April 1531. 9L3
wider uns, so sy sehend, daß es inen nit schadt, die pündt »it geholten ze hoben. Nun sind der üblenursach der ungloub und cigeninitz, und könnend ober im glouben nit bcricht werden, so sy dos wort gottes nithörend, onch von der buobcry nit obston, oll die ivyl die das regiment in Händen habend, die leider ein langeZyt umb eigens nutzes willen untrülich an ireu und unseren rcgimentcn gcfnrcu sind. Dann die fachen alleinvon denen har kümcnd, onch das göttlich wort allein durch sy versperrt wirt. lind so man die Harns fordrctZur straf, wcrdcnt sy das unzwnngen »it tuon; könnend aber nur einen so hochmüctigen pnntprnch wie obstatungestraft nit lassen blyben, sol man sy heißen strnafen und christenlichen glouben lassen warlich predgcn undglöibig lüt an der übertretter statt setzen, so gebend sy wol guote wort, aber es folget nützid; dann sy onchdie nichtigen und abschetzigen bnoben nit nach verdienst strafent; wie wöltent sy denn die strafen, die den givaltselbs in de» Hände» habend? Darum (ist) von nötcu, daß man ein dapfre arzny ze Händen ncme, die dochdem üblen, das sy begangen, nit nngcmäß, und aber zuo ynleitung gottes ivorts und abtuon der tyranny undunsinnigen lebens stark und fest gnuog sye ?c. (Am Rande:) Dann Gott unser farläßighcit strafen wurd, ivicsich in sincm wort ersindt, Ind. 23, und 2 Reg. 21.
13. „Und darum heimlich anschlcger zesamen setzen, die irer eiden vermanet, ze raten und vcrschwygcn ?c.,von Zürich: Herr Nöist, M. Thumyscn; Bern: fendrich vom Hag und scckclmeistcr Dillmann; Basel: Bürger-meister zum Sternen und Bernhard Meyer. Zuo Arow von stund au zemcn sitzen, und weß sich die beratinddas best ze sin, sölle hiudersich gebracht werden, doch mit dem Kescheid und gcschicklichkcit:
14. „Sittenmal die fach heimlich zuogou muoß, ob denn die stctt gemeinlich eins wurdind, etwas (denGroßen Nöthen?) fürzcbringen, so füllend sy das selb mit der bescheidenheit fürbringen, wie sy vor mit einanderZe raat worden sind. Ob aber ein statt ir fürnemen also vollstrecken wölte, ob glych die. andren nit wöltind,so füllend aber die andren oder die andre den selben raatschlag bym eid nicman offnen, onch by ireu eiden nitschuldig, sunder erlassen sin ze sagen. Dann hie wirt nützit nachteiligs dem wort Gottes und gemeinein »vol-stand der stellen fürgenomen." St. A. Zürich: A. ii. Capp. Krieg.
Zu v. Das Antwortschreiben der acht Orte, datirt Mittwoch nach St. Jörgen (23. April), 8 Uhr Nach-mittags, drückt sich noch etwas kräftiger aus als der Abschiedtert; wir geben die wesentliche Stelle dcßhalbwörtlich:
„Und so aber uns dise lüt in unfern fachen ze tädigen nit gemeint, soliche aumuotung uns onch zuo discrZU noch zuo frücg, und nit bedunkeu will fruchtbar, sonder »ner schädlich zuo sin, in betrachtung daß usserthalb(von?) unser» fründc» geredt möchte werden, daß wir schon setz ermüedet, und dem von Müß dcster mer trostsdardurch bcschynen möcht, so ist unser will >jnd Meinung, daß ir disen verdachten ungemeinen schidlüten nitiosen („lassen") noch si vcrgleitcn, sonder sy früntlich abivysen," »c. S». A. Zürich: A. M«ss-rkn-».
Zu !. Aus einem Spccialabschicd über dieses Geschäft ergibt sich, daß die Gemeinde Ascona eine Botschaftnach Zürich gesandt hatte. Das Concept desselben, datirt vom 23. April (Mittwoch nach St. Jeorigen), hatdas Actenfach Luggaris im Staatsarchiv Zürich. Als bethciligt sind die Boten von Zürich, Bern, Uri, Schwyz,Glarus, Basel, Freiburg, Solothurn und Schaffhansen angeführt.
Zu 1. 1) Der Abschied gibt von dein Vortrag der fünförtischen Botschaft nur einen Auszug, die Antwortder Burgerstädtc dagegen vollständig; diese Ncdaction hat auch Bullinger, II. 333—337. Ein Aktenstück imZürcher Staatsarchiv (Acten II. Cnppelerkricg), mit einer Uebcrschrift von Beycls Hand: „Der Eidtgnossenvon den .v. Orten entschuldigen» g der schmitzworten halb, und waS inen uff dem tag Zürich nachJeorij zc. ze. gehalten, von den cristenlichcn Burgerstcttcn zuo antwurt ivorden ist", enthält jedoch neun bezifferteArtikel (nur „1" fehlt), die als Hauptredaction zu betrachten sind; die Antwort ist völlig gleichlautend.
2) 1531, 25. April, Zürich. „Uf Hill Zinstag nach Jeorii sind die drü Ort llri, Schwyz und Zug inuaincn ir(er selbs) und der andern zwei Orten vor der Aidgnossen Kotten, so jctz im feld liggend, . . erschinenund aller dingen unschuld(ig) sin wellen, mit vil glatten stießen »vorteil; denen haben mine Herren für sich selbsein antivort ze geben (sich) entschlossen, ivic hernach stat, die übrigen Ort thüegind »vas sy wcllind. So ist