Druckschrift 
4,1,b (1876) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1529 bis 1532
Entstehung
Seite
1081
Einzelbild herunterladen
 

Juli 1531.

1081

bellen wir ouch an »ufere Herren bringen, der ziwdersicht, (daß) sy inen solichs auch gefallen lassen und nf"lichsteni tag darnni gebürlich antwnrt geben wcrdint." St. A. B«»: Mg. Wsch. vv. ros, 40°.

V» (Vortrag der Solothnrner Botschaft, betreffend den sog. Galgcnkrieg; s. Note).

Zu i». Dieser ganze Abschied ist nach einem Original gedruckt bei Bull Inger, III. 3444 h einigeunklare Stellen in der ersten Verhandlung fallen der ursprünglichen Redaction zur Last.

Hiezu lassen wir eine Auswahl von Acten folgen:

1) 1331, 5. Juli (Mittwoch nach St. Ulrich), 11. Stunde Nachmittags. Zürich an Bern (dcßglcichcn»n Basel). Es werde theils von seinen Boten, thcils aus dem letzten Abschied von Bremgarten vernommenhaben, wie beharrlich und trotzig die V Orte den Schiedleuten und dem christlichen Ansuchen der Städte sichwidersetzen und das Recht erst gestatten wollen, wenn die Sperre wieder aufgehoben sei. Da man Nachrichthabe, daß Schwyz und Zug nach Vcrhörung des Abschieds beschlossen, die Mittel der Schicdleute nicht anzu-nehmen und bei dem alten Glauben zu sterben oder zu genesen; da ferner zu Schwyz mit Tanngrotzen undandern Dingen aller Muthwille getrieben, auch unaufhörliche Drohungen und böse Anschläge verhandelt werden,so scheine weiteres Tagen mit diesen Leuten umsonst und alle Arbeit und Kosten vergeblich; darum habe man sichentschlossen, wenn sie auf dem nächsten Tage abermals auf jener vermessenen Antwort verharren und das Gottes-wort nicht annehmen wollen, so haben die Boten Befehl, den Schiedsleuten für ihre treue Bemühung zu dankenund heimzukehren, um dann mit den Burgerstädtcn weiter zu berathen, was in dem Handel zu thun sei; diesZeige man Bern an, damit es seine Boten mit desto völligerm Gewalt abfertigen könne; wenn ihm aber etwasNiederes gefiele, so möge es dies mittlerweile berichten. ... St. sr. Mich: A. 11. Capp. Krieg.

2) 1531, 7. Juli, Solothurn. Dieköniglichen Boten" besprechen (vor dem großen Nathe) den SpanZwischen Zürich und Bern und den V Orten, namentlich die Forderung der beiden Städte, daß das Evangeliumsrei gepredigt werden dürfe.Und diewyl die Evangelischen in ir secten selbs leren, der gloub sye ein gäbegottes, so deHein mönsche geben möge, und mau solle den Türken zuo dem gelouben nit zwingen, so sye unbillich,dw nachgeburen und gesellen (d. h. Gleichstehenden) zuo solichem ze nötigen und zwingen, und also eins widerdos ander ze thuoude und ze leren, darumb daß si die sterkern und mächtigeren sycn; mit bitte daß min Herrendas beste darin handlen; dann wo das zuo kriege sollte kommen, wurde (es) zuo verderben und zerstören derEidgnoschaft langen, die fyend einer Eidgnoschaft merklich erfröwt, und der Küng, so der Eidgnoschaft lob undufenthalt begert, merklich beschwärt, als er solichs abermalu inen geschriben und einen Kotten harus gefertigotHot, und also daran zuo sind, damit die fünf Orte nit geträngt werden wider iren willen, und daß man denorinen bidcrbcn lütcn der fünf Orten ir profand gelangen lasse, als die so großen mangel lydeu; dann die rychcn,!o an dem spane ursächer syen, deheinen gebrästen empfinden, aber der arm gemein man, so haran dehein schuldehat und unbillich hiemit beschwärt würt." Rathswch so, p. sro, sei.

3) 1531, 10. Juli, Bremgartcn. Rudolf Thumisen und Johannes Bleuler an BM., OM. und vcrord-uete Räthe in Zürich. 1. Wie sie heute Mittags hier angekommen, haben sie die zwei theuren gutherzigen Männer,nämlich Venner Im Hag und Jacob Wagner, und dabei den Vcnuer Stürler gefunden, der den beiden nach-schickt worden; da sie hierüber Verwundern bezeigt, so habe der eine Bote dem Rudolf Thumisen (mir") insgeheimZu verstehen gegeben, daß die Anhänger der Länder, weil sie in Abwesenheit der Gutwilligen keinen WiderstandHuden, diesen Vennerufgetüchlet", ihn herabzuschickeu und mit Zürich der Weesener halb zu handeln, damites sich deren nicht zu viel belade und nicht zu hitzig fahre; doch habe derselbe noch nichts eröffnet. . . Er dienejener Absicht wohl, da er heute mehr bei den Fünförtischen als bei seinen Mitherren gesehen worden. 2. Schult-heiß Mutschli habe augezeigt, daß heute ein Biedermann aus der Lucerner Landschaft ihm gemeldet, wie dieLucerncr Aemter an der Gemeinde zu Lenzburg Boten gehabt, um zu erfahren, ob der dort vorgetragene AbschiedNut dem übereinstimme, den ihre Herren ihnen vorgelegt, und da sie einen Unterschied gefunden, seien sie rüthiggeworden, ihre Botschaften hieher zu verordnen und nachzufragen, welcher Theil die Wahrheit gebraucht habe w.;beträfen sie dann ihre Herren auf der Unwahrheit, so wollten sie selbst handeln . . . Man wolle gewärtigen,

13«