Januar 1528.
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Handlung (der andern Orte) widerstünde und Bern nicht derart schmähen ließe, wie es seht durch den in ganzDeutschland verbreiteten Druck der von Lucern ausgegangenen Missive geschehen sei, Deßhalb könne und wollemau derzeit auf so vielerlei Artikel keine vollkommene Antwort geben, auch den Mahnbrief nicht zurücknehmen,bis man lautern und unbedingten Bescheid erhalte: 1, Ob Freibnrg das Burgrecht gemäß dem Buchstaben, ohnealle Einschränkungen und Vorbehalte des alten Herkommens wegen, worein es auch den Glauben ziehen wolle,zu halten gedenke? 2. Ob es unzweideutig zusagen wolle, künftig nicht mehr an Orten zu tagen („sitzen"), wowider der Berner Seele, Ehre, Leib, Gut, Lande und Leute gerathschlagt und gehandelt werde, besonders desGlaubens halb, und dem Burgrecht und dem Mahnbrief entsprechend zu solchen Händeln nicht mehr mitzuwirkenund einzuwilligen? — Wenn eine solche Zusage und Verheißung in genügsamer Form geschehe, so werde man mitschriftlicher Antwort begegnen und alles thun, was die alte brüderliche Freundschaft vermöge, in der Hoffnung, daßsich Freiburg damit wie billig begnüge, und der hievor erweckte Unwille mit Gottes Hülfe gänzlich ausgelöscht werde.
Obige Antwort findet sich gedruckt bei S türler, Urkunden w. 234—236. Vgl. id. 73, 74.
Wir geben die erwähnte Instruction (die bei Stürler fehlt) soweit nöthig im Wortlaut:
Einleitung: Gruß rc. Recapitulation der Vorwürfe und Forderungen Berns.
„Getrüwen lieben Mitbürger und Brücder. Des ersten so ist unser brüedcrlich bitt und beger, (daß) ir unsnit zuo argem messen, daß wir üch mit langsamer antwurt begegnet sind, daß (l. dann) solichs uß dheinem argennoch gefarlikeit beschickst; dann von wegen der heiligen zyt, ouch daß der Handel nit wenig ertreit, und etlichunser Räten nit anheimsch, und uß gnoter zuoversicht, üwer brüedcrlich fründschaft und liebe wurd dcß deHeinbeduren haben.
„Wyler, g. l. M. u. B., um das beduren, so ir ab der missiv Hand, so üch von Lucern in namen der achtOrten zuogeschickt, ist nit an(e), wir haben uf schriben unser lieben Eidgnossen von Lucern unfern Kotten mitvollem gwalt abgefertiget, mit den übrigen Orten zuo handle»; wir können aber nit erkennen, daß gemelte missivso tratzlichen sig angesechen, als ir sy zuo herzen fassen, dann allein in aller fründlicher trüwlicher und brüederlicherWarnung und ermanung, üch, den üwern und uns allen zuo fridcn, ruow und einiglest, darzuo dheins wegswider unsre burgrecht noch bünd, sonders dcnselbigen zuo kräftigung; dann als wir luter vermeinen und dasburgrccht verstanden, so gibt es luter dar, daß wir by alter gcwonheit und harkommcn bcliben sollen und darzuoeinandren helfen handhaben, schützen und schirmen, ist das an uns bishar nit erwnnden noch fürhin beschechensoll; dann sonders, so wir etlich zwyträcht von wegen des alt harkommcn gelonbens undcr üch befunden Hand,sind wir mit andern üwern und unfern Eidgnossen botschaftcn by üch gesin, üch güetlich, stündlich, brüedcrlichund mit allen trüwen ankert, by üwerm alt harkonnnenden gelouben zuo bliben ennant. Ist von üch geantwurt,ir sigen noch im alten wesen bis zuo der zyt bcliben, es sig mit der kilchenzierd, mit den sacramentcn und anderm,davon (darum?) ir billichen unersuocht füllten bcliben, das sidhar in guoter zuoversicht also bcliben ist. Und sowir aber nun sechen, daß in den schlußreden üwer disputation solichs alles soll abgethan werden, will unsbedrucken, daß unsere burgrecht darwider sigen, die luter hingeben (sich wie obgemelt ist, by alter Harkomen undgewonheit zuo bcliben. Und so wir üch vormals in üwer Statt crsuocht, by solichen zuo bcliben, das aber mithat mögen erschießen, und (so) wir witer mit andern Eidgnossen gehandlot, unser alt harkommcn zuo handhaben,vertruwen wir dheins wegs wider das burgrecht noch cidspflicht gethan haben; dann wir dhein loblicher gewonheitnoch besser alt harkommcn müssen, dann unser alter christenlicher geloub, und so ir vermeinen, unser Vorder«haben in iren bnrgrecksten sich dheins gelonbens erlütert, sonders allein, was lyb und guot antreffe, vermeinenund achten wir ganz das widerspil; dann st das zytlich nit sovil geackst haben, als leider wir jetzmalen all zuodiser zyt thuond, und an(e) zwyfel haben sy den sprnch des Evangelii in gedächtnuß gehebt, so da sagt: Suochen(t)voran das rych Gottes, so würt üch das übrig alles nndcrthänig. Und daß solichs war sig, ist uß dem wol zuoverstau, so unser bnrgrecht den Helgen vatter den Bapst und das heilig Rych, als (die) zwei Höupter derEhristenheit, vorbehält, ist von dheins Verstands wegen noch pündtnnß, dann allein von gchorsamkeit und gelonbenswegen beschechen. Ob aber üwer disputation schlußreden nit wider den Bapst oder (den) Stuol von Rom sigen,