Druckschrift 
4,1,b (1876) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1529 bis 1532
Entstehung
Seite
772
Einzelbild herunterladen
 

772

September 1530.

fanden u»d durch sine lcermcister als untogenlich widerumb heimgeschickt, das auch allmeg, wo sy nit geschicktwärind, fürderlich bcschcchen soll, oder ob etlicher heimbcrücft oder sunst abgnu wurd, so sollent allmegen vondem Synodo andere an der abgangnen statt verordnet und also die zal der sechsen widerumb erfüllt werden.

(111.)Znin sibcndcn (zechenden), der tagwen und bnwferten halb zc., lassend mine Herren den abschcid, von m.h. den nun Orten der Eidgnossen zuo Baden nßgangcn . . . (vom Donstag vor des hl. Kreuzes Tag im Herbst,13. Sept. 1526) . . ., doch mit nach vermerkter bescheidenheit und miltcrnng der fäll und 'geläßen halb, sunst(aber) in allen sincn kreften bestem und belyben und wellent, daß dem von den gcrichtsherren und gemeindenim Thnrgöw, so darinne nit gemeldet, glich als wol nachkommen und gelebt werden sölle als von denen, diedarin benamset sigen, mit dem Kescheid, ob die Thurgöwer sampt ald sunders vermeinten, daß sy von irengcrichtsherren wider solichen abschcid ferrer gedrängt und beschwert wurden, dann der inhielt, so mögen sy sichdcss gegen einem Landvogt erklagcn, der inen dann beholfen sin soll, daß sy nit wider recht beladen, und (daß)dem abscheid statt gethan werde. Aber der eigenschaft, als ncmlich fäll und läßen halb, hat es nun hinfürdie Meinung, daß die bidcrwen Thurgöwer die nit mer lnt obangezognen spruchs zuo Baden ußgangen bezale»,sunder nun hinfür iren gerichts oder eignen Herren für den houptfal nit mccr dann ein gnldin in münz, Co-stcnzer wernng, und für den gewandfal ein ort eins guldins, das ist rv kr(üzer) jctzgemeltcr werung, und nitwyter noch fercr und das allein zuo einer bekanntniß schuldig sin und also mit disem fal das geläß ouch bezalt,hin und ab und der gcrichtshcrr, so der sal wie obstat vergolten, den laß von jemandem zuo bezicchen oder zefordern nit macht, ouch den zuo bezale» niemand wyter schuldig sin, snndcr der fal das geläß abtragen undmit dem fal alle Hab gebüeßt und gcledigct sin soll. Es möchte aber einer des gcwandfalls halb so gar armsin, weißt sich ein jeder gcrichtshcrr denn im selben wol zuo halten, nachdem er getruwt im vor gott und derwelt erlich und unverwyslich sin.

(11.)Zum achtenden (einliften), als die Thurgöwer begercn, die appellation fürhin für ein Landgerichtund nit für ein Landvogt zc komcn, es wäre dann fach, daß die partyen dess mit einander» güctlich bekämintzc., ist mincr Herren erkanntniß, dicwyl die ordnung des Landgerichts, so von mincn Herren den Eidgnossen lntdes landbuochs am ansang, als inen das Landgericht worden, gesetzt und geordnet ist, inhalt, daß für ein Land-gericht geappelliert werden, daß dann den Thurgöwer» dise beschwcrd nach vermög des landfridcns abgcthan sinund nit mer für ein Landvogt gcappelliert werden soll, der gegenteil verwillge dann darzuo.- Es soll ouchniemands nmb fünf gnldin und was darundcr ist ze appellieren gestattet oder zuoglasscn werden, sonder diseappellation nmb derglych ringfüeg summen in fachen laufend schulden betreffend abgestellt und gänzlich ufgchebt sin,doch destminder nit all ander appellationes, was über fünf gnldin oder nmb cer, eigens, erb, zins, zechenden,erbleichen oder ander eehaftincn zuo thuond ist, wie vornachcr belyben und gan sollent.

(12.)Zum nünten (zwölften), daß die schulden mit recht und nit mit Kotten, wie bißhar gebrucht syg,ingezogcn werden söllen, ist mincr Herren will und Meinung, sidtenmal von m. h. den zechen Orten kurz verrückterzyt harumb erkMnt sige, daß hinfüro menklich, er sige geistlich oder weltlich, sine laufenden schulden mit rechtinziechen nach der gcricht brach und recht, darin die sitzen, so schuldig sycn, und nit mit potten, es werde dannerkennt; welcher aber verbrieft schulden Hab, der möge die inziechen lnt sincr briefcn, und daß ouch nmb recht,sprüch oder verlobt tädingcn ein Landvogt gwalt und recht haben, pott anzuolcgcn, aber hinfüro nit höchcrdann an zechen gnldin, damit den ergangnen urteilen und verlobten sprüchcn statt bescheche. Und nmb daß einunvcrlümbdcter mann, nf den vormals nie args oder böses fanden worden, nit nf ein lichtfertige verklagnngfenklich angenommen, sunder das recht im nidern geeicht vor gebrucht und crlütert werden solle, ob der Handelmalefizisch sig oder nit ?c., von gedachten m. h. der zechen Orten ratsbotten ouch entschlossen morden, diewylvon unser» Herren den sibcn Orten dnrumb ein ordnung und artikel in einem vertrag gestellt, der also luteasig, wo ein sölicher unverlümdeter mann, der gegen einem Landvogt verklagt ist, oder vcrnäme das sunst, inder gstalt, daß solichs das malefiz nit bcrücrt, und ein Landvogt zuo demselben gryfen und in fenklich annemcnlassen weite, so soll ein landweibel oder ein landgerichtsknecht zuo einem gcrichtsherren oder sinem nndervogt,ob er nit anheimsch wäre, gan und im das fürlegcn, im zuo verhelfen, daß der mann einem Landvogt zuo recht