Druckschrift 
4,1,a (1873) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1521 bis 1528
Entstehung
Seite
1198
Einzelbild herunterladen
 

1198

November 1527,

3) 1527, 28. November (Donstag nach Katharina). Zürich an die Boten der zwölf Orte in Baden. 1. Anzeigedes Empfangs ihres Schreibens. Da selbiges etwas scharf gehalten sei, so gebühre es Zürich, zu besserer Unter-richtung über diesen Gegenstand Folgendes zu eröffnen: Diebold von Hohen-Geroldseck sei vor einiger Zeit indein Einsiedlerhof eingekehrt und dann vor den Rath gekommen mit der Erklärung, er sitze in dem Seinigen,da ersich des Gotteshauses nieverzigen" habe", und erbiete sich gegen den jetzigen Abt und Jedermann, der etwaszu fordern hätte, zum Recht in Zürich; hienach habe dieses geglaubt, nach göttlichem Recht und aller Billigkeit schuldigzu sein, ihm zum Recht zu verhelfen, med wenn der Abt Blarer oder sonst Jemand es in gleicher Gestalt begehrthätte, so wäre es ohne Verzug auf eine solche Verhandlung eingetreten; deßwegen habe es keineswegs einen Spanmit Schwyz gesucht und trage es auch keinen Unwillen gegen dasselbe, und ebenso dürfe es den wiederholtgeäußerten Vorwurf ablehnen, daß es für den von Geroldscck Partei ergriffen habe; wenn aber die Eidgenossenvermeinten, daß Zürich hierin sich gegen die Bünde vergangen habe, und es dessen überweisen könnten, so werdees sich ihrem Spruche fügen, da es allezeit begehrt habe, seinen Pflichten getreulich nachzukommen; damit nunaber der Handel erledigt und eine mühsame Rechtfertigung vermieden werde, stelle es nochmals die dringendeBitte, daß die Umstände und Dienste des von Geroldseck genau erwogen werden, und daß ihm eine geziemendejährlicheProvision" entweder in Zürich oder anderswo angewiesen, und er nicht so zurückgesetzt und verstoßenwerden möchte. Wären die Boten zu einem solchen Vergleich nicht bevollmächtigt, so mögen sie doch diesen Vor-schlag zu Hanse bestens empfehlen, damit auf nächstem Tage die Sache gütlich beseitigt werden könnte. 2. Die2(>vi) fl. Strafgeld werde der Seckelmeister noch heute gegen gebührliche Quittung dem Landvogt in Baden zuHänden stellen. St. A. Zim-h - Miisiven.

Das bezügliche Begleitschreiben an die Boten ist nicht von Belang.

4) 1527, 28. November (Donstag vor Andreä), Zürich, Rathsbeschluß: Da der Handel zwischen demAbt von Einsiedeln und dem Herrn von Geroldseck sich in die Länge zieht, und bereits viele Kosten daraufgegangen, so ist dem Letzteren zu sagen:Sofer man sinetwegen witer müeßte güetlich oder rechtlich handlen, daßer luoge und das gelt darthüege, dergestalt daß maus im seckel Hab; dann man well im deßhalb nit alsogemeiner statt guot ze hilf kommen." Rathsbuch k. »7 >>.

Zu I. 1) Dem Schaffhauser Abschied ist ein Verzeichniß der Personen beigelegt, die wegen Hans GalliciansWitwe an Basel geschrieben haben.

2) 1527, 2. Decembcr. Basel an Zürich. Der Bote ab dem letzten Tag in Baden habe gemeldet, wieZürich und andere Orte in dem Handel mit Hans Gallicians Witwe gar guten Willen bezeigt haben, wofürman sich größlich bedanke. Da nun die Sache weit ausgreife, indem die Edelleute, die sich derselben beladen,auf ihrem Vornehmen beharren wollen, so gebühre sich, mit andern Eidgenossen zu berathschlagen, wie man solchemhochmüthigem Trotz begegnen könnte, da dergleichen bald auch für die Eidgenossenschaft Nachtheil bringen könnte.Deßhalb bitte man Zürich, einen nahen Tag auszuschreiben und umgehend die gefaßten Beschlüsse kundzugeben ?c.

K. A. Basel: Missiv-n l. 15« b.

Zu n. 1) 1527, 21. November. Bern an General Morelet. Erinnerung an die dem König geleistetenDienste. Da nun aber seit fünf Jahren die versprochenen Zahlungen rückständig seien, so könnte daraus einUnwille erwachsen, der den Interessen der Krone schädlich wäre, und vielleicht die Abberufung der in ihrem Dienstestehenden Leute veranlassen. Man bitte und ermahne daher den General, ohne Aufschub für die Entrichtung derPensionen besorgt zu sein, ?c. zc. S«.A. B-m: Welsch MWvc» ir. 4 ?l>.

2) In diese Zeit mag die nachstehende Beschwerdeschrift der eidg. Hauptleute zu setzen sein. Wir geben siein gedrängtem Auszug:

1. In dem mailändischen Feldzug des I. 1524, wo ein Abzug von Mailand nach Biagrassa stattgefunden,und wo der Herr von Montmorency und General Morelet oberste Führer der Eidgenossen gewesen, sei etlichenderselben etwas Sold versprochen, allein noch nie bezahlt worden; diesen bitten nun die betreffenden Hauptleutefür sich und ihre Knechte zu bezahlen nach dem Erkenntniß gemeiner Eidgenossen; dazu glauben sie auch denMaisold nicht empfangen zu haben.