778
September 1530.
sind, sich ze rottieren oder in zymlichen billichm landsbrüchigen dingen, gebotten und verbotten, weltlich usscrlichfachen nnd regimcnt belangend, wider ir obern ufzclcinen, und doch inen göttlichs worts halb in fachen die con-scicnz, ir seligkeit, auch cristenliche zucht und erbarkeit berüerende, je zuo zyten zuo gemeinden und zuo mecrennotdürftig ist, lassend mine Herren ine» das zuo, doch daß sy allwcgen einen Landvogt darby zuo sin oder einstatthalter an die gemeind zno verordnen ankomcn; ob er aber nit daran erschinen oder ein statthaltcr schicken weit,mögen sy nit bester minder die gemeind halten und fürfaren in fachen, so das göttlich wort antreffend, undsollen aber sich sunst darinne keiner fachen, so lyb oder guot bcrüeren, beladen noch annemen, dann ir gemeindender weltlichen oberkeit und Iren gerichtsherren in zytlichen üsserlichen dingen, was weltlich regiment belangt, un-vergrifflich und (un)nachteilig sin soll; dann wenn sy etwas, das wider erbars und billichs sin und mit göttlichemwort nit besinn, ouch dem Landsfriden zuwider sin möcht, an iren gemeinden fürnemen und entschließen wurden,wellen sy m. h. inen dess dchein statt oder nachlas; geben; glychcr gestalt wellen mine Herren den gerichtsherrenonch nit gestatten, daß (sy) sich wider ein Landschaft oder min Herren gefarlicher wys rottieren, sunder deßmücßig stau sollen.
(35.) „Zum fünfunddrissigistcn, der tafcrn und winschenkincn halb ?c. ist miner Herren crkanntnuß, daß„die gerichtsherren by iren gerechtigkeiten der tafcrncn und des winschcnkens, ouch by iren briefen und siglcn,„die sy darnmb haben, beliben, doch mit solcher miltcrnng und nachlassnng, daß ein jeder biderman sin eignen„win, den er erbuwt nnd im an sinen rcben gewachsen, wol vom zapfen usschenken möge, doch so solle deheincr„in sinem hus Wirtschaft haben. Und welcher also sin min vom zapfen usschenken will, der soll den gerichts-herren vor darnmb bitten, und er im das nit versagen noch weren."
(36.) „Zum drünndzweinzigisten (scchsunddrißigistcn), als sich die Thurgöwer hoch beschweren, daß min HerrLanduogt die ledigen kind widerstände zno erben, und wo aber »üt sig, .nein er derselben wenig war, da ir Meinungund bitt war, weite der Landvogt erben, so sölte er die selben kind crziechcn oder sich der erbschaft entzichen, ist mincrHerren crkanntnuß, daß ein jeder Landvogt in namcn m. h. der zechen Orten die ledigen kind in der landgraf-schaft Thurgöw erziehen und erben solle, wie dann von alter har brüchig gewesen sig."
(37.) „Zum sibenunddrissigisten, als die Thurgöwer darthuond, daß etliche gerichtsherren sich underncment,„nämlich der Bischof von Costanz, und wellen ab den güetcrn, so zechendfry sigent, und darnmb gewnrsami„(vorhanden) ist, zechenden haben mit pott, da vermeinent sy bi solcher anfordrung nüts schuldig zno sin :c.,„ist miner Herren erkanntnus, daß sy die Thurgöwer von gemeltcn güetcrn, wo sy gewarsamc, brief und sigel„haben, daß die zechend fri sigent, genanntem Herren von Costanz kein zechenden zuo geben schuldig sin söllcn;„wo er aber dess nit usston (stach möcht er sy mit recht anlangen und suochcn."
(38.) „Zum achtunddrissigisten und leisten soll hicmit aller umvill, groll, spann, zwitracht und unfründschaft,„so sich zwüschen den gerichtsherren und undcrthoncn oberzelter dingen halben unzhar gehalten Hand, gänzlich„ufgchcbt, abgestellt, hin, tod und ab, sy onch abgehörter gstalt gänzlich vertragen, gericht und geschlicht, hin-„für guot Herren, fründ und gönncr sin nnd einander» discr dingen zuo argem nit gedenken, sonder in allweg„das best thuon, ouch kein teil den andern nützit entgelten, sonder einander» bi disem vertrag nnd bericht frünt-„lich beliben lassen, ouch einandern wyter nit bekümmeren, begwaltigen noch beleidigen, und ob einer etwas an„den andern ze sprechen hett oder gwunnc, daruMb recht suochen und sich dess vernüegcn lassen und einandern„nützit unfrüntlichs hierab mer ze suochen noch angestatten sollent, deß sy ouch einander» vor mincn Herren„zuo beider fit guotwillig ingegangen und disen betrag wissentlich nnd wolbedechtlich gegen einander» ange-kommen, dabi zuo bliben zuogescit, ouch inen dess nbscheid zuo geben gebetten und minen Herren irer müeg,„arbeit und kostens zum ganz früntlichisten, mit erbietung aller dienstlicher pflichten ires libs und guots, ge-tankt Hand."
„Da so haben nunc Herren von Zürich inen zuo gedechtnuß beschechner dingen, unz man brieflich gwar-„sami hierumb ufrichten mag, disen abscheid zuo geben zuoglassen des nächsten Sampstags nach des heiligen crüz„tag zuo herbst, von Cristus gepurt gezelt tnsent fünfhundert und darnach im drissigsten jare."