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November 1527,
2) „lieber dise nachfolgend Schlußreden wellend wir Franciscus Kolb und Berchtoldus Haller, beidpredicanten zuo Bern, sampt andren, die das Evangelium verjechend, einem jeden mit Gott antwurt und berichtgeben uß heiliger biblischer gschrift, nüws und alts Testaments, uf angesetzrein tag zuo Bern, Sonnentag nachCircumcisionis im jar N.V.XXVIII.
I. Die heilig,christenlich Kilch, deren einig houpt Christus, ist uß dem wort Gottes geboren; im selbenbelybt sy und hört nit die stimm eines frömbden.
II. Die Kilch Christi machet nit gesatz und bott on Gottes wort. Deßhalb all menschensatzungen, so mannempt der Kstchen bott, uns nit wyter bindend, dann sy in göttlichem wort gegründt und (ge)botten sind.
III. Christus ist unser einige wysheit, gerechtigkeit, erlösung und bczalung für aller welt sünd. Deßhalbein andern verdienst der säligkeit und gnuog thuon für die sünd bekennen, ist Christum verlougnen.
IV. Daß der lyb und das bluot Christi wesenlich und liblich in dem brot der danksagung empfangen werd,mag mit biblischer geschrift nit bybracht werden.
V. Die Meß, (so) jetz im bruch, darin man Christum Gott dem vatter für die sünd der lebendigen undtodten ufopfere, ist der geschrift widrig, dem aller Heiligosten opfer, lyden und sterben Christi ein lesterung undmnb der mißbrüchen willen ein grüwel vor Gott.
VI. Wie Christus ist allein für uns gestorben, also soll er ein einiger mittler und fürsprech zwüschen Gottdem vatter und uns glöubigen angerüeft werden. Deßhalb all ander mittler und fürsprechen usserthalb disem zzstanzerüefen, von uns on grund der gschrift, ufgeworfen.
VII. Daß nach disem zyt kein Fegfür in der gschrift erfunden wirt. Deßhalb all todten dienst, als vigil,seelmeß, seelgrett, sibend, dryßgost, jarzyt, amplen, kerzen und derglychen vergeblich sind.
VIII. Bilder machen zuo vereerung ist wider Gottes wort, nüws und alts Testaments. Deßhalb, wo sy ingefar der vereerung fürgestellt, abzethuond syend.
IX. Die heilig Ee ist keinem stand verbotten in der geschrift, sunder huory und unküschheit zuo vermydenallen ständen (ge)botten.
X. Diewyl ein offcnlicher huorer nach der gschrift im waren bann, so folget, daß unküschheit und huoryder ärgernuß halb keinem stand schädlicher (sye) dann priesterlichem.
Alles Gott und sinem heiligen wort zuo eeren."
St. A. Bern: Kirchliche Angelegenheiten. — Teutsch Missiven H. 299, 300 a.
Abdrücke sind bei Stürler, in den „Acten" der Disputation, bei Herminjard (französisch), undanderwärts.
3) 1527, 17. November. Bern an Zürich (und alle übrigen Orte ?c.). „Unser w. ?c. Wir überschicken üchhiemit den Ratschlag der Disputation, so wir angesechen haben in unser statt Bern ze halten, früntlichen undtrungenlichen (bittende?), (daß) ir denUiwern gelerten und besonders den seelsorgern und predicanten fürhaltenwellend, und sölichs uns nit zuo argem messen, dann (es) fürwar früntlicher christenlicher trüw und Meinungbeschechcn ist. Ir wellend ouch daby dieselben gelerten, wo üch das nmnüetig ist, anhalten und vermögen, sich ufdas gespräch in irem kosten ze verfliegen, und wo einicher wäre, der sich des geleits, so in dem büechly gemeldet,nit getrösten noch daruf lassen wellt, mag (er) uns umb volkomners ankeren, werden wir dem und den selbendas gnuogsamlich und formklicher zuoschicken. Deßglichen so langt an üch unser früntlich pitt, (daß) ir glichergestalt ouch thuon wellend und allen Personen, geistlichen und weltlichen, frömbden und heimschen, so sich uf dieDisputatz verstiegen wellten, niemands usgenomen, fryen und sichern durch und Hinzug durch üwer land undgebiet nachlassen und vergönnen, und also menklichem fry sicher geleit gäbind zuo und von uns an alle beleidigung,wellicher party sy doch anhengig, und damit wir und die, so deß notdürftig sind, gesichert (syen), begeren wirdeß üwers schriftliches zuosagcns by disem potten, damit niemands gleits halb ursach Hab, sich ze üssern undußzebliben". . . St. A. Bern: Teutsch Missiven q. soi d. — St. A. Zürich: A. R-ligionssachen. — K. A. Fretburg: A. Bern.
Das deutsche Concept der an die Bischöfe erlassenen Einladung haben die Teutschen Missiven, (j. b.Herminjard übergeht diesen Act.
4) 1527, 19. November, Bern. Bertold Haller an-Zwingli: Ueber die Anstalten zur Disputation.
St. A.Zürich: Zwingli-Schriften (Original). — Abdruck in Zwingws Werken, eck. Schuler und Schultheß, VIII. IIS—119.