1470
December 1528,
schreiben, so cur und der von Underwalden, auch der von Zug sandboten aus Baden an S. Simon und Judastagnächst verschinen unsern lieben bruder und Herren, dem röm. Kaiser, gethan haben, cur erbieten vernomen, daßir euch dero von Costenz ires vermainten burgrcchts und pündnus halben, mit denen von Zürich und Bernangenomen, nit beladen noch inen in kainerlai weg hilf, trost noch beistand beweisen wellen, und sagen euch vonwegen irer kais. Majestät, auch für uns selbst solches eurs erbietens gnedigen dank, mit weiterm gnedigem begeren,daß ir in solchem eurm vorhaben und erbieten verharren und (euch) Hiewider nit bewegen lassen wellen; daswirdet ungezweifelt ir kais. Majestet gegen euch in gnaden erkennen, und wir wollen das für uns selbst auch thun."
St. A. Lucem: A. Neligionshändel.
Zu i». Eine bezügliche Special-Jnstruction der Basler Botschaft, dd. Samstag vor Luciä, die einigen Detailenthält, liegt bei dem Basler Abschied und in der Zürcher Jnstructisnensammlung I. 143.
Zu q. Wir müssen vermuthen, daß nicht bloß Zürich und Bern, sondern auch die altgläubigen Orte sichmit dieser Angelegenheit beschäftigt haben, und legen daher die betreffenden Acten ein:
1) 1528, 12. December. Bern an seine Boten in Baden. 1. Anzeige der Antwort, die der heute erschienenenBotschaft von Glarus auf ihr schriftliches und mündliches Vorbringen gegeben worden (abgekürzt). 2. Da siegeklagt, daß sie Rath und Gericht laut des letzten Abschieds von Einsiedeln nicht halten dürfen, sofern sie diedort gesetzten Artikel nicht annehmen, was allerdings beschwerlich sei, so sollen die Boten sie trösten und soweitmöglich dazu verhelfen, daß Gericht und Rath könne gemäß dem Landbuch gehalten werden, zc.
St. A. Bern: Teutsch Missiven li. 118 b..
2) 1528, 22. December. Frciburg an (Luccrn?). 1. (Der erste Thcil des Tertes ist so stark verstümmelt,daß nur folgender Satz mit Sicherheit ermittelt werden kann): Wenn es möglich, so wünsche man in eine Mahnungan (Glarus) nicht eingeschlossen zu werden; wenn aber die Meinung waltete, daß eine gemeinsame Mahnungmehr fruchten könnte, so gebe man hiemit Vollmacht dazu... 2. ,>Wir Hand auch (verstanden die?) pündnuß, soir und ander unser lieb Eidgnossen mit unfern E. von Wallis besinn wellen, daby von üwern und andern unsernEidgnossen Kotten den geneigten willen vermerkt, so ir zuo uns Hand, uns darzuo ouch lassen ze kommen, deßwir üch uf das höchst dank sagen, und so wir das umb üch verdienen könnden, wellen wir angespart lybs undguots mit guotem willen thuon; wir wellen (ouch) üch uf das früntlichest gebetten hau, daß ir uns in diseinHandel trüwlich befolchen haben und uns die copy derselbigen früudschaft und pündnuß, als unser botten unsangezöugt haben, by disem unserm botten zuoschicken, (so) werden wir uns darüber beraten, gnoter Hoffnung,üch darüber mit gebürlicher antwurl (ze) begegnen. 3. Witcr so haben wir ouch verstanden das werben des HerrnHerzogen von Savoye/von des gloubens wegen mit üch ein früudschaft ze machen, als wir dann witer vonunsern botten verstanden haben zc. Und wiewol der gemeldt Herr Herzog geschwind und listig ist, jedoch angesecheudie seltsamen löuf, so vor ougen sind, möchten wir wol erlpden, daß mit im red gehalten wurd von des gloubenswegen, und sofer er mit dem glauben käin, möchten wir wol erlyden, daß ein fründschaft mit im gemacht wurd,aber nit wyters, dann wir sunst mit gemeldtem Herrn Herzogen gnuogsamlich und er gegen uns verscheiden stat;jedoch so wär unser Meinung, daß nützig mit im beschlossen, die bcrednuß gegen unsern Eidgnossen von Walliswäre (dann) vor beschlossen, domit daß wir dannzemal gemeinlich mit dem Herzogen des gloubens halben cmbeschluß täten, der uns allen zuo ufcnthalt des selbigen dienen möcht"... K. A, Fr-iburg: Misswm B .ix.u. x.
Die Jahrzahl fehlt im Original.
3) 1528, 23. December (Mittwoch vor Christtag). Solothurn an Luccrn. Der Venner habe ab dem letzte»Tage zu Baden neben dem Abschied die Copie eines Mahnbriefs au Glarus gebracht, den die V Orte vorschlage»-Man lasse denselben auf sich beruhen und müsse erinnern, wie man bisher sich nicht weiter gebunden habe, alsdaß man bei dem alten Glauben beharre wie die V Orte, aber dcßhalb mit Niemand Gezänk und Händel anknüpft"wolle, aus denen mit der Zeit Krieg erwachsen möchte, wie man schon öfter zu erkennen gegeben, zumal der Bund(mit Glarus zc.) dazu nicht so viel Anhalt biete, wie den V Orten. Man habe aber eine Missivc an Glarusentworfen, die mau hier beilege, und stelle Lucern auhcim, dieselbe neben dem Mahnbrief abzufertigen oder zurück-Zuhalte», ?c. — Vgl. N. 5. S«, A, Luiew: ivttssioen.