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Juli 1528.
(6.) Die Landleute der andern Partei missen, wie sie dem Landammann bisweilen geantwortet, er habe ihnenkeine Gebote anzulegen, da sie nicht mit „uns" rathen und handeln wollen. Das finden wir verächtlich, indemwir nicht glauben Leute zu sein, die man so zu verabscheuen hatte, und begehren daher zu vernehmen, ob etwaLeute wären, die man nicht mit Ehren in Gericht oder Rath haben sollte; die werden wir, wenn es sich soerfindet, entsetzen.
(7.) Auch hören wir, wie schwere und tratzliche Drohworte die Encrn wider uns ausgießen, was uns sehrmißfällt; wir bitten freundlich, solches abzustellen, da nichts Gutes daraus entspringen kann.
(8.) Wir haben aber den Eidgenossen von Basel, Schaffhausen und Appenzell eine gütliche Unterhandlungbewilligt, zu Gefallen unseren Landleuten, um desto eher'bei Frieden und Ruhe zu bleiben, jedoch den Bündenund dem Landrecht, auch unfern beiderseitigen Nachkommen unvorgreiflich.
(9.) Wir meinen nun, man solle uns wegen dieser und anderer Sachen nicht vor fremde Gerichte ziehen,sondern was wir in unscrm Lande mit einander zu handeln haben, vor unfern Herren Recht geben und nehmen-
(1V.) Hierin wollen wir uns aber nicht weiter verbinden; denn wo über kurz oder lang etwas Besseresgefunden und man aus der göttlichen Schrift eines Andern berichtet würde, so wollen wir es gern annehmenUnd von UnserM Vorhaben abstehen. Undatirte Copie im St. A. Zürich: A. ÄlaruS.
2) Erklärung des altgläubigen Thcils:
„Antwurt der Landlüten zuo Glarus, so anhangend dem loblichen christenlichen glauben, so unser frommAltvordern an uns hargebracht, uff den fürtrag und anbringen, so unser landlüt (als der gegentheil) schriftlichan uns gethon."
„Des ersten, als si) dann in irer gschrift melden, wie die frömbden priester, so sy angenomen, von unsgröblich gescholten und verschmächt, das ouch inen zuo Verachtung diene zc., ist unser antwurt also: So dochmenklich in müssen trag, daß von den selbigen frömbden Priestern die heilig Meß und ander guot loblich brüchzuo mermalen als kätzerisch und abgöttisch genempt worden; diewyl und sy nun die sind, die vormaleu etwanmeß gehept und anders mer geüebt, daß sy jetz so größlich schelten, meinen wir je, wo das unrecht gesin, sy(e)inen billich schand und schwach zuozelegen, als denen so solichs getriben Hand, dann nie kein lay meß gehan hat-Zuo dem haben ouch die selben priester offenlich und frävenlich wider inhalt des zuosagens, so wir den Eidgnossengethon, geprcdiget, als das offenbar ist, sind ouch in unser landschaft komen onerzeigt einicher formateu priester-stands oder kundsame brief oder sigel iro abscheidens, so sy an andren orten gethon, das uns billich hochbefrömbdet, dann uns je dardurch vil Widerwillen und zwyspältigkeit entsprungen ist. (aä 1.)
„Zum andren, als dann ir Meinung inhalt und begerend, daß man alle predicanten in unserm land zesarnenverfliege, die heilig gschrift zuo erduren, ist on not, dann unser vordren, ob gott will, die heilig geschrift ouchluter und klar gnuog gehept (und) die ouch wol verstanden, by deren wir ouch ze belyben begerend. Uns benüegtouch wol des berichts der gehaltnen Disputation in vergangnem (jar) zuo Baden volfüert, bis uf Vereinbarunggemeiner Eidgnossen oder uf versamlung eines Conciliumbs, wie das heiter vor einer Landsgemeind gemertworden ist. (ncl 2.)
„Zum dritten, von wegen annemung der Priestern, ouch predigung der biblischen geschrift, die ouch, so ondero irren wurden, ab und hinweg ze thuon zc., wäre unser höchst begcren, daß man in jeder pfarr und gnoßsameguot tugenlich from priester, dero wandet und wesen man wüßte, die ouch nit wider das zuosagen, so wir unfernlieben Eidgnossen gcthan, predigotind und dem nachgiengind, so von unfern eltercn an uns gewachsen, die obgott wil ouch biderb lüt und guot christen gesin (als wir ouch noch ze sin begerend) anneme, und ni.cht diehargeloffnen priester, so nieman weißt, wannen sy sind, die ouch mer ufruor denn süen ze machen begerend, ouchir unnütz geschwätz dem kleinverständigen mit verkertem sentenz zuo mermalen für das hell gotzwort fürgebend,und wie wol sich die selben priester alwegen der irthumen ze berichten lassen sich erbieten, das vor ouch dick merbeschächen, so hat man doch alweg wol gesechen, daß sy ir grob verkerten sinn und verfüerte ußlegung dergöttlichen gschrift je lenger je größlicher gemert und glicher maß, wie wir an inen die frucht irs boums besächend,also finden wir ouch nichts guots darus komen noch entsprungen sin dann Verachtung aller ober und erberkelt,großer nyd, haß und merklich Uneinigkeit (als wir leider jetz sächen), des wir vor ganz vertragen waren, (nä 2)'