April 1528,
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gesucht, dem König die Vereinung aufzukünden und aller Fürsten und Herren sich zu entschlagen; deßhalb solltendie Bündner weder dem Kaiser noch dem König Durchpaß gestatten und denselben auch keine Leute bewilligen,sondern Frieden halten, ?c.
Dieser Abschied, von der Hand Joh. Huber's, ist eigentlich ein Gesandtschaftsbericht,
Zu d. Zur Beleuchtung des Textes sind folgende Acten beizuziehen:
1) 1528, 14. Marz. Zürich an Burgermeister und Rath zu Chur. Man vernehme, daß der König vonUngarn und Böhmen im Sinne habe, auf seine Kosten einen Tag in Chur zu halten und zwar aus SonntagMittefasten (22. März); ob dem also sei, und wozu derselbe dienen solle, könne Zürich nicht ermessen; da nunallerlei gefährliche Umtriebe auch in der Eidgenossenschaft vorgehen, und ihre Mißgönner eine Zerstörung derselbengern sehen würden, so bitte es seine Freunde und Bundesgenossen, die etwa obwaltenden Anschläge zu vereitelnund förderlich Bericht zu geben; die Antwort auf das beiliegende, in ähnlichem Sinne gehaltene Schreiben vonBern (d. d. 11. März) werde Zürich vermitteln.
St. A. Zürich: Misfivcn. — Das Berner Schreiben findet sich im St, A, Bern: Teutsch Misfivcn <Z> SSl I-,
2) 1523, 19. März. Chur an Zürich. Antwort auf dessen Schreiben (mit Bern). Der König von Ungarn zc.habe schon zum dritten Male um einen Tag geschrieben und zuletzt anerboten, den zu bezahlen, worauf man wirklicheinen Tag auf Sonntag Mittefasten (22. März) angesetzt habe; man wisse aber noch gar nicht, was die Botschaftdes Königs anbringen und begehren werde. Wenn deren Vortrag etwas enthielte, was den beiden Städten odergemeinen Eidgenossen schaden könnte, so wolle man dem nach Kräften begegnen und dann weiter berichten.
St. A. Zürich: Acten Graubünde»,
3) Instruction für M. Jacob Werdmüller und M. Hans Jäckli als Gesandte Zürichs zu den IIIBünden in Churwalen. Nachdem man kürzlich vernommen, wie der König von Ungarn und Böhmen anstattdes Kaisers einen Tag in Chur begehrt, ivorauf Bern und Zürich an Burgermeister und Rath zu Chur geschrieben,und man seither erfahren, daß der Kaiser um Durchpaß für sein Kriegsvolk geworben, um Mailand zu überziehen,was ohne Zweifel mit geschickter Einleitung an die Bünde gelangt sei, habe man sich entschlossen, eine Botschaftan sie abzufertigen, obwohl man der Hoffnung lebe, daß sie nichts gestatten werden, was den Eidgenossen undderen Anstößern und Verwandten zum Nachtheil gereichte. Hätte die Zeit es erlaubt, so wäre auch Bern durcheine Botschaft erschienen. Weil uns nun der allmächtige Gott durch sein heiliges Wort getreulich verwarnt, unsereMißbräuche aufgedeckt und uns zur Selbsterkenntniß gebracht, so wolle uns gebühren, unser Leben nach seinemWorte zu richten und die Laster, die seiner Ehre und der Nächstenliebe widerstreiten, abzustellen, und da desKaisers Ansuchen andern christlichen Mitgliedern zum Verderben gereiche, indem es Todschlag und Blutvergießen,Hungersnoth und allerlei andere Uebel mit sich brächte, was von den Häuptern der Christenheit, von denen wirSchirm, Frieden und Recht erwarten sollten, noch weiter zu besorgen stehe, wenn wir die Warnung Gottes nichterkennen, und weil dazwischen das göttliche Wort von ihnen unterdrückt und der gemeine Feind der Christenheit,der Türke, zum Einbruch ermuthigt und die ganze Welt mit mancherlei Strafen heimgesucht werde, so stelleZürich an seine lieben Bundesgenossen das christliche ernstliche Ansinnen und Begehren, diese Sache mit allenihren Anhängen und Umständen mit treuem Herzen zu bedenken, nämlich welchem Schaden sie sich aussetzen, wennsie dem Kaiser oder dem König von Frankreich Durchpaß gewähren, daß sie aber niemand verkürzen, wenn sieihr Land „frei und beschlossen" behalten, daß sie bei aller Ehrbarkeit Lob und Ehre ernten und ihr Vaterland,sowie die Anstößer und Verwandten in gutem Frieden erhalten. Wenn jemand sie deßhalb zu bedrängen unter-stünde, so erbietet man sich, Leib und Gut zu ihnen zu setzen. — Was den Gesandten weiter begegnet, wissen siewohl zu verantworten. St. A. Zürich: A. Graudünbcn. — Rathsbuch k. lso «.