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Mai 1531.
bedenken zn geben. 4. Auf das Geschrei des Türkcnzuges halb sei wenig zu bauen, wenn man die bekannte»Rathschläge und die scharfen Abschiede des Kaisers in Augsburg betrachte, weil ja die Nachbarn der Türken,die Schlesien und Andere, in ihren Briefen an Christen von einer Rüstung des Türken gar nichts melden,und die Venetianer auch bezeugen, daß derselbe sich ganz ruhig verhalte; deßhalb sei eher zu vermnthen, daßder Kaiser dahin trachte, den „Wcydan", den König von Danemark, den Landgrasen von Hessen oder einenandern evangelischen Fürsten zn vertreiben, seinen Bruder, König Ferdinand, einzusetzen, nm hernach den evan-gelischen Ständen desto mehr Abbruch thnn zu können. Wie großen Schrecken dies in Deutschland brächte, wennihm einer dieser Anschläge glückte, und wie dann der Adel und Andere, die ohnehin „diesen Dingen" miß-günstig, sich ihm anschließen würden, sei leicht einzusehen, und wenn auch etliche Reichsstände der Wahrheit nochgeneigt wären, so dürften sie doch dem Kaiser sich nicht widersetzen. Auf einen solchen Fall halte er sich dieV Orte anhängig, damit man sie, wenn man jemand Hülfe leisten wollte, als Feinde im Rücken zu fürchtenhätte und sich zu keiner thätlichen Unternehmung anschicken dürfte; so könnte dann auch nichts anderes folgen,als daß der Kaiser heute einen Fürsten, morgen eine Stadt bezwänge und damit fortführe, was alle ruhigansehen müßten, bis man zuletzt alle Last und Gefahr allein zn tragen hätte; deßhalb sollte man sich wohlbedenken, nm nicht eingeschlossen und durch eigene Sorglosigkeit und Vertrauen übervortheilt zu werden; danämlich der Pfalzgraf sich abermals bemühe, den Kurfürsten von Sachsen und den Landgrafen samt ihremAnhang mit dem Kaiser zu versöhnen, so könne man sich darauf gefaßt machen, daß dieser, sobald er vonjener Seite gesichert sei, mit Hülfe der V Orte den evangelischen Städten „eine Kapsie zu kaufen" unternehmenwerde. 5. Daß ans der Verschonnng der V Orte eine Milderung der Theurung zu hoffen, sei nicht gedenk-bar; denn so lange man im Unfrieden mit einander lebe, halte jedermann, besonders die Reichen, zu größererSicherheit das Seinige zurück, weßhalb keine Besserung eintreten werde, bis man wisse, wie man zn einanderstehe. 6. Wenn jetzt jene Orte auch viel Gutes vorgeben, so könne man ihnen doch nicht mehr trauen, indemsie Treue und Glauben gebrochen und die geschwornen Bünde samt dem Landfrieden öfter mnthwillig verletzthaben; auch möchte man Gottes Strafe nicht entrinnen, wenn man solchen offenen Bundbruch angerochen htmgehen ließe, und wollte man (jetzt) nicht etwas Tapferes gegen sie unternehmen, so würden sie ohne Zweifelsich immer fester widersetzen, da sie sähen, daß ihr Treiben ihnen nichts schade, und werden sie von ihre»Bübereien unmöglich abstehen, weil sie das Gotteswort nicht hören, zumal eben diejenigen das Regiment führen,die leider schon seit langer Zeit an ihnen und den andern Eidgenossen untren und unredlich gehandelt undallein das göttliche Wort versperrt haben; man könne auch in Anbetracht ihrer treulosen Handlungsweise ihrunbegründetes leeres Entschuldigen zu Baden und kürzlich in Zürich nicht genügend finden und sich damitzufrieden geben; sondern weil sie Zürich vielfach an seiner Ehre verletzt haben und nicht davon abstehen, dieSchuldigen nicht nach Erfordern der Billigkeit strafen, ihnen vielmehr alles nachlassen; weil ferner ans denangezeigten Aenßerungen und andern Reden, die in den Ländern umgehen, sich als wahrscheinlich ergebe, daßsie nm den Angriff des von Musso vorhergcwußt und noch stets mit den Widerwärtigen der Städte, die sieihre Freunde nennen, zn heimlichen Anschlagen verbunden seien, um dieselben zu ängstigen und ihnen unersetz-lichen Schaden zuzufügen, dergleichen auf die dringliche und ernste Mahnung der Bündner und Berns nickstgeachtet, also Treue, Ehre, Eide und Bünde gebrochen haben, dabei ihren Unterthanen vorgeben, der mttssischeHandel berühre den Glauben, und es sei ihnen gestattet worden, daheim zn bleiben, und mit anderem falsche»Vorgeben den gemeinen Mann täuschen und verbittern; weil überhaupt ihnen nichts anderes mehr znzntrane»sei, als das Verderben der Städte und die Zertrennung der Eidgenossenschaft, — so könne man dies nicht