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Briefe und Freiheiten seien ewig, Sie bitten, die Stadt bei solchen ihren Freiheiten, Rechten und altemHerkommen bleiben und ihr gemäß dem Abschied von St, Julien zu Theil werden zu lassen, was das Rechtvermöge. Damit haben sie die Sache auch zu Recht gesetzt, in der Hoffnung, daß das Vidomat dem Bischofund nicht dem Herzog zngehöre.
33. Die savoyischen Boten bemerken der Kundschaft halb, für welche die beiden Freibnrger genannt sind,sie mögen glauben, daß der Herzog die fraglichen Worte gebraucht Hube; man handle jetzt aber nicht um dieGnade, sondern um das Vidomat; sie lassen es daher bei dem gethanen Rechtsatz bleiben,
34. Nach Verhörung von Klage und Antwort, Rede und Widerrede, beider Theilc Gewahrsnmen, Kund-schaften und schriftlichen wie mündlichen Vorträgen und geschehenem Rechtsatz haben die obgenannten*) Schicdlcuteund „willkürlichen" Richter, kraft des mehrerwähnten Abschieds von St, Julien, aus Vollmacht ihrer Herrenund Obern, des Vidomats halb zu Recht erkennt und gesprochen (p. 30):
„Diewyl sich mit vilfaltigen besatzungbriefen, darzno rechnungen zno Chamberach geben, deßgelychen etlichen„beknndtnussen, von den bischoffen hargelanget, und kundschaften erfunden, den Herzogen von Savoy in besitzung„des vidomates gewäsen, und die Genfer nützit, ir statt beträffend, sonders allein des bischofs und der kilche»„zno Genf gcwarsamen dargetan, und aber der bischof sich nie in rechte gestellt noch demselben underworfen,„sunders allein durch einen Kotten begert, im nützit hinwäge zno geben; darzno der Herzog siner gehaßten„besitzung nit mit rechte entsetzt, daß deßhalb gedachter Herzog wider in sin gehabte bcsitzung des vidomats„gelassen sölle werden. Doch nachdem der bischof zno Genf sich in diß rechte nit veranlasset, daß solichs im„und siner kilchen unschädlich und nnnachtcilig sin solle; dergestalt wo der Bischof vermeinte, nmb solich vidomat„besser rechte dann der Herzog zno haben, daß im vorbehalten sin sölle, dasselb gegen im Harum zno snochen„und zno bruchcn an orten und enden, da sich solichs Wirt gebüren. Darzno mit solichcr lütrnng, daß dise„wider zuogestellte Possession der statt und den bürgern zno Genf an allen und ßwen iren fryheiten, gerechtig-„leiten und harkvmmcnheiten ganz unschädlich sin, durch den Herzogen und sine nachkommen, so lang si solnh„ampte besitzen und desselben durch die bischöff, denen ir rechte wie obstat vorbehalten (sind), nit rechtlich„entsetzt werden, sölichs nit anders halten und bruchcn, dann wie gedacht ampte von alter har geüebt und„gebracht worden, und darzno die bidcrben lüt von Genf sölichs vidomats halb und was sich von desselbigeu„wägen bißhar begeben und zuogetragen, samentlich und sundcrlich nit fcchcn noch hassen, durch sich selbs »och„durch sin amptlüt oder ander im zuoständig beleidigen noch bekümbren an lyben oder güetern in deHein whs^„snndcrs damit sölichs an einer crsamen statt Genf gehalten und erstattet, und si ganz wol versichert, daß„inen hiezuowider nützit begegne noch zuogefüegt werde, sol der sttrst von Savoy angends, vor und ee im„söliche besitzung des vidomat amtcs ingeben und znogestellt werde, dieselben von Genf dcß alles mit bricf„und siglen genuogsamklich für sich und sine nachkommen wie obstat versächen und versicheren by sinen trüwen„und cren :c."
35. n. Dieses Urthcil wurde gefaßt mit dem Beschluß, dasselbe den Parteien erst nach Verhörnng und Ent-scheidung der (vier) übrigen Artikel zu eröffnen, es wäre denn daß eine Partei es ausdrücklich zu kennen wünschtMan war daher im Begriff, den zweiten Artikel vorzunehmen; es haben dann aber die Gesandten von lsicnfmit Beistand der beiden Städte Bern und Frcibnrg bemerkt, daß der Span des Wappens halb dein Vidonml
*) Die Namen sind ans S. 863 gegeben, »nd zwar ans den: Eingang vorliegender Urknndc.