Januar 1528,
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weliche» er mit mir disputieren welle, will also das urtheil der geschrift von der christenlichen geineind uf ander richterwenden, welches doch der schrift ganz wider, wie in vergangnen tagen gnuogsam gehört worden ist. Darzuo hat erselbs vormals on richter zuo Baden disputiert: jetzt aber will er uns unverwcgert richter habe», darumb er wederschrift noch crempel der schrift hat. So er nun nit hie ist, und ich gegen im nüt handlen kan, bezüg ich michoffenlich vor diser geineind Gottes, daß ich urbüttig bin, dem Echen und menklichem miner leer antwurt ze geben,weiß sy ouch mit göttlicher schrift zuo erhalten, wo mir ein fryer sicher(er) platz bestimmt wirt, verhoff also, eswerdind all fromm verständig christcn erkennen, daß die fach an mir nit erwunden hat, sonder daß ich merdann ich schuldig gewäsen wäre, gethan Hab." Act« Bl. cmxix.
98) Zu VI. (23. Jan., Schlnß). (Protestation von) Paulus Beck, predieaut zuo Gißlingeu.
„Hochgelcrt ?c. ?c. Min Meinung ist nit, wider dise schlußrcden zuo fechten, dann ich sp selbs der merteil
geprediget Hab, bin aber von einem ersamen wysen Rat der statt Ulm verordnet und gesetzt in die statt Gißlingen,irer Herrschaft, und mir ernstlich von inen befolcheu, daselbs das heilig göttlich wort, uuvermischt mit menschlicherleer, rein und luter dem volk fürzuotrageu und zuo verkünden. Solichs Hab ich, nach minem vermögen, mit ganzemhöchstem flyß gethan. Nun ist aber ein pfarrer in der gemelteu statt Gißlingen, mit namen Doctor Jörg Oswald,der zum dickernmal mich, den geringsten, mit andren frommen christenlichen predicanten schmächt, ketzert (als) ver-füerisch lerer vor dem einfältigen volk usrücft und mit vil andren lestruuge» angrift, ouch dise zechen artikel zumoftern mal antastet hat, darzuo sich zuo dem dickern mal offenlich erbotten, vor den hohen schnellen und allengelertcn siner leer rechnung zuo geben in eigner Person oder schriftlich. Wyl nun jetzuud ein versamnung vilertreffenlicher gelerter mänuer hie versamuot ist, Hab ich uf solich sin hoch erbieten schriftlich uf das allerhöchst inerfordret, daß er sich hiehar uf disen fryeu platz verstiege, (so) welle ich im vor den gelerteu und vor diserchristenlichen gemeind rechnung und antwurt miner leer geben, harwiderumb ouch in siner irrthumb mit heiligerschrift wysen und leeren. Bin gänzlich der Hoffnung gewesen, er wurde sincm Höchen erbieten nach erschinen sin,Hab deßhalb sin gewartet bis uf den hüttigeu tag; aber ich sich in noch nit. Ob nun er oder jemand von sinent-wegen nut siner schrift hie wäre, der mich miner lere halber anziechen wöllt, bin ich bereit, im vor diser gemeindGottes antwurt zuo geben, will mich ouch deß hie offenlich protestiert und bezöget haben und hoff, ich Hab vorallen frommen christen, wie eini christenlichen predi(g)er gebär, gehandlet." Acta Bl. ouvn».
99) Zu IX. (24. Jan.). Gleich nach Eröffnung der These durch Halterl
(Erklärung) Jacobus Würben, Predicant zuo Bieln.
„Ersamen lieben christen. Ich bekenn hie offenlich vor diser löblichen versamlung, daß die zechen artikeloder schlußreden christenlich, in göttlicher und biblischer schrift gegründt und mit derselben erhalten und bewärt,deren mich willenklich und gern underschribcn. Hiemit will ich mich ouch protestiert haben, daß ich vor diserchristenlichen versamlung erschinen bin, miner leer, die den zechen artiklen oben gemcldt glychförmig ist, menklichemursach anzuozeigen, und insunderhcit denen, so mich in miner Herren statt von Biel» lngenprediger und gelübd-brüchig gescholten, antwurt zuo geben, wie ich mich deß zuo Bieln offenlich am canzcl, Sunntag nach Circum-cisionis, ergeben und sy har uf dise gegenwärtige Disputation geladen Hab. Derohalb, ist jemand hie von Bielnoder anderschwo har, der mich miner leer und Handlung anziechen und strafen will, und besonder diser jetzigenschlußred halb, dem will ich hie antwurt geben."
IVO) Eine ähnliche Protestation und Provoeation an gegnerische Geistliche aus den III Bünden gab MelchiorDillmann von Lucern, Pfarrer zu Jcnatz im Prättigau, von seiner Kirchhörc nach Bern abgefertigt, schriftlich ein.
St. A. Bern: Ktt'chl. Angelegenheiten.
101) Zu IX. (25. Jan.). Am Schlüssel
(Erklärung von) Meister Ambrosius Blarcr, predicant zuo Costeuz.
„Lieben frommen christcn, es haben unser gnädig Herren von Bern einen ersamen Nat zuo Eostenz schriftlichongclanget und gebetten, ctwarn uß ircn predicanten allhar uf diß ir loblich christenlich Disputation, so dann jetz>" üebung und bynach zuo glücklichem eud (Gott Hab lob) geloffen ist, zuo verordnen, welichcs mincn Herren vonEostenz inen zuo früntlichcm wolgefallcn gethan und also ein erbcre ratsbotschaft und mich, mit derselbigen har-zuokommcn, abgefertiget haben, mit keinem sondern befelch, ützit wider jemand hie zuo handlen, dann allein wo