828
October 1530.
man vermeine, daß Glarus, wenn jemand anders so gehandelt, dieselben mit andern Orten dagegen zn schützenverpflichtet gewesen wäre; aber damit noch nicht crsättigt, habe Glarus mit Zürich das Gotteshans samt demBrühl verkauft, woran Schwyz doch ebenso viel Recht besitze als jedes andere Ort, und wäre man auch gleicherGesinnung wie Glarus, so könnte man doch nicht finden, daß man befugt wäre, etwas zu verkaufen und ansich zu ziehen hinter einem Abt, und über Briefe und Siegel hinauszugrcifen, da dies alles nicht den IV Ortengehöre, sondern sie nach Laut der Briefe gemeinlich schuldig seien, das Gotteshaus St. Gallen, einen Abt oderPfleger und einen Convent bei ihren Gerechtigkeiten, Landen und Leuten zc. . . . zu handhaben und zu schirmen.Das habe jedoch Glarus nicht gethau. 2. Die andere Beschwerde sei, daß es und Zürich die gemeinen Gottes-hanslcute und die Stadt Wyl durch besondere Artikel sich anhängig gemacht und sich dadurch zu ihrem Unter-nehmen weiter gestärkt haben, was die Bünde, welche Glarus mit Schwyz habe, nicht ertragen; zudem müsseman sehen, daß dort die eigenen Gerechtigkeiten „verschaltet" werden, die man kraft der Bünde und des Land-friedens billig behalten sollte; darum könne man solches durchaus nicht dulden. 3. Daß es sich unterstehe,mit Zürich die Grafschaft Toggenbnrg (die Schwyz und Glarus zugleich mit ewigem Landrecht verwandt, wozukomme, daß beiden Orten die Schirmhoheit und die hohen und Niedern Gerichte im Gotteshaus St. Johanngehören), zu verkaufen oder zu der Ablösung zn verhelfen, was ihm keineswegs zustehe, da die besiegelten Briefevorsehen, daß diese Grafschaft niemals mehr von dem Gotteshaus St. Gallen veräußert werden solle, wieGlarus aus früheren Schriften bereits vernommen habe. Ungeachtet alles bisherigen Mahnens zum Recht seies nun dessen noch nie geständig gewesen, und obwohl es die besiegelte Mahnung noch nicht mit dem Rechtentkräftet habe, fahre es in seinem Beginnen fort, was man ivahrlich zu schwer befinde. Deßhalb wolle manhicmit seine Anliegen gründlich eröffnet haben; wenn aber Glarus noch nicht genugsam berichtet wäre, so schickemau hiemit eine „offene versiegelte" Mahnung, wodurch man es zum Recht erfordere, und wenn es, wie esvermöge der Bünde schuldig, dessen geständig sei, so werden sich alle Dinge weiter erläutern, so daß es überdiese Beschwerden genügend unterrichtet werden könne. St. A. Zürich: A. Togg-»b»rg (Copic).
3) 1530, 15. October (Samstag vor Galli). Zürich an Schwyz. Antwort auf dessen letzte Mahnung?c. (19. Sept.). „Daruf geben wir üch früntlicher Meinung zuo verneinen, daß wir uns sölicher manung nitminder dann ir unsers fürnemcns beschwerend; dann wir in uns nit finden noch ermessen könnend, daß ir derengegen uns einich recht, fuog oder glimpf, oder daß sölich losuug, ob die schon sürgang gewinnen sollt, wederdie pünd noch das landrccht jenan berüeren, noch denselben oder ouch üwercr gerechtigkeit, so ir in kraft etwelichsbesunderbaren landrcchtens, das ir von wegen der grafschaft Tockcnburg mit einem Herren zuo Saut Gallen(darvon wir doch nie uützit gehört) üch ze haben berücmend, in einich weg vergriflich, hinderlich oder abbrüchigsin möcht; könnend ouch nit verstau, daß die pünd oder ouch das landrecht jenan verbietiud oder darwider sigint,daß sich ein grafschaft Tockcnburg von einem Abt oder dem Gotshus Sanct Gallen nit lösen oder abkaufenmöge. Und ob glychwol der zyt, als die grafschaft an ein Gotshus kamen, bedingt, daß die grafschafterniemermer widerumb darvon verändert werden söllint, ist doch sölichs inen ze guotem, und nit zuo des Abts,sunder zuo irem vorteil und us ir bcgercn bcschechen, deßhalb die gemarsami, so ein Herr von Sant Galleninen hierumb geben, sy nit so vil binden, daß sy sich darumb selbs von im nit lösen noch abkoufen mögint.Sind sy dann (nach üwerem anzöigcn) üch mit landrechten oder andern vcrwandtuissen verpflicht oder zc schwerenverbunden, das wirt darumb mit diser losnng nit nfgehebt, sunder mögend sy üch dassclb und was sy üchschuldig, destminder nit, dises abkoufs halb ungehindert (ob sy sunst wellent) wol halten, und will uns deßhalbvergcbenlich und ganz von unnöten bedunken, daß ir uns die pünd zuosampt dem laudsfridcn fürhebeut oderuns in kraft derselben umb diser fachen willen zum rechten manend, deß wir üch in disem fall geständig ze sinnit schuldig, so wir doch nie darwider gethan, sunder die, wie biderwcn lüten gepürt, an üch und anderen trüw-lich und eerlich ze halten und vestiklich daby zc belyben gesinnct sind, begcrend ouch nit meer, denn (daß) dieglycher gestalt an uns gehalten werdent. So ir aber üch in üwerem schribcn nit bergend, wenn ein Herr vonSant Gallen widerumb zuo dem sinen komen und in sin possess gesetzt, ir alsdann ouch, was sich gebllrt,hierin helfen handle» wölten, und aber der landsfriden sölich insetzuug einichs vermeinten Abts nit lydcn mag,so müeßte man uns je gedenken lassen, (daß) wir mit der wfls übel by jetz gemeltcm landsfriden geschirmpt