September 1530. 7^7
uns auch bi unser» gcrcchtigkciten nach keis. Mt. pflichten zc handhaben gnädiglich geneigt, sye nnser nndcr-thänig hoch geflissen und dienstlich bitt, (daß) ir keif. Mt. uns sölichs nit zuo nngnadcn, sundcrs unser großennotdurft zuomcsscn und die Haft, so uns und unseren zuogcwandtcn nnbillich und one alle nrsach bcschehcn,gnädiklich ufhcbcn, onch nm gemeiner gercchtigkeit nullen darob halte», daß uns das unser vn ivitcr intrag ge-folgen und mir bi gemcltem bcricht und der Erbeinung geschirmt werdend und witers gemalts überhebt belibenmögend, so Möllen mir dargcgcn mcnklichem das sin on(ver)sper(t) fründlich folgen lassen und uns sunst soundcrthnnigs gchorsams und dicnstlichs willens zuo aller ircr Mt. molgefclligcr millfarnng allzit bcivisen, daßwir in Hoffnung, ir Mt. uns dargcgcn in allen gnaden bcfolchcn haben (wcrd) zc."
St. A. Bern: Absch. M. «04—wo (Copie). — Stadtarchiv Constauz.
Zu bemerken ist, daß Bern, das in seiner Instruction für diesen Tag eine möglichst milde und zurück-haltende Antwort empfahl, am 7. October diesen Entwurf gänzlich genehmigte.
Zu I. I. „Es ist durch D. Ekolampadium, so von unfern chr. Mitbürgern von Basel zuo uns geschickt,angebracht von wegen eins christenlichen banns widcrum inzuosetzen, dcss sich klein und groß Rät zuo Baselschon entschlossen in die Hand zuo »einen, diewyl sy dess mit dem wort gottcs beret (bcricht?) sind, daß einjekliche christcnliche gemeind uß ordnung Christi (dess) bedörfe, und dardurch zum thcil als christcnlich erkennt-verde, Matth. 19, Mar. 9, 1 Cor. 5, 2 Cor. ö, 1 Cor. 10, 2. Jo. 4 (?).
1. „Hat zum ersten fürgewcndt, daß ein groß underscheid syg zwüschen weltlichem gemalt und der kilchcngemalt; der weltlich gemalt hat das schwert der strenge, soll an(e) ansehen der pcrson die st)n(en) strafen; die kilchChrijti kcrct alle mittel an, den nächsten zuo gewinnen, ivie das Christus verlassen hat, und sy hat vilmcr einarzny, damit der sündcr nit geschedigct werde. Der weltlich gemalt zwingt mit forcht die bösen, die kirch abermit aller früntlikeit. Der weltlich gemalt mag under im gedulden jnden, sch--öde wyber und etlich ander übel-thäter und ist dennocht christlich; die kilch Christi mag die nit gedulden noch gcmeinschaft mit in(en) hau. Derweltlich gemalt, so sy (sie) ein(en) übelthäter straft, ist zuofriden; es ist aber daran nit gcnuog geschehen,wo Hütt ein ecbrccher und (ob?) schon von weltlicher obcrkeit gestraft, sollt glich des andern tags gcmeinschaftan des Herren tisch hau. Weltlicher gemalt soll darum ircr (sio) straf unberoubt sin und ir straf darum nitnfgchebt han; dcßhalb diser Handel (den) vor usgangncn Mandaten nit zewider sin wirt, und einer obcrkeit invil weg ein crlichterung viler mücg und arbeit.
Hat (onch) vilfaltig fürgewcndt, wie der bann (sie) von Christo befolhen, von apostlen und allen kilchengebrncht ivorden sig, wiewol etlich mißbrüch ingefallcn.
2. „Item daß die päpstler und die widerteufer nit an(e) nrsach uns schmächcn, wir sycnd nit ein christcnlichkilch; wir Hand kein schlüssel, zuozuoschließcn und kein bau.
3. „Item große ungehorsame syg im volk, und man schryg, man welle die lüt mit gemalt fromm machen,und zmungncr dienst syg gott nit lieb, wiewol ein obcrkeit darum ir bürgerlich straf nit soll fallen lassen, gezimptm doch darby, daß sy Christus ordnung (die bas meisteren mag das volk) lass fürgnn; dann er gab (sto) znobedenken, was großer feucht bring die brüederlich straf, wo sy mit trüm und flyß geschieht, und der bau sy(e)nüt dann ein brücderliche straf und ermanung, durch welche man gwaltigcr gezogen lvirt, daß man begcr vonherzen fromm ze syn, und so lang diser bcfelch Christi nnderlasjcn wirt, ist kein wunder, wo Man wenig guotcrfrncht ficht.
4. „Item Christus Hab nit gseit, so du diu brnodcr zum andren mal und sclbandcr gestraft hast, verklagin der obcrkeit; er sagt aber, der gemein; wo wirt man aber, oder wo mag man das halten, so die kilchkein bau hat.
5. „Item das dienet zuo großer Verachtung der diencr des gotsworts; denn sollend sy stillschwygen, sosind sy theilhnftig frömder sünd; sagend sy es der obcrkeit, so werdend sy verhasset als Verräter, und die war-heit wirt in inen verhassct.
0. „Item die brüederlich straf sy(e) krcftigcr dann der thurn oder gcltstraf.