774 September 1530.
»ach gstalt und gelegenhcit der fachen und lönfcn ir Hand offen sin. — Es soll ouch eins jeden gcrichtsherrenampt oder dienstmann in sincr Herren fachen ußstan und nit darüber richten. Wcliches ampt oder dienstmannsHerr ouch enet Ryns oder Sees und nit in der landschaft Thurgöw hinder in. h. den Eidgnossen gesessen ist,der soll zuo keinem landainmann, landrichtcr, landweibel, landgcrichtsknecht oder andern des Landgerichtsamptern angenommen, und ob einer angenommen märe oder wurde, derselb alsbald abgesetzt werden und discrämptcrn gänzlich ab und rücwig stan. Derglychcn soll ouch keiner, der dem scchszechenden artikel des Land-fridens nit gemäß und göttlichem wort nit anhängig oder günstig, ouch zum tisch gottes nit gangen, und derzun unccren sitzt und mit offner huory oder andern ärgerlichen lästern nerhaft ist, sich der oder anderer eerenämptern gebrnchcn, die ouch nit besitzen noch daran geduldet werden, vorab ouch der jetzig landainmann, diewylder göttlichem wort und dem biderwen landvolk ganz widerig und nngnäm, vor dem sy ouch schlechtlich nit zuogeeicht stan wellent, jctz abgesetzt heißen und sin, und wellent min Herren sy mit sampt anderen Eidgnossen miteim anderen gotsförchtigcn togenlichcn ersamcn geschickten mann, lut des IL. artikels des landfridcns, widerzno versehen inen jetz vorbehalten und bewilliget haben. Und damit arm lüt am Landgericht gefördertwerdint, so soll der Landvogt, so best er kann, ordnung machen, daß das recht in gnotcr fürdcrung sige, unddcßhalb soll er ouch zwen, nemlich ein dem obern, und morndis dem nidern Thurgöw ouch ein besunderenlandtag halten, damit die gcschäft nit wie bißhar in einander» gehenkt werdint, doch daß jedem Thurgöwnit mer dann ein gcrichts tag gehalten und uf dem tag, der dem ober» Thurgöw angesetzt, kein fachdes nidcren Thurgöws, dargcgcn uf dem tag, der dein nidern Thurgöw bcstimpt, kein oberthurgöwische fachgehört noch fürgcnommen werd. Ob aber die, so diser beider tagen nit abgefertigt werden möchten, des drittentags erwarten und die richter inen alsdann wytcr losen wellen, das soll zuo irem gefallen und guoten willenstan. Es soll ouch zuo vermidnng gefarlichcn umbziechens und muotwilligen unnützen kostens ein jeder, demuf Landgericht verkündt wirt, dem klegcr oder sinem ansprccher des ersten landtags erschinen, zum rechten stanund on wyter ufziechen red und antwurt zuo sincr klag geben, er werde dann durch Herren oder lybs not oderander echaft redlich Ursachen, die in von rechts wegen zuo entschuldigen von eim landgericht genuogsam erkenntwerden mögen, gesteint oder verhindert und also die ufschub vom ersten zum andern zum dritten landgerichtgenuogsam erkennt werden mögen, gesinnt oder verhindert und also die ufschuob vom ersten zum andern, vomandern zum dritten landgericht hiemit im allerbesten gänzlich ufgehcbt und abgcthan sin.
(16.) „Zum dryzechcnden (scchszechenden), als die Thnrgöwer ernstlich darnf trungen, daß man einen Landvogtmit einer zimlichcn eerlichen bcsoldung, damit er stattlich, eerlich und wesenlich sin ufenthalt han und gemeinergerechtigkeit obligen möge, und nit also wie bißhar (als zuo besorgen) gemietet werden müeße, verscchen und imnämlich über sin vorige bcsoldung järlich noch zweihundert guldin uß der klöstern guot solle geben (werden), inbedenknng daß im ouch die tagsatzungen nud Zander gefäll entgangen, da so haben nunc Herren disen artikel dermaßgemitlet, daß nemlich einem Landvogt zuo siner vorigen bcsoldung der hundert und zwölf guldin noch anderthalbhundert guldin, das ist järlich 26V (sie) guldin, folgen, damit er sich behclfen und aller mieten und gaben byvcrlierung sins amts und eeren abstan und sich deren gänzlich müeßigen sölle.
(17>) „Zum vicrzechcnden (sibcnzcchcnden), als man vornacher jedem landrichtcr des tags als vil als zwölfkrüzer zuo bcsoldung und für sin zeerung geben, und st) aber sich jetz erklagt, daß sy eben ferr zuo landgerichtkommen müesscn, deßglichen der fachen und geschästen vil, und alle ding thür, dermaß daß sy mit den rij krüzernnit ußkommen möchten, zuo dem bißhar im Thurgöw ein mißbrnch under inen gewesen, daß etlich der landrichternetwa ein puren zwen dry zuo essen gehebt, sy (so) die ürtin für sy bezalt Hand, also daß ouch das sprüchwortdarus ,vorden, ich will ein puren fressen bis an die stifel, welches in eineni richter nit vil glychheit bringenmögen, und deßhalb begcrt, daß wir inen den lon vom kloster guot wellint besseren, und nemlich jedem so vilzuoschuobs thuon, daß er des tags ein halben guldin gehan möcht; diewyl nun der inertheil richtern in minerHerren der Eidgnossen landschaften vergebens und on bcsoldung zuo gericht gon müessend, da so haben nuncHerren disen artikel nf die wys gcmiltert, daß nun hinfür einem jeden landrichtcr und andern des Landgerichtsanverwandten amptlütcn, denen vorhar die rij krüzer geben worden sind, nun hinfür des tags vier Costenzerbatzen, das ist rvj krüzer, für sin bcsoldung und zerung folgen, und nemlich der ein batz vom klosterguot geben