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war, dass sie von andern urbar gemacht würden. Auch indiesem Punkte also haben die Waldenser wohlthätig gewirkt,indem sie durch Weckung des Eigennutzes ihrer deutschenNachbarn zugleich deren Arbeitslust hoben.
Diese Verhältnisse, wie wir sie eben geschildert, warenvielen der Waldenser die Triebfeder zur Auswanderung. IhrZiel ist, wie es für so viele andere auch gewesen, Württem-berg. Am 22. April 1701 wird ihnen der Abzug gestattet.Die Nothwendigkeit dieses Weggangs setzt Papon, ihr Geistlicher,in einem Schreiben an den Landgrafen Ernst Ludwig aus-einander, worauf ihnen am 25. April ein Pass ausgestellt wird.
Die noch rückständige Pacht wird durch die auf demFelde stehende Sommersaat gedeckt. Nicht alle waren fort-gezogen; vorerst nur die grössere Anzahl der Männer, diein Württemberg einstweilen für die spätere Ansiedlung derübrigen thätig sein sollten. Die Ernte wird von den zurück-gebliebenen Männern, Weibern und Kindern eingethan; dieFrucht wird in Mörfelden aufgespeichert. Auf dem Gundhofewar von den Waldensern besäet worden: 150 Morgen mitWinterkorn, 200 Morgen mit Sommerkorn, 40 Morgen mitHafer. In dem Inventarium des Gundhofes bei der Uebergabean die Waldenser sind 70 Morgen Ackerland angegeben;nach dieser kurzen Zeit von einem Jahre oder wenig mehrsind also 390 Morgen Landes bebaut worden und dazu noch unterden denkbar ungünstigsten Verhältnissen. Dass diese fremdenLeute nicht ganz unthätig geblieben waren, beweisen die320 Morgen Wüstenei, die sie zu Saatfeld umgewandelt, hatten.
Es war kaum verlautet, dass die Waldenser wieder ab-zögen, als auch wieder zwei Pächter um den Hof sich bemühten.Peter Becker von Langen und der frühere Hofmann desLindheimer, Andreas Baumann von Mörfelden, hatten sich zurUebernahme des Hofes gemeldet. Doch keinem von diesenbeiden war das Gesuch genehmigt worden, denn am22. Februar 1702 wird Heinrich Schneider als Hofmann aufdem Gundhof erwähnt, vor dessen Eintritt als Pächter wiederein Inventarium aufgestellt werden sollte, das ich jedoch beiden Akten nicht gefunden habe. Auf dem Gundhofe sollen indieser Zeit Obstbäume angepflanzt werden, die von Leheim