Druckschrift 
4,1,b (1876) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1529 bis 1532
Entstehung
Seite
960
Einzelbild herunterladen
 

960 April 1531.

sie von mündlichen und schriftlichen Anzeigen, die zn Baden und sonst öfter gemacht worden, dazu längst Anlaßgenug gehabt; es werde auch an Landsgemeindcn und überall, offen und unverschämt täglich und ohne allesAufhören so viel geredet, das; sie diese üppigen Schänder, wenn es ihnen darum zu thun wäre, ohne ZweifelHütten finden können, und wenn sie gesonnen wären, so treulich als sie vorspiegeln, die Bünde zu halten, sohätten sie billig die dringenden Mahnungen, die der Noth der Bündncr wegen an sie geschehen, nicht soschimpflich bei Seite gesetzt; ob dies den Bünden nachgelebt sei, könne ihnen ruhig anheimgestellt werden;wenn man endlich erwäge, was in ihren Gebieten vom Obersten bis zum Niedrigsten täglich geredet werde,so könne man nicht finden, daß sie die Bünde gehalten haben. Obwohl man die jetzige Verantwortung nichtgenügend und dem badischen Abschied nicht gemäß finde und daran kein Gefallen habe, und diese schwerenHändel nicht erträglich seien, so wolle man dieselbe doch an die Obern bringen, denen man überlasse, nachihrem Ermessen sich damit zn begnügen oder weiter in den Sachen zu handeln.

Im Frciburgcr Exemplar fehlen u, k, I, im Basler und Schaffhauser nur t".

Zu :r. Auch bei diesem Tage wurde eine Zusammenstellung der von den Ansichten Zürichs abweichende»Instructionen gegeben; vorläufig mag ans den Abdruck in Vullinger, II. 362366, verwiesen werden. Da-gegen kann hier der Vortrag von Zürich, der dort fehlt, nicht wohl übergangen werden.

1531, 26. April (Donstag nach Quasimodo).Betrachtung der Herren verordneten, was jüngstem abschcidnach uff jctz haltendem tag mit andern unseren Eidgnossen und cristcnlichen Mitbürgerin zc handle», zuo bedenkenund inen fürzehalten syg."

(Min Herr Röist; Walder; M. Ochsncr, M. Thmnyscn, M. Cammli, M. Urs Hab, Uolrich Funk undM. Hnldrych Zningli.)

1.Und erstlich will mine Herren verordneten allen nnzöigungcn und kundschaften bedunken, wie derkeiserisch und päpstisch Huf ein geschrci ußgan lassen und nfs rüstung trachte, als ob er die wider den Türkenze brachen willens sige, und aber von den") Schlesien» und andern landen, so uff den Türken anstoßend, inetliche cristenliche stclt schriften kommen, die vom Türken nit mit ein» wort Meldung thuond, zuodem die vcnc-dischcn kouflüt bczügcnd, daß der Türk ganz rücwig und in keiner rüstung syge »c., daß solichs alles ein nich-tiger unbcgründter ussatz, und sin pratik und anschläg allein dahin gerichtet spgent, gelt und rüstung by denfürsten und stünden des Rychs nfzebringcn, damit er den wcidan, das ist den ungerischcn küng, vertribcn undsinen bruoder Ferdinand»«» widcrumb in dasselb küngrich setzen und im das inhändig machen möge^)-

2.So im dann solichs gelunge, und dann die sürsten und stünd des Npchs (ob gipchwol deren ctlichevangelischer »varhcit anhängig wärind) sinen sig, glück und gewalt (dicwyl das künkrich zuo Hungeren ebenr»)ch und eins großen Vermögens ist) sechcn, wurdent s») lychtlich widerumb gefücrt und bervegt, sich ouch wider»ren ivillen des Kciscrs partye und hinder dein berg zc halten, damit sy »nit im ze friden sin u»»d ire landbehalten möchten.

3.Zuodem ist nieinant verborgen, daß der Adel, so den» evangelischen Handel on das fpgend, vonjewälten här alliveg darnf trachtet, wie s») die frygcn stett und coniinuncn undcrtruckcn und geineistcri» möchten,denen in sölichem fal ouch chcht ze logkcn, sich au den Kciser ze hänken u»»d »vidcr die cristcnlichen stell inkricglich empörnng zuo begeben, der Hoffnung, sy allda r»)cher pütcn und großer Hab zuo gewartcn »vürind;zuodem daß sp sich o»»ch mit dem beschöncu und fürwelbcn möchten, ja man soll dem Keiser gehorsam sin, und

0 Zusätze von Ziviugli:Augsbuegischen kouflütcn und".

**)oder de»» küng von Demuark oder landgrafen (von Hessen) vertriben, oder den züg gcspamicn und »vcrtig ze halten,nfs »ms Eidgnossen und Wirtemberg."