Mai 1531. g87
schwer ist, nach allen Seilen erörtert worden, wogegen aber die Eidgenossen don Zürich die Meinung verfochten,daß solche Mittel bei Erwägung der Größe und Gestalt der Sache zu „ringfneg und unstattlich" und für siekeineswegs annehmbar seien, da ihre Herren sich keines Andern versehe», als daß man von Anschlägen redenwürde, wie diese Dinge mit der Hand zu strafen und abzustellen wären, so hat man die Boten von ZürichZum höchsten und dringlichsten ermahnt, von dem Vorhaben thätlichcr Handlung für einmal noch abzustehenund eines der vorgeschlagenen Mittel anzunehmen. II. Weil sie sich aber dessen nicht beladen und keinen?dieser Vorschläge beitreten wollen, sondern begehrt haben, daß man ihren? Verlangen willfahre, so ist mandadurch veranlaßt worden, selbst nach Zürich zu reiten, »m vor ihre Herren und Obern zu kehren und zu ver-suchen, ob man sie durch freundliche Bitten bewegen könnte, ans ihr Unternehmen zu verzichten und über andereMittel rathschlagen zu helfen. Obwohl man ihnen nun die Härte und Unsicherheit der jetzigen Zeit, null) diegroße Theurung, die einen Kriegsaufbruch der Angehörigen zweifelhaft und die Beschaffung des Unterhaltesschwierig machen würde, die noch fortdauernde Gefahr des müssischen Krieges, die Verwüstung und Verderbnngdrr Früchte, die Unschuld vieler frommen Leute in den Ländern, denen diese Dinge herzlich leid wären, des KaisersdUntriebe, in den Niederlanden Geld zu bekommen, dessen Zweck sich wohl vermnthen lasse, und sonst alles,was man für geeignet erachtet, sie von ihre??? Plane abzubringen, vorgestellt, sie vermahnt und zum höchstengebeten hat zu bedenken, wie viel Gefahr und Sorge für Alle daraus erwachsen würde, sowie daß die Ver-schiebung nicht eine Aufhebung der Strafe („lang beutet nit gcschcnlt") sei, und dcßhalb zu dieser Zeit freundlichZu willfahren und thätlicher Handlung bis zun? Austrag der müssischen Fehde sich zu enthalten, wonach mandann abermals dermaßen handeln wolle, daß sie sehen könnten, daß man solchen Mnthwitten nicht weniger alssw empfinde, so hat doch aller Fleiß und Ernst bei ihnen nicht anders verfangen, als daß sie den Boten mito>Ner scharfen ernsten Antwort, die sie schriftlich haben übergeben lassen, begegnet sind, woraus man erkennenWußte, daß alles Bitten und Mahnen vergeblich, und sie entschlossen seien, mit einem jähen Aufbruch vor-zugehen. III. Deßhalb ist man abermals vor sie getreten und hat sie durch dringende Bitten bewogen, initdc>? Voten niedcrzusitzen, um noch heute von Mitteln zu reden, wodurch ihnen Genngthnung erwirkt, zugleichjedoch xj,ix kriegliche That vermieden werden könnte. Nachdem man dam? ihren Verordneten drei oder vierVorschläge, nämlich den V Orten ans das crnstlichste zu schreiben, oder mündlich mit ihnen zu handeln, umjw z» vermögen, diese frevlen Schänder zum Widerruf anzuhalten, ihrer Aemter und Ehre?? zu entsetzen undsonst dermaßen zu strafen, daß man es für genügend annehmen könnte, und zwar mit dem Zugeständnis;eröffnet, daß die Verordneten tauglichere Mittel angeben möchten, wenn ihnen diese nicht gefiele??, ist über diese^kuge wohl vielerlei für und wider gesprochen, voi? den Abgeordneten Zürichs aber kein eigener Antrag gestellt,^uch von den vorigen keiner bewilligt worden, die sie in? Gegentheil erst wieder ihren Herren habe?? vorbringenwollen. Zuletzt hat man, nach weiterer Unterredung, folgenden Vorschlag gemacht, daß entweder jene Schmähcro» ihren Ehren gestraft werden sollen, oder daß den V Orten laut des Landfriedens, weil sie diesen nichtgehalten, der Proviant abzuschlagen sei; wiewohl diese Maßregel den ander?? Mitbürgern in Betracht ihrer^uge gar schwer und widerwärtig ist, so haben sie doch, sofern sieh Zürich zur Annahme derselbe?? entschließenwürde, eingewilligt, sich gemeinsam darin verfangen zu lassen, mit dein Beding, daß Zürich und Bern die^bschlagnng für sich selbst ausschreiben und die andern Städte hiemit verschonen sollten; wenn aber keinesdieser Mittel bei denen von Zürich Anklang fände, so wollte Bern ihnen nicht verhehlt haben, daß es, sofernjw den Austrug des müssischen Handels nicht zu erwarten gedächten, ihnen alsdann keine Hülfe beweisen,joudern sie bei de?? Bünden und den? christlichen Bnrgrccht mahnen würde, bis dahin stillzustehen und nichts