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Januar 1528,
Gegen Ende der Disputation über diese These:
95) Pelagius Am Stein, Predicant zuo Trogen, Waltherus Klarer, pfarrer zuo Hundwyl,
all von Appenzell.
„Erwirdig zc. zc. Dieivpl der pfarrer von Appenzell (Huotcr), unser mitgnoß, sich bishar wider all schluß-reden ingelassen und die selben ze widerfcchten undernommen hat, dem gedachten pfarrer persönlich widerstand zethuond in allen artiklen der schlußredcn, war unsers großen willens gsin, und im sin vermeint gegenwürf mithällem klarem wort gottes abzeleinen oder umzestoßen. Diewyl aber unser lieb Herren und brüeder predicantendiser loblichen statt Bern sampt andern gelerten sölichs bishar gnuogsamlicher und geschicktlicher gethon, dann wirkönnen hatten, geben wir inen die eer gern und lassends gern also by demselben belibcn, mit sölichem anhang,daß wir uns hie offenlich bezüget und protestiert haben wellen, daß wir die zehen schlußredcn für cristenlich undin der gschrift gegründet glauben, halten und prediget Hand, auch mit der hilf Gottes wyter mit flyß und ernstthuon werden. In welcher bekantnuß glicher maß stat Herr Matthias Keßler, pfarrer uf Geiß in Appenzell,unser bruoder, der von im selbs wegen uß verwilligung siner kilchen hie zuogegen stat und bereit wäre, sinesgloubens und predigens rcchnung zuo geben, so jemands sölichs von im begerte. Wir möchten auch gemeinlichliden, der pfarrer (Huoter) ließe sin uuschriftlich schlecht darthuon anstan und loste und undergäbe sich dem hallenwort gottes, in welchem wir uns billich vereinbaren sollten, welichs auch der einig befelch und begeren unserHerren und obern von Appenzell ist, und die einig ursach, darumb wir hiehar gesendt sind. Der Herr verlichegnad, sin heilig, ewig und unwidersprechenlich wort, unser einig heil und trost, trüwlich und dapfer zuo verkünden,uf daß der name gottes gebrisen werde von setz und in ewigkeit, Amen." Acta Bl, eu.xvm.
Den Schluß bilden folgende zwei Erklärungen:
96) „Herr Matthias, pfarrer zu Sängen (Secngen), uf Anzug des Comenthurs zuo Küßuacht,als collatorn und lechenherren der genempten pfarr zuo Söngen, umb rechcnschaft siner leer, hat sich derselbHerr Matthis offenlich bekannt, daß er das Evangelium gcprediget Hab und alle ceremonien abgestellt, so vil immöglich. Aber des Sacraments halb habe er uß den Evangelisten Mattheo, Marco, Luca, Johanne und Pauloden buochstaben anders nit verstanden und also geprediget, wie der pfarrer von Sant Gallen: Und wie derselbbericht, also sye er auch durch Meister Uolrich und nuder bericht: benüege sich der erklärung wol. Und wie erhievor uf dem ersten haudvest gewesen, also well er setz auch by disem vest und handhaft sin, so vil im gott sinhilf verlycht, zc."
97) Conradus Som von Rotcnacker, predicant zuo Ulm.
„Frommen christenlichen lieben Herren und brüeder, ich bin nit der Meinung hie, daß ich die schlußred wider-fechten welle, sonders halt ich sy für christenlich und in göttlicher gschrift so wol gegrüudt, daß weder tüfel nochmenschen etwas darwider vermögend. Darzuo Hab ich dicselbigen einer christenlichen gemeind zuo Ulm gepredigetund insonderheit die vierte schlußred, (so) inhaltet vom Nachtmal des Herren, gelert, nämlich daß der lyb unddas bluot Christi im brot und wyn nit wesenlich empfangen werde. Uf sölich min leer hat mich Doctor HansEck zuo Jngolstatt, der wytberüempt fyend aller dero, die das Evangelium Christi trüwlich verkündend, uf dasschmächlichest antastet und ein lasterbüechli wider mich im truck lassen usgan, darumb (?) er mich diser leer halbein gottslesterer und ketzer schiltet: ja er überschütt mich vor aller welt mit so vil unwarhaftigen schmachworten,daß ich acht, sin schryben hette uf zwei blettli mögen begriffen werden, wo er die lesterwort harus- gelassen Helte.Dercnhalben ich im zuogeschribcn, in uf das höchst und by christenlicher Pflicht erfordert Hab, daß er sich hieharverfüege, da welle ich im miner leer rechnung und antwurt geben: bin ouch der Hoffnung gewesen, er wurdecrschynen, so doch der platz sicher und gmein ist, und kein biderman anders sagen kann, dann daß die Disputation(lut miner gnädigen Herren von Bern usschrybens) ganz nnpartyesch gehalten wirt. Aber mir ist sin eigne Hand-gschrift hiehar geschickt worden, darin er sich widert Harzekommen: laßt sich hören, als ob im die zyt ze kurzangesetzt sye, er könne nit fliegen: und sind aber setz schier dry wachen verschinen, daß im min brief überantwurtist worden, darumb er wol angeflogen hett mögen Harkomen. Aber es hat in min lieber Herr und bruoder, MeisterUolrich, laug darvor uf die Disputation erfordert, deßhalbeu er sich der zyt halb nit beklagen mag. Darnachschändet er in sinem brief die christenliche Disputation, schiltet sy ketzerisch und schtächt mir vil richter für, vor