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September 1530.
geben, wodurch die Thurgauer, wie sie wohl selbst ermessen können, nur desto eher bei dem Vertrag gehand-habt werden möchten. 2. Da sie aber hierin nicht nachgeben wollen, sondern vermeinen, daß ihnen zu Cappelvon Zürich und Bern gar viel verheißen, die Erfüllung jedoch lang genug hinaus gezogen und sie dadurch ingroße Kosten gebracht worden seien, weßhalb sie keinen weitern Aufzug ertragen möchten, und ganz dcmüthigbitten, sie mit einem versiegelten Abschied, woran sie sich halten könnten, abzufertigen, indem sie ohne einensolchen nicht heimkehren dürften noch wollten, so haben sich dann die Herren von Zürich entschlossen, umgrößerer Ruhe willen und um Böseres zu verhüten, ihnen den Abschied zu besiegeln, doch daß die übrigen Ortenichts desto weniger bei den Eidgenossen sich bewerben sollen, damit ihr „Wille" auch erlangt werde. 3. Weilder Bote von Glarus in seiner Instruction gehabt, daß seine Obern bereit seien, die biderben Leute bei denfestgesetzten Artikeln zu handhaben, woraus zu vermuthcn, daß sie auch die Versieglung nicht abschlagen werden,so soll er dies zum treulichsten heimbringen, der Zuversicht, daß sie ihrer Bewilligung Folge geben, den Ab-schied besiegeln und eiligst herab schreiben, was sie zu thun gedenken. 4. Da die Parteien hiemit, wie mitden Artikeln, wohl zufrieden gewesen sind, für die gehabte Mühe zum höchsten und fleißigsten gedankt und sicherboten haben, solches mit Leib und Gut allezeit willig zu verdienen, so haben ihnen die Eidgenossen vonZürich vor kleinen und großen Rüthen bestimmt erklären lassen, daß sie nun bei diesen Artikeln bleiben, sichzu guter Sühne und Ruhe schicken, sich künftighin als gute Freunde und Gönner verhalten und einander nichtweiter bekümmern oder betrüben, sondern, wenn jemand an den Andern etwas zu fordern Hütte, sich mit dem(ordentlichen) Rechten begnügen und keine Gewalt und Frevel versuchen sollten. Darauf haben sie auch zu-gesagt, dem beiderseits treulich nachzukommen. ?». Es ist ferner verabschiedet, daß Zürich die Artikel des„Betrags" ausziehen und Bern zuschicken soll, das sie dann Lucern mitzutheilen und daraufhin einen baldigenTag auszuschreiben hat, damit an die andern Orte auch förderlich um ihren Beitritt geworben, der Vergleichzu allen Theilen ohne Verzug bekräftigt, und Briefe und Siegel darüber aufgerichtet werden möchten, guterHoffnung, daß die Eidgenossen, wenn sie vernehmen, was die vier Orte zu der Handlung bewogen hat, ihnenzu Ehren und um der Ruhe willen ihre Zustimmung gutwillig ertheileu werden.
Das Original (Concept) trägt den Titel: „Glarner Adscheid, da man den Thurgöwischcn Vertragbeschließen solt."
Uebcr die Verhandlungen dieses Tages gibt ein zweites Acienstück ergänzende Auskunft, zunächst zur Erwei-terung des obigen Abschieds:
Zu !». 1. Die Boten von Bern zeigen an, daß ihre Herren des geneigten Willens seien, die Artikeldes thurgauischen Vertrages samt und sonders anzunehmen, gegen dessen Besieglung aber Bedenken hegen,weil sie von den sechs Orten, denen sie zugesagt, in weltlichen Sachen nichts hinter ihnen zu handeln, Vor-würfe zu gewärtigen hätten; sie rathen daher, die Thurgauer freundlich anzusuchen, sich für einmal mit dieserBewilligung zu begnügen, bis die andern Orte oder deren Mehrthcil sich auch dafür erklären würden, wasBern in Bälde zu erreichen hoffe; wenn sie (die Thurgauer) aber hierin nicht willfahrten, sondern vorher etwas(Thätliches) unternähmen, so würde Bern verursacht, das mit der Hand zu wehren. — Nachdem aber die Botenvernommen, daß Zürich und Glarus zur Erfüllung der gegebenen Zusagen mit der Bcsiegelung entsprechenwollen, äußern sie die Besorgnis, daß aus dieser Meinungsverschiedenheit Unwille und Spaltung erwachse, wasden Widerwärtigen Freude bereiten und die Eidgenossen, „ob si) schon etwas guotb im sinn hettind," ermunterndürfte, die Sache zu hindern. Um dem vorzubeugen, treten die Boten vor Näthe und Burger und stellen vor,wie verweislich es ihren Herren wäre, wenn sie ihrem Versprechen zuwider handelten; wie die Mißgönner froh-locken würden, uns getrennt zu sehen; wie sehr das eben diesem Handel schaden könnte; wie großen Unwillenes in Bern erwecken, wie anstößig es bei allen gutgesinnten Christen erscheinen, und wie nachtheilig es dem