Januar 1528.
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eini ganzen gesessnen Rat zuo Glans begert, miner leer rechnig ze geben, und erforderet den pfarrer zuo Glarisund sin mithaften sampt eim ratsbotten setz uf genannte disputation für die gelerten, damit das arm voll zuofriden und cinigkcit des glonbens möchte kummen; das wurde aber also beschechen, wann eintwcder teil, so unrechterfunden, nachlassen wurde.
„So aber (weder) er noch sin mithaften nit gegenwärtig sind, so ich mich doch gefröut hett, mit inen gesprächze halten und miner leer grund anzezeigcn, will ich sust zuohörcn, ob angezeigte artikel von erwirdigen gelerten,predicanten einer loblichen statt Bern, Berchtoldo Haller, welche ich ouch zum teil gelert Hab, mit biblischer geschriftmögind umgestürzt werden; wo dem also, wellt ich von minem leeren abstan. Wo aber das nit beschicht, als ichvon gott verhoff, will ich mit miner leer wie bishar, ist es gotts will, fürfaren.
„Demnach so undcrschriben ich mich dem ersten artikel, von dem erwirdigen predicanten Bcrchdoldo fürgchalten,nämlich daß er christenlich sy(e) und in gottes wort gegründt, daß Christus das einig houpt sy(e) der christen-lichen gemeind, welche ouch allein uß dem wort gottes geboren und von dem allein ernert und enthalten werd."
St. A. Bern: Kirchl. Angelegenheiten (Nntographon).
(26. Januar). Die predigtartige Rede von B. Hallcr weglassend, geben wir nur die Vortrage der klebrigen.106) Meistern Huldrichen Zwinglis, Doctorn Johannis Ecolampadi, Doctorn WolfgangFabricij Capitonis und Martini Nutzers beschluß und erbietung.
„Fromm wys gnädig lieb Herren und brüeder. Nachdem und ir durch all artikel und schlußreden hin wolvermerkt haben, daß wir nit an allen orten alle geschrift, die zuo gegenwärtiger fach diente, harfür gezogen,sunder uns vernüegt, den Widersachern uf ire gegenwürf geantwurt haben, wiewol hie mit rechter, satter un-entwegter grnnd (sio) von Berchtolden und Franzen, üwern predicanten, gnuogsam anzeigt, ist alles zuo pnzugund mindrung des kostens, der etlichen schwer gnuog, und zuo gewün» des zytes beschechen. Sofer aber jemand,sampt oder sunders, üwere disputation mit schriftlichem usbrechen zuo widerfechtcu undcrstüendc, erbieten wir uns,mit der hilf Gottes harfür ze stau und sölich widcrfechtcr zuo bestriteu und gchandletc warheit, die so klar ufder crlichen göttlichen disputation harfür bracht ist, mit gottes wort zuo handhaben. Es soll ouch üwcr crsamwysheit nit bekümbrcn, daß wenig der hochbenempten Doctorn, die dem Bapsttum vorfechte», zuogegen', dann obsi) glych nit persönlich, sind sp doch mit irer leer, argumeutcn und gründen gegenwärtig gewesen, das alle diebekennen, die irer schriften belesen sind. Zeigen hicmit üwcr ersam wysheit an, daß sunst andre schelt und schmach-wort (als Eggen unzüchtig verschmclerung) unscrs bcdunkcns nit zno verantwurten sycn: wir söllen gern lydcn,so man uns uinb Gottes willen schwächt, sofer die warheit damit nit geschwächt, sonders gefcstnet wirt. Dannwas söllen die, so überwunden sind in iren eignen conscienzen, anders thuon weder iren schmerzen mit wybischemschelten uswcrfcn. Und harwidcrnmb, wer ist so unwys, der nit merke so uugebürliche reden nit uß vcrtruwtcm,sonders verzwifleten herzen kommen. Hierum, fromm wys Herren und brüeder, gebe üch der Gott alles siidensund trostcs waren festen gloubcn, standhafte in allem guotcn, zuonemen in einem christenlichen leben, sampt üwern»ndcrthanen und befolchnen, daß ir üwcr oberkeit also nach gottes willen bewaltcnd, daß ir sampt den üivern und>^llen gläubigen frölich mögen crschinen an dem tag, der allen gottsfründcn trostlich und frölich, aber allen gottlosenjämmerlich und forchtsam sin wirt. Damit bcfclchcn wir üch dem allmächtigen Gott. Und aber üwcr wysheitempfelchen wir alle, die uß einfaltigkeit gcirret und doch sich selbs zum höchsten gegen Gott und der zyt versnmpthaben, nach gewonlicher güete und wysheit mit inen zuo handle» und unser fürnemen zum bellen verstau undufncmen. Die gnad nnsers Herren Jesu Christi syc mit üch zuo aller zyt, Amen.
107) Abrcd Doctor Joachim von Watt, Bürgermeisters von St. Gallen,in namcn der Herren Presidenten, zuo einem beschluß.
„Erwürdig w. -c. Dicwyl sich diß christcnliche disputation zuo cnd gezogen, und nun Herren die Presidentenvon mincn g. Herren Schultheißen und Rat diser löblichen statt Bern uß dem grnud, gedachter disputation vor-zuostand, verordnet sind, daß sy schidlich der partycn halb wären, daby höchsten flyß ankerten, damit red undwiderred sanipt alles fürtraqs zuo der fach dienende, in die Acta von Herr Statische,ber und den andern ver-ordneten schribcrn nach ver.nög der gelübden, so sy gethan, verfasset und zuosamen gebracht wurden, befelchen m.rgedacht min Herren, mcnklichcm zuo eroffnen, daß sy in sölichem allen jcmer vermoglichen flyß ankert und darb.)