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4,1,b (1876) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1529 bis 1532
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973
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Mai 1531. 973

Musso durch Proviantsperre und andere Mittel gefährlicher machen und dem Feinde dadurch Lust schaffen würden;vielleicht würden auch andere italienische Fürsten (hineingezogen) und mehr als ein schlafender Leu erweckt. Dazukommen die schwere Thcurung, die unsägliche Armut des gemeinen Mannes, die Gefahr der Verderbnng derjetzt aufwachsenden Früchte, ferner der drohende Schaden (eines Blutvergießens?) und erbliche Feindschaft;Zudem seien in den V Orten noch viele fromme Leute, die an solchen Dingen kein Gefallen haben und herzlichbedauern, daß die Schuldigen straflos bleiben; es sei leicht zu bedenken, was daraus erfolgen würde, wenn dieUnschuldigen mitleiden müßten, und daß es viele Opfer (schnufens und blnoivergießens") kosten dürfte, jene(Schuldigen) aus ihrem Vaterland zu vertreiben, und gelänge dies auch, so würde es nicht viel helfe», da mandoch in diesen Landen mit einander leben müsse; davon zu schweigen, daß der Erbfeind daran große Freudehaben würde. Darum habe man Zürich crmahnt, jetzt nichts Thätliches anzufangen, sondern den nach Aarauaugesetzten Burgcrtag zu erwarten; denn falls es trotzdem Krieg anfinge, würde man ihm keine Hülfe leisten.Dies melde man, damit die (übrigen) Burgcrstädte in gleichem Sinne handeln. Damit aber doch etwas Tapferes(Ersprießliches) unternommen werde, empfehle man als bestes Mittel, das dem Landfrieden gemäß sei, die Ab-schlagung des Proviants; wenn die andern Städte dafür stimmen, werde sich Zürich damit auch begnügen, zc. w.

St. A. Lern: Teutsch Miss. 8. 428 433. K. A. Schasshausen: Abschiede (13. Mai). K. A. Lasel: Abschiede.

501.

Lnccrn. 1531, 6. Mai (Samstag bor Cantate).

Staatsarchiv Lucern: Allgem. Abschiede I. 2. f. 293.

Tag der V Orte. !». Diesen Tag hat Lucern angesetzt wegen der eingelangten Schreiben bon dem^'anzösisclM Gesandten und dem Landbogt zu Lanis. Die V Orte beschließen nach dem Nathe Luccrns, den^'Mzösischen Anwälten einstweilen als Antwort Folgendes zu schreiben: Man danke zum besten für ihr frennd-ichaftlichcs Anerbieten, zwischen den V Orten und andern Eidgenossen zu Mitteln, damit kein Krieg ans diesenHangenden Spänen erwachse; man sehe cS gerne, daß in der Sache gütlich unterhandelt werde, stelle jedochBedingung, daß daraus für den wahren Glauben, für Freiheiten und Gerechtigkeiten kein Nachtheil er-wachse, h^ß die Gesandten vorher berichten, was für Mittel sie borschlagen wollen. 1». Der Landvogtö" Lanis meldet (mit Schreiben vom 28. April), wie die Knechte bon Bern, Basel, Freibnrg, Solothnrn,^chaffhausen und Appenzell, die bei Bellenz vorüber gezogen, sich beschwert haben, daß man sie dort anfäng-^ch nicht habe hineinlassen wollen, auch daß die V Orte den Zug nicht mitmachen; wie aber die Hanptlentcbon Freiburg, Solothnrn und Appenzell, die er zu Gast geladen, über die V Orte nicht nnfrcnndlich reden,^"dcri, wünschen und hoffen, daß dieselben nachziehen werden, da solches nicht wenig zur Ruhe und Freund-ichaft beitragen möchte; die Hanptlente und Knechte seien ihm übrigens freundlich begegnet und haben ihn^ M den Kricgshändcln in ihren Rath berufen; die bon Porlezza und in andern Thälern haben sich den^dgenvssen ergeben und ihnen geschworen; sodann sei am letzten St. Marxtag (25. April) unter einer Anzahlbo» Lanisern große Zwietracht entstanden wegen einiger Beute, indem die nicht am Kampfe bethciligt Gewesenenbuch einen Antheil begehrten; obwohl der Landvogt ihnen bei Leib und Gut Ruhe geboten, haben sie großenBtuthwillen getrieben, gegen seine Diener und die deutschen Knechte, die sie zu Hülfe gerufen, gehauen undLochen und die Uebelthätcr mit Gewalt beschirmt; die Eidgenossen im Felde haben jedoch ans sein ErsuchenRnhe wieder hergestellt; doch bittet er dringend, daß man solchen Frevel den andern Orten auch anzeige.