Juni 1531. 1039
Monat, Abends hier an der Herberge zn erscheinen; inzwischen will man hier verharren, dieselben erwartenund dann abermals handeln, was zur Ruhe und Einigkeit dienen mag. Um größerer Sicherheit willen hatMan endlich die Eidgenossen von beiden Parteien freundlich gebeten, ihre Herren und Obern zu vermögen,sie unterdessen nichts Unfreundliches vornehmen, sondern den obbcstimmten Tag gütlich erwarten, e. EsMeiß jeder Bote, wie der Herr von „Phons" (Font) uni Recht gegen den König angerufen, wie man ihmdann einen rechtlichen Tag ans Mittwoch nach Johannis Vaptistä (28. Juni) gesetzt und den Boten von^ucern und Unterwalden aufgetragen hat, bei ihren Obern zn erwirken, daß sie ihre „Obmanner" dazu schicken.
(Frciburg:) „Er (der Bote) weißt auch, (wie) wir ime sclbs befolcn haben, sine Herren und obern zuodtscheiden, in unser aller namen dem Tcsaurier gan Salis, so (sy) ein gemein da syn verneinen mögen, desbUts uns der Erbeinung halb von inen zuoständig, zuo schribcn."
(Besondere Verhandlungen der Burgerstädte).
V» 1. Da auf dem letzten Tag in Zürich in den Abschied genommen worden, zu berathen, ob man demd«nahe stündlich zu erwartenden Ueberfall von den V Orten nicht zuvorkommen, und wie man im Fall einesAngriffes von ihrer Seite einander Hülfe bringen und sich zur Gegenwehr stellen wolle, indem Zürich dieMeinung vertreten hat, daß man keineswegs den Vortheil übergeben sollte; da (nun) etliche Orte instruirtgewesen, hierüber auf Hintersichbringen Rathschläge zu fassen, die andern aber nicht, Basel und St. Gallen»ideß die Bereitwilligkeit ihrer Obern erklärt haben, treulich zu Hülfe zu kommen, wohin sie gerufen würden;b" Mau übrigens findet, es sei vergeblich, von bestimmten Sammelplätzen und Anschlägen zu reden, weil manbus Vorhaben des Gegentheils nicht kenne, jedoch wahrscheinlich ist, daß die Feinde („sie") zuerst Zürich über-Kkhen und sich zu einem Haufen vereinigen werden, so hat man auf Gefallen der Herren für gut angesehen,^ lalle sich jedermann in guter Gewahrsame und Rüstung gefaßt halten und wachsam sein, und wenn sichjäher Einfall zuträgt, je der Nächste dem Feinde „zulaufen"; die beiden Städte Zürich und Bern sollen^slig Kundschaft machen, und wenn je wirklich Zürich angegriffen würde, so soll es nicht zu hitzig ausbrechen,'w nicht zu weit in Gefahr begeben („nit ze not sin lassen") und nicht eilig vorwagen („verschießen"), son-^'N etww eine feste Stellung einnehmen, daselbst seine Kräfte zusammenhalten, bis es gehörig verstärkt wäre,""b nicht unzcitig („fräfenlich") angreifen, sondern warten, bis es dazu wohl gerüstet ist, und wenn es anchjuun- Dörfer preisgeben („daran binden") müßte, aber die andern Vurgerstädte eilig berichten; dann wirdihui wohl schleunig eine Anzahl Volks zuschicken und mit dem übrigen, während es auch an die Walliscrdenken („ze verfechcn") hat, gegen die Lucerncr und Untcrwaldner Vordringen, wodurch sie sich zu trennen^uöthigt werden; die andern Städte würden dann ohne Zweifel auch nicht säumen, dem bedrängten TheilcKsiuziehen. 2. Daß aber Zürich im Sinne hat, Vormann zu sein, will niemand für gut und ersprießlichAlchen, weil dies gewagt und mehr Gefahr als Sieg dabei zu erholen ist; denn es dürfte leicht geschehen,^"ud unter den V Orten Zürich mit. einer Neckerei („ufsatz") herauslockte, und wie auch die Sache ans-agen möchte, so würden sie doch immer sagen, sie hätten nur Musterung halten („den harncsch beschowen")b'°ilen, »der einen andern Vorwand („ungrund") angeben, so daß man unserseits in jedem Fall den Unglimpfi^ben müßte. Man hält also bestimmt für das Thunlichste und Glimpflichste, daß Zürich nicht zuerst angreifen,"üderu den Angriff des Gegentheils erwarten solle; dann wird man ihm treulich zuziehen und es keineswegs^üffsim. Diese Meinung soll nun heimgebracht und auf dein nächsten Tag endgültige Antwort darüber ge-lben werden. 3. Auch der Bote von Schaffhauscn, der an dieser Bcrathung nicht hat theilnehmcn wollen,