der Moseowiter habe das Land „BrussaE Preußen» bis an zwei Städte dem Reich weggenommen, und so dringen überall die Feinde de>Christenheit gegen das Reich vor; es möchten die Eidgenossen diese Gefahren beherzigen und sich vcre>»baren; es werde wenig ausgerichtet, »venu man dem Glauben mit Gewalt Eingang verschaffen wolE'Kaiser Karl habe troz seiner gewaltigen Macht darüber bittere Erfahrungen gemacht; er, als gebo>»^