°78L September 153V.
7. „Item die straf sy(e) ouch die mittest und aller lydlichest, erstreckt sich nit wyter dann zno der ns-schließnng, wie wol dasselbig by den gläubigen ein groß(cs) ist, darum sy ouch die hoch achte» sollend.
8. „Item wo ein christcnlich obcrkeit die ordnnng abstellen wollt, wurde sy geachtet, daß sy härter wardann der Türgg ist; dann onch der Türgg weret den kirchen, so im tribnt geben, dise ordnnng nit.
9. „Item ein christenlich oberkcit wirt geachtet, daß sy widerchristisch sy(c), so sy Christas bcfelch nit indie Hand nem.
1V. „Item es wurd spöttlich sin, daß Christus bcfelch eben in den stellen, so christcnlich syn wellend,nit erstattet wurd.
11. „Item zno bedenken, ob schon setz christcnlich oberer sind, daß nf sy folgen mögen eigennützig schädlichlüt, die der kirchen großen trang thuon wurden.
12. „Daß aber der ban bis hiehar in verachtnng kummen, ist allein, wie ander ding mer, nß dem miß-brnch (gefolget), welcher mißbruch, so er abgestellt wurd, wird der ban heilig, lieblich und an(e) alles entsetzen.
13. „Im ban sind dry mißbrüch fürgangcn, der erst dnrch die, die da Hand sollen bannen; dann eingroß tyranny was, daß der bapst oder ein bischof nach sinem mnotwillcn hat gebannet. Zum andren, daß manrnn gclts willen und um menschen satznng willen, uß nyd nnd falschem vertragen verbannet hat. Znm dritten,daß man mit citieren, mit kosten nnd anderer unbrnedcrlicher wys die lüt überylet und übcrboldret hat.
14. „Dise mißbrüch sind wider gott; denn znm ersten, der gemalt ist der kirchen oder der genrein, niteiner obcrkeit oder pricsterschaft allein; dann sy sind ouch da als glider der kilchen; S. Paul verbaut samptden Corinthicrn; Christus hat die schlüsscl der kirchen mit großer vcrheißnng und tröwung geben zc. Discmmißbruch mag man also begegnen, daß man von allen ständen verordne in namen der kirchen, und zum erste»die dicner des worts oder lütpriester(?), als die so die sacrament nszuotheilcn Hand und gott müessend rechnunggeben, daß sy die rüdigen von den gsunden nit absündren; denn sy sollend der Herd gottes in all weg warten,ist in(en) mer befolchen dann predigen; dnrzuo sond orrch geben werden ein ratsherr oder richter nß der pfarr,der verständig, dapfcr und unstrafbar vor dem volk; item einer uß der gcmeind oder zwcn, damit nß allenständen etlich versainmlct statthalter syend der ganzen kilchen, wie Tertullianus schrybt, daß ctwan die gcwonhcitgsyn syg, daß der gemalt etlichen erwelten alten von der kirchen befolchen gsyn syg, also zno Basel in der stattangenommen worden zmelf person(en), die sölichs zno handle» macht Hand; in den dörfern aber dry oder vierperson(en) zno der ersten warnung; da mögend die ratshcrren mit dem von der gemein wol verhüllen, daß derdiener des worts nit nüwe päpstlery anheb, deßglichen sampt dem ratshcrren oder dem uß der gcmeind mögendwol fürkummen, daß der gemalt nit by einem andern teil blyb, das neben dem wort gottes etwas snoch.
15. „Item, dem andren mißbruch ist zno begegnen mit dem, so man allein umb öffentliche lasier verbannet,nit um geltschuld, aber um söliche fachen, da ein cristenlichc gemein verachtet wurd, daß sy einen sölichen offnenschänder der gemein geduldet, darumb man einen billich myden soll, muoß syn, daß er wider gotts gebot handle,als da ist abgöttery, sacrament Verachtung, schlahnng oder uncrung (von) vatter und mnoter, todschlag, ecbruch,meineid, wuocher w. nnd dcrglichen grob unlidlich Händel; dann kleine fachen (es wär dann daß ein groß be-schwert» druf folgte) sollend ganz nit gehört werden; deßglichen soll man nit uf schlecht anbringen handle»,snnder uff gcwüssc fach, damit man nit jemand an(e) nrsach beschwert.
19. „Dem dritten wirt also zno begegnen (syn), daß so die zwölf oder dry verordneten einer jeden pfarrverneinen, daß jemand also nnchristenlich lebt zno schmach dem volk gottes, daß denn uß inen oder sust jemanderwclet (werd), der dem schuldigen am anmüctigisten sig und (der) dapferst, der den selben mit gnoten christen-lichen ermanungcn abziehe von sinem bösen fürnemen, irrsal, laster oder wandet, und wo er denn höret undbegert verzyhung, soll man es im nachlassen. Item wo er nit wurd folgen, soll er durch zwcn oder die dryverordneten aber ersnocht werden mit glicher christenlicher früntlicher Meinung; wo das aber nit hilft, soll erfür die zwölf beschickt werden und von den zwölfen gemeinlich ermant werden, abzuostan von sinem bösen wesen,und folget er, so soll im aber gnad geschehen, und soll nit verbannt werden; wo er aber je widerspännig sin