1396
September 1528.
die den altgläubigen Orten auf Psiugstdienstag 1527 und Oculi 1528 gegebenen Zusagen, theils die vom Landrathund der Landsgemeinde erlassenen Mandate und Stellen des Landbuches betreffend aufrührisches Tragen vonWaffen ?c., theils einzelne Artikel aus dem Bundcsbrief der fünf Orte (1352), dem Sempacherbrief und deinStanser-Verkommniß, betreffend die Mahnung um Hülfe, die Schonung der Gotteshäuser, Verbot unordentlicherVersammlungen zc. wörtlich eingeschaltet. Die ganze Darstellung, ein Denkmal der herrschenden Leidenschaften,verräth eine damals ungewöhnliche literarische Bildung.
Dieser Charakter, der beiden Schriften zukommt, und die häufigen Correcturen von Tschudi führen aufdie Vermuthung, daß dieser der Verfasser, zum mindesten aber als Nathgebcr und Gehülfe bei der Ausarbeitungder „Antworten" betheiligt gewesen sei. Noch sicherer läßt sich annehmen, daß er diese Actenstücke nicht in dieGewalt einer neugläubigen Landesregierung kommen ließ und dieselben entweder längere Zeit bei sich behielt undin dem seit 1556 wieder entsponnenen Kampf der Parteien dem eifrigsten und nächsten Vorkämpfer seiner Sache,dem Stande Schwyz, übergab oder vielleicht auch früher schon dort in Sicherheit brachte.
3) Auch der neugläubige Theil der Glarner richtete eine Zuschrift an die eidg. Boten, unter dein DatumSt. Bereuen Tag (I. Sept.). Eine gleichzeitige Copie derselben ist in der Basier Abschiede-Sammli^ig erhalten.Wir gedenken sie anderswo abzudrucken.
Zu 8'. Es sind hier folgende Acten zu beachten:
1) 1523, 24. August (Bartholomäi), Wyl. Abt Franz an Schultheiß, Rath und gemeine Stadt Lichtenfteig.„Wir werdend durch unscr(n) landvogt gründlich bericht, wie ir uf setz vergangen Sunntag ain mers in unserstatt Lichtenstaig gemacht der bildern halb, die selbigen nit mer in der kirchen zuo haben, sunder die nbweg undnshin zuo tuond, deß wir uns zuo üch als den unfern nit versehen hettiud, ouch uns sölichs in guoten trüwenlaid ist, wo sömlichs von üch ain furgang haben söllte. Und als wir verneinend etlich unser burger derselbenstatt Lichtenstaig denen, so dann die bildnuß ushin gemeret, habend recht potten, und zno dem habe unser landvogtinen zuo baider partr) frid gegen ainandern anglegt und gebotteu, da nüts zuo handlen noch fürzuonemen, ouchdeHain ändrung in der kirchen zuo machen dann mit recht zc., us sölichs ist an üch als die unfern unser stündlichbitt und beger, ir wellind üwers fürnemens und des meren, so ir gethan, güetlich abstan und den friden, ouchdas rechtbott gegen ainandern trüwlichen halten und den gebotten gehorsam zuo sin. Dann wo ir sölichs nitguots willens tuon, so gebütend wir üch allen und jedem insunders stillzuostand und die bild in der berüertenkirchen beliben zuo lassen, wie die von alter und bisher gewesen sind, by d.en aiden, so ir uns zuo tuond geschworenHand und schuldig sind. Sömlichs wir von üch . . . gänzlich gehebt und gehalten haben wellent."
Stistscuchiv St. Gallen (Ungefähr gleichzeitige Copie).
2) 1528, 27. August (Donstag nach Bartholomäi). (Heinrich Steiger, Stadtschreiber zn Lichtensteig) auZwingli. „Gnad zc. zc. Es hat sich uf nächst Sunntag vergangen begeben, daß wir von Liechtcnstaig ain gemaind ^gehebt, die ouch acht tag darvor bim aid (ge)potten ist, und anfangs der landvogt ain lange red inzogen, wie
sich der Handel dero von Schwiz halb verloste», uns wellen schrecken, damit wir in der abgöttery bliben, und davalso geraten. In dem (hat) ainer gredt, daß man zuo aller erst ratschlagen (söllt), wer mindren und meren, ob diehindersäßen, so bi uns in der statt sitzen, das ouch tuon (söllen), darumb der schulthaiß ouch gefragt bim aid-Also ist graten zno ainem tail, uf der evangelischen siten, dwil st) den gemaiuen landaid mit uns geschworn, übelund guots mit uns liden in dem Handel, ob man über uns zogen, lib und guot müeßen wagen, ouch an omerlandsgemaind glich wol als wir zuo meren, und diß den glauben und die eer gottes, und nit das burgerrecht, unseralme noch güeter betreffen, daß sy ouch dann wol mit uns mindren und meren mögen zc. Und uf der andrensiten, daß sy nit meren, dwil sy nit burger, und (das) vor nie beschehen sin. Also ist unsers das mer worden,und als dasselbig beschehen, (Hand) sy mit ainandren geratschlagt, (sind) von uns uß der ratstuben gangen-Also (haben) wir den waibel zuo inen geschickt, dann der landvogt und schulthaiß bi inen gewesen, si zuo unswider inher ze kommen (crmant), und ob sy nit kommen, wellen wir ratschlagen, dwil doch die gmaind vomSchulthaißen und Rat angeschlagen und uns bin aiden potten, sy des selbigen erniant, und ob sy nit komen,(wurden) wir nichts dester minder handlen. Uf das, was sy den hindersüßen truwt(?), haben sy uns recht potten-Uf das wir gredt wie vor, (wir) wellen inen dar(um)b ains rechten sin, wo es billich. Uf das (hat) der landvog