1144
August 1527,
„Ouch haben unser Voreltern, so sy glychwol zuo kriegshandlungen kamen sind, eerlich und rechtmäßig krieggefüert, damit sy die bösen frid zerstört haben; by disen unfern gefarlichen ziten (wird hingegen) krieg geüebt,dardurch guoter frid und einigkeit zerrütt werden möcht.
„Die vermelten unser vordren haben by iren ziten den muotwilligen unadenlichen adel, mit allem übermuot,tyranny, junkfrowschwechung und allen lästern besteckt, getempt, gestraft und vertriben; aber by unseren ziten werdennüwe müessiggcnger, mit allen lästern umbgeben, gepflanzt, gezogen, geuffet und erhalten.
„Die furgesetzten der kriegen und gmeins nutzes habend by unser vorelteren ziteN je und allweg ir ruow,frid und stille der gemein nach all irem vermögen bedacht; aber by disen unseren ziten wirt der gmein arm manumb kleins schnöds gelts willen uß sinem fridsamen vatterland, von siner arbeit, sinen wib und linden in frömbdeland gezöchnet (gelockt) und zuo tod geschlachen, damit ouch unzalich witwen und weisen gemacht; die fürgesetztennemend das gelt bim Hufen, komm davon und werden nütdestminder für Herren und fürgesetzt lüt gehalten. Wodiß dem gmeinen man ingebildet werden söllt, mag ein jeder verständiger gedenken, zuo was gefar das reichen möcht.
„Unser Voreltern sind ouch durch ir einhelligkeit von kleinen dingen mit der gnad des allmächtigen zuo großendingen ufgewachsen, sich in ruow, friden, fryheit, schirm und rechten erhalten. Wohin uns aber das widerspil,wann wir unser leben und wesen, ouch all unser thuon und lassen gegen gott, mit ufung und sürdrung sinsheiligen worts, ouch usserlicher und mentschlicher ordnung und satzung halb nit andren noch besseren, bringenwerd, haben ir unser lieb Eidgnossen, als liebhaber der warheit, wol zuo bedenken.
„Uß solichem und andrem, so uns ouch bishar vilfaltiglich begegnet ist, haben wir uns nit mögen enthalten,mit üch von disen dingen ze reden und handlen, und als ouch unser trüw lieb Eidgnossen von Bern vergangnertagen einen tag gen Baden, uns allen und gemeiner unser Eidgnoschaft zuo gnotem verstand, beschriben, undwiewol wir deß sonder fröid empfangen und unser botschaft dahin verordnet hellend (sie), so ist doch der minderteil unser Eidgnossen damals da erschwert und nüts fruchtbärs gehandlet worden, und wiewol wir daneben in vilander weg von unfern lieben Eidgnossen von den siben Orten Unwillen abnemen mögen, das uns leid ist, wirinen ouch deß kein ursach geben, so begeren wir doch nütdesterminder ir aller und gmeiner unser Eidgnoschaftheil an seel, eer, lib und guot, das zügen wir uns an gott.
„Wa wir uns aber keins andren und bessern, dann wir ein zithar gespürt haben, by inen versehen, als wirdoch nit hoffend, so möchte unser Notdurft mit der zit ouch erforderen, uns mit eeren und fuogen by disen gefar-lichen ziten guok fründ und nachpuren ze machen, das wir üch an statt üwer Herren und obern, ünsern trüwenlieben Eidgnossen, zuo denen wir ein sonder hoch vertruwcn tragen, nit haben wollen verhalten, sy umb ir hilf,rat und bystand in allem, so uns allen und gmeiner unser Eidgnoschaft zuo eeren und beständigkeit reicht, hiemitfrüntlich und flißig bittende. Actum Mittwoch nach Lorenzii Anno rrvij."
St. A. Zürich: Abschiede Bd. 0, k. Sgl. — St. A. Bern: Abschiede SS7—2gl. — K. A. Basel: Abschiede. — K. A. Schafshausen: Abschiede.
47R
Ireiömg. 1527, 12. August.
Staatsarchiv Bern: Allgemeine eidgenössische Abschiede 251.
Gesandte: Bern. Lienhard Hübschi, Seckelmeister; Urban Baumgarter.
Der Streit zwischen dem Comnnssar (zu Grandson) und dem dortigen Gotteshans Karthäuser Ordens,zwei Maß Oelzins ab einem gewissen Gute betreffend, wird dahin entschieden, daß dieses Gut, als von einemHerrn von Grandson vergabt, dem Gotteshaus bleiben und den beiden Städten kein Oel zinsen solle, t» Dadie von Grandson, ans einen Brief vom Juli 1420 gestützt, begehren, daß nicht sie den Spitalmeister besolden(„versehen") müsse», so wird dieser Brief (für einmal) bestätigt, jedoch verfügt, daß der von ihnen zu setzende