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Actenmäßige Geschichte der Waldensersiedlung Mörfelden-Gundhof
Entstehung
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ihnen gespendeten Kollektengeldern ernährt; wenn die Leutenicht zum Betteln erzogen werden sollten, müssten siebald erfahren, wo sie sich und zwar für die Dauer, nieder-lassen könnten. Ueberdies hätten sie ja den Eid der Treuegeleistet, sie wären dadurch Unterthanen geworden undwünschten nichts mehr, als sich auch als tüchtige Unterthanenihres gnädigen Fürsten und Herrn zu erweisen."

Daraus geht hervor, wie schwer die Ansiedlung gewordensein mag für den, der sie hauptsächlich ins Werk setzte, für denholländischen Gesandten Valkenier. Aber auch die Waldenserhatten sehr unter dem schleppenden Geschäftsgange zu leiden.Einige mögen sich wohl der ihnen auferlegten Unthätigkeitgefreut haben; die Mehrzahl jedoch fand diese Ungewissheitzuletzt unerträglich und versuchte, anderswo raschere Unter-kunft zu finden. Welche Opfer mussten sie nicht bringen, alssie den Vertrag unterzeichneten! Lindheimer hatte sich 1200fl.für das Bestellen der Aecker ausbedungen, ausserdem noch jene20 Malts. Saatfrucht gegeben, deren Ersatz den Waldensernim folgenden Jahrein natura" oblag. Doch was hatte Lind-heimer gethan für die Bestellung der Felder! Wir habengehört, dass er sich die Weide für 3 Jahre ausbedungenhatte für 600 Stück Schafe, denen die Waldenser den Winterüber Obdach und Streu gewähren sollten. Das Vieh hatteer ebenso fortbringen lassen, denn er hatte ja schon im Herbstedas Stroh beiseite geschafft. Im Frühjahre 1700 waren unter 70Morgen nur etwa 1215 Morgen Ackerland gedüngt; ungefähr280 Wagen Dung lagen noch auf dem Hofe, die schon imHerbste dort gelegen haben müssen und also auch bei derHerbstsaat keine Verwendung gefunden haben. Rechnenwir noch dazu die 200 fl. Angeld, die ebenfalls dem Handeis-manne Lindheimer zuflössen, so können wir uns ungefährdenken, wie gerne er die Sandäcker des Gundhofes an diefremden Ansiedler abgegeben hat.

War schon die Bebauung des Bodens von Seiten desseitherigen Pächters eine sehr mangelhafte, seit er wusste,dass er den Hof nicht selbst behalten würde, so ist in derersten Zeit von den Waldensern auch nicht alles geschehen,was nöthig erschien. Zur sorgsamen Pflege und Bewirthschaftung