990
Mai 1531.
müssen will, daß die gelegenhcit irer landschaften, lüten und täglicher bywonung halb sy gar vil ein anders leert,inen auch gar vil und mänigs an dhand stoßt, wäder man vermeinen will; zuo dem. daß ir fürnemen entlich irencristenlichen initburgercn mee dann minen Herren fürstendig und dienstlich sin mag.
6. „Daß aber die thürung so stark fürgezogen werden will, ist nit minders, daß es desselben halb villichtwirsser by minen Herren stat, dann by inen allen; sälltind aber solich und der glich Ursachen, wie die durch Ucristculich Mitbürger fürgcwcndt wcrdiut, sy setz verhiuderu, möchte eiu jeder wol gedenken, daß das burkrechtmir ein namcn und darneben nüt mcer wäre, dann ein jeder zuo aller zit sich ußzuozücheu wol ein ursach stndt;so es auch also gelten, wann ein teil den andern umb hilf crsuocht, daß steh dcrsclb mit rechuung viler ver-nünftiger schöner warten und fürzelung allerley gefärdcn, so im daruß erwachsen, erforderter hilf cntziechen möchte,wurde man uugezwyfclt cinandren spat ze hilf kommen; dann wol zuo vermuoten, so man miue Herren (dcß st)sich genzlich nit versächind,) hierin verlassen, daß zuo andern zyteu von inen ouch etlich weg erfunden werdint,damit sy in ruowen sitzen, und andere in täglicher unruow, gfaar und sorgen stücken lassen möchtend.
7. ^„Diewyl ouch des Keisers rüstung zuo abschücheu fürgewcndt wirt, als ob miue herreu in bcdenkungsolicher gfaar sich tätlicher Handlung entzieche» und die diser zit in ruowen austan lassen söllen, ist nit minder, daßsolich rüstung in bcdenkung der sorg und gefaareu, warin sy gegen den fünf Orten verfaßt, si zum höchstenbewegt und verursachet, des Handels mit denselben fünf Orten an ein end ze kommen, damit sy nit zwüschcn roßund wand gedrengt werdint.
8. „bind wiewol mine Herren wol als wenig als ander zuo kriegen, sonder vil mcer ireu cristenlichenMitbürgern aller müglicher zimlicher billicher dingen zuo willfarcn gncigt, mag doch meuklich hicnebcut sächcnund verstau, daß die fünf Ort so nnvcrschampt und unecrbcrlich wider Gott, die pündt, trüiv, eer, glonbc» und allebillikeit handleut, es sygc mit ergerlichem lästerlichem läben, schänden und schmächeu, oder mit untrümen vcrderp-lichen pratikcn gegen allen den Herren, die sy erreichen mögcnt, und je mee man zuo besserung hofft und ireMfräfcl und hochmuot, ouch uncrbarem wesen zuosicht, je hartnäckiger, frävler und stölzer sy werdent; deßhalbsich in keinen weg zuo verstehen, daß solicher muotwill, sorg und gfaar abgestellt werden oder ufhören möchte(wie man joch ze friden undcrstiiende), alle dicwyl dise hochmüctige verbitterte lüt nnd gcmüct, die solichs ver-ursacheut und trybcnt, ungestraft blybent.
9. „Und in summa, so sygind min herreu der styfen Meinung, den namcn gottes, sin heiligs wort unddie warheit nit also on eud lcstern ze lassen oder einichcn nachpurn ze lyden, vor dem ire biderwe lüt ireS lybs,läbens oder ceren nit sicher sin mögend, noch ouch zuo gestatten, daß solich uachpuren, die inen mit pündt undversprcchnusscn zuogcthau, wider solich pündt, gclttptcu und zuosagen uff ir oder anderer irer pondtsverwandtc»mancn und crsuochen inen kein hilf thüegiud, sonder pöndt, trüiv und gloubeu an inen fräfcnlich überfarind »nddarmn nit gestraft werden solltend. /
19. „Deshalb und diewyl vorgcmelte mine Herren ire lüt und landschaften in solichen untrüwen, sortz^'und gfaarcn nit lcnger stan lassen könnend, sonder vorab gottes und ir, ouch irer biderwen underthaneu eer zuaretten und sy sorgen zuo entladen schuldig sind, daby inen des Keisers fürnemen, daß er die cristenlichen st^lmit hilf und durch ufsätz der fünf Orten zuo undertruckcn understat, im grund uuverborgcn, und suust auchtäglichs wol cmpfiudcnt, was allenthalben näbent iuhin gchandlct wirt, zuo dem ire b. lüt, unangcsechen genulltetürung und aller anderer beschwärd, stark daruf tringcud, daß si solichs nit mecr crlyden, noch disen unbillikeitcnivyter zuosächen wellint, so können min Herren in inen anders nit befinden, dann daß sy gewüß stehend, daßwo glich" ein friden mit diesem nnerbaren gottlosen volk gemachet, daß in Gott gewißlich nit lyden, sonder st)
*) Statt dieser durchgestrichenen Stelle: „Und so wol sich der Franzos güetlicher underhandlnng zuo underivindcu si^'nimpt, ist doch wol zuo gedenken, daß minen Herren sin friden ganz verdacht nnd in dheiuein weg gemein noch annäinüchsin mag, diewyl er sich in sovil jaren hör dheins früntlichen willens gegen ine» nie lassen verneinen, ouch irer spännen milchbeladen, unz erst jetz, so die fach erger nit sin köndte."