Druckschrift 
4,1,a (1873) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1521 bis 1528
Entstehung
Seite
1143
Einzelbild herunterladen
 

August 1527,

1143

13. „Zuo dcm haben wir uns hicmit vorbehalte», ob etlich ander stett, landschaften und commun, unser jedesnachpuren oder anstößer, sich mit uns und wir mit inen, diser widertöufer und irer bösen, lasterlichen und ufrüe-rigen Verhandlung halb, glycher gstalt inlasscn, vereinen und vertragen wellten, daß wir das zuo jeder zyt wolthuon mögen, damit ir bös fürnemen bester fuoglicher abgestellt werde, doch jctz und hinfüro unser» pünden, sowir mit unser» lieben Eidgnossen haben, in allweg unvergriffenlich und ganz unschädlich.

III. „Und soll ein jeder bot sölichs unvcrgriffenlicher gstalt an syne Herren und ober» langen lassen, dnrinncze meren und mindern oder ganz davon abzestand, wie das inen füegt und eben ist.; sunderlich sollen sy von denpenfällen reden und ratschlagen, wie hoch die bestimpt werden, wie jeder bott wol weiß.

„Demnach soll man uf unser lieben Frowen tag Nativitatis nächstküuftig widerum alhie in der statt Züricherschinen und syner Herren und ober» willen und gmüet hierin anzöigcn."

St. A. Zürich: A. Wiedertäufer. — St. A. Bern: Allg. eidg. Abschiede 243 f. Eine neuere Copie in Evcmg. Absch.

Einen vollständigen Abdruck hat Stürlcr iu den Urkunden I. 311—318. Vgl. Nr. 480.

Zu I». Es liegt nur die Erklärung (resp. Instruction) der zürcherischen Botschaft vor:

„Was usserhalb der beschribnen tagsatzung an unser lieb Eidgnossen von Bern, Basel, Schaffhusen, Appenzellund Sant Gallen langen soll, folgt hernach.

„Wiewol ir unser lieb Eidgnossen diser fachen halb nit beschribcn, hat sich doch hiezwischend und dembestimpten tag (leider) etwas beschwärlichs zuogetragen, dardurch wir verursacht werden, achten mich, wir sycndas nit allein nach vermög unserer pündten, sonder uß dem geheiß goties und brüederlicher trüw und lieb ein-ander!! ze thuon schuldig, wären ouch vorlangst willig und beging gewesen, sölhs unfern lieben Eidgnossen, sondersvon den siben Orten, anzezögen und st) vor allem dcm, das inen und uns allen, ouch gmciner unser Eidgnoschaftzuo unrat und schaden hette reichen mögen, zuo vcrwaren; so haben sy (aber), wie osfcnlich am tag ligt, unsererHandlung, thuon und lasscns ein sondern mißfal, darumb unser guotwillige und trüwe Warnung zuo wenig frucht-barkeit, sonder vil mer zuo Unwillen hette mögen dienen.

„So wir ouch scchen den gegcnwirtigen schaden, der uns billich zuo herzen gat, so wölten wir je gern mitder gnad des allmächtigen inen und uns allen, und gmciner unser Eidgnoschaft noch merem schaden und Nachteilvorsin.

„Und nachdem uns nit zwifelt, üwer Herren und obern, ouch ir für üwer Personen, lassen üch disc infällund fachen nit minder dann uns zuo herzen gau, sind wir bewegt, mit üch von disen dingen red ze halte», obdoch uf Mittelweg gedacht und gehnndlet, damit ein einhclligkeit, trüw und lieb in unser Eidgnoschaft gepflanztund bestendiglich erhalten werden möcht.

„Dann wir leider täglich sächen, wahin uns der eigen nutz und frömbd guot füert und ivas darus folgt;wann ob wir glichwol den geschichten^so gott durch sin wort im alten Testament mit Mosen und andren geivürkt,ouch im uüwen uns zuo lcr und nnderricht geben und hindcr im verlassen hat, nit globen wölten, so haben wirdoch nß erfarung der vergangnen geschichten von den wcltwisen ouch der uuglöubigcn Völker, (so vil?) daß wirdoch denselben (so uns glichwol das wort gottes verhaßt wäre, als es dann by etlichen warlichen verhaßt ist)globen und unser üsserlich regiment und wesen darnach richten sölltcn.

„So wir dann auch daneben unserer vorcltren wesen, leben, narung, Handlung und als (l. alles) ir thuon undlassen gegen dein unfern bedenken und crwcgen, erfinden wir, daß sy sich der narung irs lands begangen undbetragen mit essen, trinken, bekteidnng und andrem, zimlich und mäßig gehalten und sich dcß wol benüegt haben.Dagegen werden unsere jetzige brüch und sitten gehalten und daby wargcnomen, wie (wenig) glychmäßig sy denbrächen und sitten unserer Voreltern syen.

„Unser Voreltern haben sich frömbder Herren nüt nmb gelt und irs eignen Vorteils und genieß, sonder umbder gerechtigkeit willen beladen und angcnomen, und damit je und allweg gcrechtigkcit mit der gnad gottesbeschirmbt und erhalten; ivic (aber) by nnsern ziten eigner nutz uns eigen macht, uns ouch zuo schimpf, spott,Verachtung, verkleinung und verlusl der eeren, libs, fryheit, land und lüt bringt, wirt leider täglich wol erfarcn.Gott wöll uns in sölhcn gefarlicheiten begnaden.