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Mm 1531.
Appenzell. 1531, 7. Mni (Sonntag nach dem ersten Mai).
Staatsarchiv Zürich! Acic» Appenzell.
Landammann, Rath und Landsgemeinde geben einer Botschaft von Z ii r i ch, ToggenbIIrg, ThurgauNheinthal nnd der Landschaft des Gotteshauses St. Gallen auf deren dringende Bitte und Ermah-nung des göttlichen Wortes halb, und die freundliche Vorstellung, wie das zu gemeiner Wohlfahrt, Ruhen,Ehre und Seligkeit dienen und dem Beispiel der Altvordern entsprechen würde, folgende Antwort: Nachdemman dieses Ansuchen zu Herzen gefaßt nnd darüber gerathschlagt, sei das einhellige Mehr geworden, wiewohlman in der Schrift nicht erfahren, das zu handhaben und anzunehmen, was unser aller Seelenheil, Wohlfahrt,Lob und Ehre sei, und demgemäß das früher aufgestellte Mandat zu bestätigen, das laute wie folgt: 1. Daßalle Priester, Capläne und Helfer auf der Kanzel und daneben nichts anderes lehren sollen, als was sie mitder hl. Schrift alten und neuen Testaments wohl probieren und bewahren mögen. 2. Wenn sich einer darinübersähe, so soll deßhalb nicht freventlich mit ihm gehandelt werden; sondern wer es sei, geistlich oder weltlich,der möge einen (solchen) mit Recht belangen, nnd dann sollen Landammann, Richter und Räthe darob halten,daß denselben unverzüglich, binnen vierzehn Tagen, das Recht zu Theil werde. 3. Damit ist man nicht derMeinung, über das Wort Gottes („darüber") Richter zu sein, sondern das helle Gotteswort Richter sein zu lassen,„mit vil und wer nrtikeln, nit von nöten ze melden, als in summa, daß ein jeder in die heilgcn gschriftwogen sol, (sich) darus wysen und leren (ze lassen)."
Das hier benutzte Original stammt nicht von Appenzell, sondern von der Hand des zürcherischen Hopschreibers in Wyl, Lorenz Appenzeller. Durch Mäuscfraß erheblich beschädigt, enthält es das Datum nichtmehr vollständig; im klebrigen ist das Fehlende leicht zu ergänzen. — Einen wörtlichen Abdruck gibt Zellwegcoin Urk. III. 1, 388, 389.
Zur Ergänzung dient folgender Act:
1531, 1. Mai, Altstättcn. Ulrich Stoll an Ulrich Zivingli, (seinen Schwager). Gruß ze. „Wissend daßich by zöigcr, dem Widerker, m. g. h. gschriben Hab, nämlich daß die vier landschaft(en) mit uns, Togkcnburg,Turgöm, Gotshus, Rintal zuo Appenzell gsin, alda von wegen götlichs worts für ir lantsgmaind wellen w-Also hat gott die durch das weiter gewendt, deßhalb ain andre lantsgmaind uff nächst Sontag gstellt ist, dahinwir wider komen werden; was üch not dnnkt, (wcllent) dem houptman zuoschriben, in Hoffnung zno gott, etwasguots zno schaffen. Aber wie wir gen Appenzell kamen, ist ain kilchhöri im darf nf den tag vor der pfarrder meß kilchcn ghcbst'?), hat uns ain Rat dryg walen ufthon, für die kilchhöri, Rat oder gmaind; also sind wü'erst für'die kilchhöri komen, in summa da nichts geschafft nochmals, sonders ir antwurt, die vj Roden habendan sy begert götlichs worts, darus habend st) artikel gstellt, die wellent st) st) lassen an der gmaind hören, derHoffnung, (daß) st) mit ainandren zuo friden sin nnd mit ainandren, als frommen landlüten zuostand, hushaben,deßhalb uns gcdnnkct; also Hand wir wie oblut wider trnngen uff Sonntag für (die) gmaind, da wir erschienwerden :c. Snnst ist es allhie still." ... St. A. Zürich! Zn>ingli-Schris>°n.