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4,1,b (1876) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1529 bis 1532
Entstehung
Seite
756
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September 1530.

I. Nachdem die Boten niedergesessen, um in der Frage betreffend die Kosten nach bestem Vermögenzu Nutteln, haben die Thurgauer eröffnet, es liege ihnen nicht so sehr daran als an einigen andern Artikeln,welche vornehmlich die Ehre und Wahrheit Gottes und gemeine Gerechtigkeit belangen; würde darin ein christ-liches Einsehen gethan, so wollen sie sich der Kosten halb billig finden lassen.

II. Dagegen hat man eingewendet, daß sie mit neuen Artikeln zum Vorschein kommen, die man hinterden Herren nicht bewilligen könne, die auch größerntheils Leib und Gut, und nicht das Gotteswort alleinberühren, worüber nian ohne die andern Eidgenossen nicht verfügen dürfe. Da nian in den andern Artikelneinig geworden, und ein Vergleich nnr an den (Kriegs-) Kosten gescheitert sei, so wünsche man, daß die An-wälte der Thurgauer die Sache gütlich vertragen lassen; der Fälle und Gelüße halb würde man dann auchnach ehrbaren leidlichen Mitteln suchen, und die übrigen Artikel gedächte man auf dem Tage zu Baden andie Eidgenossen zu bringen, guter Hoffnung, daß ohne weiteren Aufzug entsprochen würde. Man bittet sie,sich zur Billigkeit weisen zu lassen und den Boten nichts anzumuthen, wozu sie keine Vollmacht besitzen.

III.Und so wir aber mit vilfaltigem, hohem und trungenlichem ermanen und anstrengen und nach vilmüeg und arbeit nit mer noch wyters by inen mögen erlangen, dann daß sy sich styf und heiter erlütertund ufgethan, daß sy keins ircr artiklen, weder des mindsten noch des meisten (wegen) für unser Eidgnossengan Baden kommen und sy in keinen weg darumb ansuochen, ouch kein(en) vom andern sündern lassen, sunderdie uf disem tag schlächtlich hie usgemacht haben und des kostens oder ouch der eigenschaft halb nützit zuo unssetzen noch darin ze mittlen bewilligen, dann soferr wir die andern artikel (usserthalb dryger, da sy wol be-kennen möchten, daß deren vornacher nit sunders gedacht worden) jetzt on ferrer ufziechen all usmachen, inenouch daby heiter zuosagen wölten, wo die eigenschaft mit der zyt by unfern Eidgnossen von Zürich nachgelassen,daß dann die inen ouch abgenommen sin söllt. Möchte inen das gelangen, darumb wöltend sy uns zumhöchsten gebetten han; wo nit, wißtend sy im anders nit ze thuon, dann daß sis iren gemeinden fürhaltenund gott, der uns allen wol helfen möcht, der fach walten; wo dann unruow darus entstan (das inen leid),müeßtcn sy geschechen lassen."

IV.Sidtenmal sy uns nun den Handel nit einest, sunder zum andern und dritten mal so scharpf uf-bunden, daß wir iren reden und anzöigungcn wol verstan mögen, wo wir sy widcrumb heimkommen ließint,daß nützit dann schwere und sorgliche empörungen, dardurch ein ganze Eidgnoschaft zerrütt werden, gefolgenmöchten, sind wir, wyter unrat zuo fürkomen, not halb gctrungen worden, die artikel für uns ze nemen unddie uf unser Herren und obern gefallen mit gunst und gehäll der Thurgöwer gesandten in ei» schriftlichenvergriff ze stellen und denselben unfern Herren und obern by tag und nacht hinder den Thurgöwer» zuozeschicken,damit wir sy, bis uns unser Herren ires wytern Kescheids und gfallens. . . berichten niögend, hie ufhalten,und sy nit änderst gedenken möchten, dann wir wöltind endlich mit inen beschließen." Man gibt sich derHoffnung hin, daß die Obrigkeiten, die bedenklichen Umstände würdigend, die bereinigten Artikel annehmenwerden.

V. 1. Da die Thurgauer ernstlich daraufdringen, daß dem Landvogt eine anständige Besoldung verschafftwerde, so hat man hiefür 260 Gulden bewilligt (Wortlaut imVergriff" Art. 13). 2. Des Landgerichteshalb begehren sie, daß zur Förderung der Geschäfte auf einem Tag die Sachen aus dem obern, auf demandern die aus dem nieder» Thurgau behandelt und nichtin einander gehängt" werden. Das findet manschicklich und hat es daherohne alle Wahl" zugelassen (Vergriff Art. 12). 3. Auf ihre Beschwerde, daß