September 1530.
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predieanten allein in warten strittig und aber im sinn, verstand und Meinung einmüetig wärind, und sich deß-halb durch nnttclpcrsonen so vil gearbeitet, daß er mit Philipps Melanchthone zuo mündlicher underred setz nfdem rychstag zuo Ougspnrg kommen, hat sich Philippus, doch uf wytcr gefallen und bewilligen Martin Luthers,umb sovil genähert und ufgcthan, wo nachfolgende Meinung und verstand by unfern predieanten (die sy Zwing-lisch ncnnent) folg und statt gehaben mächt, daß sy dann der sach fast eins und einander für brüedcr undcristenliche glider wol erkennen möchten, nemlich daß die unfern bekennen sollten, daß Christus im nachtmalgegemvürtig sige, nit im brot, nit vereiniget mit dem brot, sunder im sacrament (als Chrysostomus leert), derbloßen secl und reinem gemüct und also geistlich uf die wys zegegcn sig, als die gcschrift wyst, Cristus wonetin üch, wirt sin cnmittcn und nnder inen, und wir werden wonung by im haben, und dcrglich zc. Daruf nungcmcltcr stctten zuosampt unfern predieanten, uß Verordnung irer Herren setz zuosammen berücft, sich mit einanderüber disen verstand underrcdt und jeder sin scntcnz und Meinung schriftlich verfaßt, alles, so sy znosamen ge-halten werden, im grnnd einhelliklich ein Meinung, daß sy nemlich nie anders glert, onch ir gemüct nie änderstgewesen sig, dann nff die wys, daß sy glonbind und bckennind, Cristnm warlich im nachtmal sin, dermaß wieobangezogen und die geschrift seit, Ich bin enmittcn nnder inen, nit im brot, nit im verwandleten brot, nit ver-enget im brot, nit natürlich »och lyblich, snnder geistlich und sacramentlich, dem bloßen reinen und göttlichem,das ist mit gott vereinigetem gemüet. Und diewyl dann Philippus sich bekennt, daß die Lutherschen bißhärwol etwas ruch und unwäscnlich von der Menschheit und liblikeit Cristi geschriben, welches er, so wyt sy imfolgen, by inen nbznostcllen willens, so haben vilgemclte unser cristcnlich predieanten obvcrmerkt ir Meinung,bekcnnnng und Haltung dcS sacraments gemeltem Martin Butzcr zuokommen lassen, sich wytcr mögen mit ge-dachtem Philipps darüber zuo underrcdcn und zuo vereinigen. Dann so Luther mit den sine» in disen verstandträtten und sich im selben mit inen verglichen, so wellen sy gern mit inen eins und sy in ir bruoderschaft zenemen urbüttig sin. Und so dann wir nit änderst uß obcrmeltcn dingen verstau könnend, dann so die Lutherschennf irer fürgeschlagncn Meinung bclibcn und nit wider hindersich trätten wcllcnt, daß nun dalatmccr wol einig-lest diss artikels halb zwischen inen und uns fundcn werden möge, das auch allem cristcnlichem Handel fast für-ständig, onch zuo friden, ruowen, einigkeit und mecrer sterki und hanthabung unser aller dienstlich und erschießlichsin wurd, so haben wir üch obcrzeltc ding uß früntlichcm cristcnlichem gemüct nit wellen verhalten, mit innik-licher pitt zuo gott unserem Heiland, daß er sin gnad hierzuo geben, der warheit bystand thuon, onch uns alle-samcn in sinen göttlichen hulden gnediklich enthalten welle."
Einige vorgängigc Correspondcnzen lassen wir weg.
385.
Lucern. 1539, 7. September.
Staatsarchiv Zürich: Acten Abtei St. Galle».
Lue eru und Schtvyz schreiben au Zürich, zur Antwort auf dessen Schreiben über das Begehren derToggenburger, ihnen zum Abkauf vom Gotteshans St. Gallen zu verhelfen :c. Darüber haben beide Orteein „beschwerliches Verwundern" empfangen, und Schwyz insbesondere, weil die Toggenburger ihm mit einemewigen geschwornen Landrccht verwandt seien, weßhalb man es von ihnen verächtlich finde, daß sie diejenigen,die mit Glarus ihnen oftmals treulich Rath und Hülfe geleistet haben, was man auch ferner, so weit möglich,zu thun willig sei, in diesem Handel „übersitzen" und nicht begrüßen („bcsnochen"). Da nun die Grafschaftvon Abt Ulrich sel. an das Gotteshans erkauft worden, in welchem Kauf mit Wissen und Begehren derLandleute bedingt sei, daß sie nimmer von den Händen des Gotteshauses St. Gallen verkauft, versetzt oder