Marz 1531.
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Keiliurg, Avenchc, Orde. 153 l, 30. März bis 3. April.
Staatsarchiv Bern: Instructionen, L« 50. Nathsbuch Nr. 229, i>. 02.
Gesandte bvn Bern — Hans Franz Nägeli, Rudolf von Dießbach — haben folgende Aufträge aus-zurichten (die wir hier wörtlich geben):
I. „Des ersten füllend ir gan Fryburg rytcn und für Rat kcrcn und inen anzöugen, wie dann minHerren bericht, daß sy die von Wiblispnrg (Avcnche), so das gottswort gern hören und anncmen welltend, mittröuwnngen abschüchig machend, zuo dem dieselben bidcrbcn lüt uf ircm, dero von Fryburg, ertrich nit sichersyend, geschwigen daß sy inen verpotten, den Farellnm ze hören, darab min Herren lichtlich nemen mögen,so die, die das göttlich ivort lieben, durch ir Mitbürger von Fryburg also gefcchdet werdend und inen gctröuwtwirt, sy fenklich anzcncmen und ze strafen, und wider sy als ketzern gchandlct soll werden, daß min Herren von>»en glichlich gescheht werdend, das nun untrüglich und in irem erlydcn nit sin will; deßhalb ir inen mit trnn-genlichen tapfern worten fürhalten, sy ankeren und vcrmanen (söllent), von sölicher dnrchächtung ze stau und diebidcrben Int von Wiblispnrg und ander, denen sy nützit ze gcpicten noch verpietcn Hand, rücivig ze lassen. Dannsollt denselben etwas widcrwärtigS dahar begegnen, wurden min Herren verursachet, darzno ze thnond uicdglychcr wys ze handle»; dann sy des nnvcrrncktcn willens und fürncmens syend, gedachten Farellnm und dievon Wiblispnrg, vil mcr die so inen ze versprechen stand, so des göttlichen worts beging, dnrby ze handhaben.Ir füllend inen ouch anzöugen, wie ir nbgcfertigct syend, den München zuo Orb ach ze berechtigen; wellend syir potschaft ouch hinin schicken, mögind sy thuon.
II. 1. „Wenn ir nun zno Fryburg üwern fürtrag than Hand, sollend ir gan Wiblispnrg ryten und dasdem Farello kund thuon, sich ouch dahin ze stiegen; der wirt nun üch nach der länge anzöugen, was im da überund wider ir zuosngen begegnet, und damit ir best bas in der fach könnind handle», so Hand ir zwcn brief, dievon Wiblispnrg mincn Herren derselben fachen halb zuogeschickt sind; die füllend ir dem Farello ze lesen geben,damit er üch nnderrichtc, wie ir die fach angrifen füllend, und nämlich in summa füllend ir inen sagen, daß sydem, so sy verheißen Hand Int ir brief und sigcl, statt gebind; dann sollte darüber dem Farello oder jemandsanderm von solichcr fachen wegen lcids und args znogcfüegt werden und begegnen, das inen nit ivol käme,wurden min Herren sich deß, als ob es inen beschcchen, nnnemen und solichs an lyb und guot strafen; darnachwüsscn (sy) sich ze richten und vor ungefell ze sin. 2. Wytcr sollend ir inen sagen, min Herren hellend wolvermeint, (daß) sy uf anruofen Farclli den München, so von Losen inen zuogeschickt, zum rechten gchandhabthellend, und wo er noch da wäre, sollend ir deß begärcn.
III. „Danncnthin füllend ir üch gan Orbach verstiegen und den Farellnm mit üch »einen, den MünchenZuo Orbach ze berechtigen :c. Wie ir die klag wider in stieren, und was er wider min Herren und den christen-iichen glauben offenlich gcredt und prediget, mögend ir üch am Farello erkunden, dcßglich an (dem) vogt von^cherling und andern, die deß müssen tragend, und demnach rechtlich wider in proeedicren, als ir wol thuonkönnend, ouch den Farellnm mit im besprechen lassen und erwarten, was darüber erkennt wirt. lind ob er ganFryburg appellieren wellt, füllend irs nit gestatten; dann nicmands wider die oberkcit appellieren mag." Actum29. März.
lieber Zeit und Verlauf der Verhandlungen in Orbe geben die Memoiren von Pierrcfleur (gedr.1356) einige Auskunft; die wichtigsten Notizen entlehnt denselben Herminjard, II. 327, 328, der übrigensdie vorliegende Instruction nicht zu kennen scheint.