892
Januar 1531.
der vier Orte anzunehmen, sofern es ihm möglich sei, stellt dann seine Forderung, für die Hauptsnmme in4200 Kronen bestehend, erbietet sich aber, die erlittenen Kosten und Schaden, Mühe und Arbeit gütlich fahrenzu lassen und ferner zu thun, was sich schickte, wenn seine Ansprachen zu groß befunden würden. 2. Da erbegehrt, daß der Bote von Uri mitsitze und handeln helfe, so erwidert derselbe, er habe auf die Zumuthungdes Kaufmanns keinen Bescheid zu geben, die Obern glauben ihm hierin auch nichts schuldig zu sein, da dieserHandel ohne ihr Wissen begegnet sei. Dann tragen auch andere Boten von Uri, als Anwälte einzelner Per-sonen, nämlich Vogt Gisler und Hans Zirensellcr (?), weitläufig vor, sie haben keine andere Vollmacht, alsanzuhören und an ihre Mithaften heimzuberichten; es sei nämlich dieser Niederwurf nicht ohne Ursache ge-schehen; denn es sei männiglich bekannt, wie die Ihrigen zu Schawatz und anderswo beraubt und ermordetworden; zudem seien viele Betheiligte verstorben, zum Theil im Kriege umgekommen, mit Hinterlassung kleinerKinder, ohne Vermögen, so daß niemand im Stande wäre, etwas zu geben, :c. 3. Weil nun diese Botengar keine Vollmacht gehabt, so hat man beschlossen, es solle jeder Bote dies heimbringen; sodann wird hiefürein anderer Tag nach Lucern angesetzt auf Montag vor Lichtmeß (39. Januar) und verabredet, daß die Botender V Orte mit hinlänglicher Vollmacht sich einfinden sollen; den Boten von Uri hat man aufgetragen, ihreObern und Mithaften zu berichten, damit sie die gefährlichen Umstände bedenken und ihren Gesandten vollenGewalt mitgeben, in der Gütlichkeit vermitteln zu lassen oder einen rechtlichen Tag anzusetzen, und der Handelirgendwie beigelegt werden möchte. Für den Fall aber, daß keines von Beidem geschähe, sollen die Boten derandern Orte mit Vollmacht erscheinen, weiter in der Sache zu rathen.
Zu «. Das erwähnte Schreiben des Herzogs von Mailand, d. d. 15. Januar, liegt dem LucerncrErcmplar bei. „Großmechtigen Herren, iusunders lieben und guoten fründ, unfern gruos ?c. In der zyt, alswir unfern potten mit den briefcn zuo üwer großmcchtig wyshcit abgefertigt, sind uns üwer brief uff deinachtenden tag des manots Jenners von Lucern zuokommen, die uns insuudcrs angncm und gefellig, dicwyl undwir verstanden üwcrn guoten willen gegen uns und befinden, dz ir von angefangner zwüschen uns tractieruugnit abstand, sunders üwer althcrprachten wysheit und guotthat nachfolgend; des alles und insuudes der heligenfürpittung üwer erlichen priesterschaft, so für unser aller heil beschechcnt, nit allein dz wir schuldig, sunder allesVermögens grossen dank sagent, in Hoffnung, so sich das schicken, guots darus erwachsen, deß wir by nnscrnfürstlichen trüwen und ercn begerent, dz sölh guot beharret werde; dz fröwet uns bas dann aller schätz unddankent darum gott dem Herren, in pittende, daß er üch hierin beständig behalte; sölhs wir üch unscrs teilszuogesagt und verhaißen haben wöllent; dann durch sölh mittel mögeut ir in allen üweru widerWertigkeiten,die uns leid sind, widcrkommcn. Hierum, damit üwer wißheit merke, dz wir unser vorder» nachfolgen undnachhangen, üwer großmcchtig wysheit lassent wir wissen, dz wir dcro auzehaugen und guots ze bewyscn zeverharren ganz geneigt, guote früntschaft und nachpurschaft ze halten, tuond wir üch ze müssen, dz wir verordnetze schicken unser potschaft, sölh früntschaft ufzerichtcn und davon mit ü. g. w. red ze halten, als wir üch hievorouch geschribcu, und damit sölhs dester ce beschechc, ist unser beger, dz ir demselben unscrm orator snmpt sinendienern und güctcrn ein gleit geben und den tag bestimmen und setzen, wohin üch dz gefellig und uns sölhs byeignem potten zuoschryben; dann wir unscrs teils dheins Verzugs begcren. Datum zuo Vigeucn" (Vigevano), zc.