Druckschrift 
4,1,a (1873) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1521 bis 1528
Entstehung
Seite
1482
Einzelbild herunterladen
 

1482

December 1528.

da Hand wir offenlich am kanzel so ernstlich gebetten und das voll ermant, inen auch lyb und guot zuozesetzenznogesagt, nämlich dem großen und meren teil zuo den Barfuoßen, daß sy söliche mittel mit vorberüerten anhängenhaben angenommen und zuogesagt zuo halten. Deßglich hats ouch die widerpart, aber doch mit großemUnwillen, angenummen. Und so bald wir mögend, werdend wir kummen"...

St. A. Bern: Kirchliche Angelegenheiten.

Die gesperrt gedruckte Stelle ist im Original unterstrichen.Beiträge" V. 399311.

Sämtliche Schreiben der Berner Gesandten sind von N. Manuel's Hand.

18) 1529, 6. Januar (3 Königen), 19 Uhr Vorm. Bern an seine Gesandten zu Basel. Antwort auf ihrezwei letzten Berichte. Man nehme den Handel sehr zu Herzen; dennoch bitte und begehre man ernstlich, daß sieneben andern gutgesinnten Boten mit allem Fleiß in dem Sinne wirken, daß der Span ohne Blutvergießengeschlichtet werde, doch in alle Wege der Ehre' Gottes und seinem Worte ohne Nachtheil. Was sie bishergethan, lasse man sich ganz wohl gefallen, zc.Beiträge" V. 316. St.A. Bern: T-upch MGm» ». iss i>.

Zu vergleichen sind besonders dieBasler Chroniken" I. 6778, wo sich der Text von N. 14 abgedruckt findet.

Schließlich muß hier bemerkt werden, daß sich in den Archiven der katholischen Orte keine bezügliche Korre-spondenzen finden ließen.

Lucern. 1528, 30. December (Mittwoch vor dem Neujahr).

Staatsarchiv Luccrn: Allgemeine Abschied- II. L. k. b<2.

(Tag der V Orte).

Jeder Bote weiß, wie sich Unterwalden auf die Klage Berns verantwortet, und was ihm himviderangerathen worden ist. I». Da aus einem frühern Tage beschlossen worden, daß die VII oder V Orte Glaruszum Rechten mahnen sollen, und man von dieser Mahnung Gutes erwartet, so soll das heimgebracht werden,damit jeder Bote die Mahnung auf den nächsten Tag nach Baden bringe, oder (man soll sich dahin vereinigen?),daß die sechs Orte gemeinsam eine Mahnung von Baden aus erlassen. «. Heimzubringen den Vorschlag, anden Kaiser oder seinen Bruder, den König Ferdinand, und ebenso an den König von Frankreich zu schreiben.«I. Lucern beschwert sich über ein Schreiben, welches Nri ihm zugeschickt, und das in scharfen und spitzigenAusdrücken sage, daß Lucern die Urner mit neuen Aufsätzen und Fünden beschwere; das komme ihm sehrbefremdlich vor, indem es nichts anderes von ihnen beziehe, als was sie von Alters her gezahlt haben, und wozues Fug und Recht habe. v. Lucern beklagt sich ferner, daß einige Personen von Uri einen Handel mit Kornanfangen, dasselbe zusammenkaufen undzur türen mnli" (Dürrenmühle?) aufschütten; daß Einige alle Wochenzehn Mütt oder mehr einkaufen und doch erweislicher Maßen in ihrem Haus nicht mehr verbrauchen als einen halben ,Mütt, diese Frucht zuerst nach Brunnen, nach Beggenried oder andere Orte bringen und dieselbe später dort holenlassen, überhaupt betrüglich zu Werke gehen, was Lucern nicht länger dulden könne. Es stelle daher an SchwYZund Unterwalden das Gesuch, Uri dahin zu vermögen, solcheGremplerci", Kaufmannschaft und Fürkauf nntdem Korn bleiben zu lassen, in Berücksichtigung daß die Speicher und Kasten schon größtentheils leer stehen linddie Theurung immer größer wird. Sollte dies nicht aufhören, so würde es sich anders mit Korn versehen und ^Burger und Landsaßen im Fürkanf auch gewähren lassen; was Gutes daraus für die IV Waldstätte erfolgenmöchte, könne Jeder selbst ermessen. Da die Sache sehr wichtig und von großen Folgen ist, so wird sie in de»Abschied genommen, um auf nächstem Tage darüber Antwort zu geben, t. Einige Ehrenleute von Glarns,welche wegen der Ansprachen zu Lucern gewesen, übergeben am Schlüsse des Tages eine Schrift, welche ihnen