121U
December 1527.
1527, 27. December (Joh. Evang. rrviij). Bern an Freiburg (resp. Solothurn). „Den frommen ze. :c.Als dann uns von üch und andern üwern (und) unfern lieben Eidgnossen von den siben Orten ab gehaltnem tagzuo Lucern ein beschwerlich missive, unser fürgenommen disputatz bernerend, fürkommen, und wir die nit ancbeherzigung verstanden, sind wir zuo rettung und bewarung unser eeren und unserer merklicher notdurft nachbewegt worden, zuo üch, unfern besondern lieben Mitbürgern, unser treffenlich botschaft ze schicken, die ir der langenach sampt allen: Handel vermerkt haben, und darumb (daß) ir uns mit gnuogsamer antwurt nit haben begegnenwellen, vermanen wir üch hiemit in kraft des Burgrechten und so hoch wir üch ze ermanen haben, daß ir vonsölichem üwerm fürnemen standint und denen, so ir üch wider uns und nnsern ratschlag der disputation zuogeeint, ,hinfür wider uns dheinen bystand, hilf noch rat bewysend, als ir das eidspflichten halb ze thuond schuldig undverbunden sind"...
Abgedruckt bei Stürler, Urkunden .'c, I. 224. Voraus geht die im Text verarbeitete Instruction (p.222,223).
St. A. Bern: A. Kirchs. Angelegenheiten (Siegel weg). Teutsch Missiven 314 d.
Zu II. 1) Das Freiburgcr Rathsbuch erwähnt nur den Vortrag und notirt unter dem 29. December, daßeine Berathung darüber stattgefunden. Vgl. Nr. 498, N. 4.
2) 1527, 31. December (Neujahrs Abend). Bern (Näthe und Burger) an Freiburg. Necapitulation derletzten Erklärungen, mit dem Ausdruck des Befremdens über die der diesseitigen Botschaft ertheilte ungenügendeAntwort und den genommenen Aufschub. (Wir) „hellen wol vermeint, es helle deß nüt dürfen, sonders wärenddes burgrechten und vermög desselben wol vorhin erinnert, daß ir des nidersitzens über die artikel, so üch für-getragen sind, und wir (des) Widerwillens ge(ge)n üch entbrosten wären; so aber je das nit gsin mögen, unduns daneben durch üwer schriben fürkompt, daß ir etwas verdruß habend ab dem, daß wir den üwern und unfernzuo Granson und Eschallens unfern ratslag der disputation zuogesandt und die curaten, gelerten und predicantcnan den enden uf unser disputatz berüeft haben, ab welichem wir nemen mögen, weß gemüets ir gegen uns sind,so wir doch als vil als ir an den orten ze gebieten und unfern ratslag fürgenomner disputation so wyt usgesprellhaben, daß er nit allein üch, den üwern und unfern, sonders ouch allen üwern und unfern Eidgnossen undPundsgnossen und gar nach aller tütscher Nation guoter christlicher Meinung zuokomen ist, deßhalb wir wolverhoffet, (daß) ir üch nit so tratzlich wider uns merken lassen, besonders in den Herrschaften, so wir mit üchgemein haben, und da als vil und villicht mer dann ir ze gebieten und verwalten haben; so aber je nit andersgsin mag, dann daß ir üch so vil gewalts annemen, daß ir mt allein denen, so ane alles mittel üwer verwaltigungunderworfen sind, nit bewilligen wellend, zuo uns uf angesatzte disputatz ze komm, sonders ouch denen, so »nsglycher wys als üch und mer verwandt und gehörig sind, das nit gestatten wellen, als das üwer missive zuogibt,will uns eeren und weltlicher oberer regierung halb nit gebüren, üch sölichs nachzelassen, sonders üch ze ermanen,all die so zuo uns ze kommen beging sind, nit ze hindren, fürnemlich die so als wol uns als üch zuogehörigund underthan sind, so wir doch niemands bezwingen wellend, uns des gloubens halb anzehangen. Wo aber jedas nit statt haben möcht, wurden wir geursachet, die Herrschafte», so wir mit üch gemein haben, mit üch ze teilen,damit wir hinfür von üch nnbekümbert belibcn. — Wyter, lieben Mitbürger, so ir hievor uns wider billichs undwyter dann üch gezimpt und das Burgrecht vermag, ersuocht und understanden, mit andern Orten für unsergemeinden ze riten und die ufrüerig wider uns ze machen, ouch diser zyt üch abermals merken lassen und mitandern begärt, wo wir von fürgenomner disputatz nit abstan, alldann unser ämpter zuo uns ze beruofen tt.;darzuo so habend ir üwern boten gan Lucern verordnet und verriten lassen, über daß wir (üch zuo) guote(r) llsischriftlich ermant, in bis uf nnser(er) botten zuo üch zuokunft ze enthalte», das nun nit beschcchen. Uß masgrund ir das gethan, mögen wir wol ermessen, und uf sölichs haben wir uns hüt vereint und gänzlich entflossen,sidmal ir uns dheiu vollkommen endlich antwurt geben wellen, ob ir das Burgrccht halten und nit also üchwider uns stellen und mit andern Eidgnossen uns Hinterrucks und zuowider tagen, darüber ir ouch unfern offnenmanbrief behalten haben, und uns in oberzelten stucken allweg widerwärtig sin wellend, daß wir sölichs hinfürnit liden noch gedulden, sonders siner zyt beide, das Burgrecht, so wir mit üch allein, und demnach das, so wirmit üch und mit der statt Solothurn haben, als wyt es üch berüert, abkünden werden. Hienach wüßt üch in diestich ze schicken und uf diß unser schriben mit volkumner antwurt ze begegnen."
Vollständig abgedruckt bei Stürler, Urkunden Ze. I. 232. St. A. B-r„: Teutsch Mtssto-n «.»270-029.