1336
Mai 1532,
wnrt und lüternng zc geben, damit das göttlich wort mit züchten lind bescheidenhcit, doch der waarhcit unab-brüchlich ze predigen fry gelassen werde. Si) ivcllint onch iren botten in bcfalch geben, den Nyntalern nst^trüivlichejt by den Eidtgnosscn beraten und beholfen ze sin und allen mnglichen flyß zno cntladnng irer beschtvärdcn,frynng göttlichs ivorts und ircs cristenlichcn glonbens fiirzeivendcn, der znouersicht, so sn ire beschwärden ver-neinen, sy sich aller billigkeit bcflyßen und by inhalt des fridens schirmen, inen auch solichs >vol und zno guote»rnowen crschicßlich sin und da ein antwnrt nach irem benncgen gefallen werde. Wo aber s>) an solich antwurtnit komen möchten, soll dieselbe widcrumb an mine Herren langen; die werdint dann der fach wytcr nachgedenke»,ivie und welicher maaß doch den bidcrwen lüten, es sygc mit recht oder andern fücgl'lichcn zymlichcn wegen Zvohilf ze kainmcnd syg, damit sy by göttlichem wort lnt und vcrmög des fridens und wie es derselb vermag, bc-lybcn und gehandhabet werden mögind; dann sy wyter nit begercnd, dann daß dem friden styf gelcpt und niemandumb der waarheit willen vcrtriben oder gefcchdet werde."
715.
Gl, Ulis. 1532, 5. Mai.
Val. Tschudi (Archiv IX.), «4S, 44S.
1. Abermalige Versammlung der Landsgemeinde, jedoch nach Glaubenspartcien getrennt, Deßhalb ver-mitteln die Boten der V Orte in dem Sinne, daß mir Landlente theilnehmcn und mehren sollen. 2. NachErwählnug des Landammanns (Dionys Bnssi) eröffnen die V Orte den Entschluß, die Anhitnger des altenGlaubens zu schirmen und dabei zu handhaben; diese stellen Bedingungen für ihre Theilnahme an den lst»schichten, fordern unter Nndcrm die Abschaffung des Ehegerichts und beschweren sich über ungebührliche Schei-tungen. 3. Das Ehegericht wird beseitigt, dem Landschrciber ein (katholischer?) Gehülfe beigeordnet, als Bogtnach Utznach Ulrich Stucki von Oberurnen ernannt und das Neunergericht besetzt; des Glaubens halb beharrenindessen die Parteien bei ihren besondern Erklärungen.
Auch hier vermissen wir manche nähere Aufschlüsse, da die Chronik durch anderweitige Berichte sichergänzen läßt. Um so eher mag es sich rechtfertigen, wenn das glücklicherweise im Glarncr Kantonsarchiv cr^haltene (uns von Or. I. I. Blum er mitgctheilte) Protocoll der Gemeinde nach seinem wesentlichen Inhaltwörtlich beigefügt wird.
1. „lind als dann unser insnndcrs gnotcn fründ und gctrüwen lieben Eidgnossen von den fünf Ortenabermalcn ir ersam wys botschaft vor einer ganzen lnndsgemeind zno Glarns gehcpt und erschincn sind, oM)zno beiden teilen uns gar fründtlich gebetten und ermant, daß wir den landsfridcn und die geschwornen y"»trüwlich und erlich an inen halten und erstatten, dcßglichen bi dem alten waren nnbczwyfloten christenlichenglouben, gnotcn brächen und harkomcn belyben, uns nit von inen ze sündcrn zc., onch wer bemelt unser l>eEidgnossen von den fünf Orten wider billichs und recht von dem iro (sio) tryben oder trengen, unser eer, lyund gnot zno inen setzen zc., mit wer Worten unnot zno melden.
2. „Harauf habcnt sich die an einem teil diser antwnrt beraten und ^ entschhlosscn, nämlich) daß sy wellenddie geschwornen (pündt und den) landsfriden trüwlich und ehrlich an benempten) iren lieben Eidgnossen hahlü'W
Die eingeklammerten Stellen dienen zur Anssüllnng der durch Moder und Mäusefraß entstandenen Lacle»Originals. — Eine nach der Mitte des XVI. Jahrhunderts gefertigte Gopie des Hanptterles, die im K. A. SchwyZGlarns) liegt, weicht in einzelne» Stellen, jedoch substantiell unerheblich, ab.