August 1527, 1141
samcntlich an offner gewonlichcr statt das Gottswort von den gemein erwelten predicanten, die das wort nachrechtem christenlichem verstand verkündigen und leren, hören fülle, und haben damit ein eigne abgesündrete Ver-sammlung, rotticrung und sect ufgeworfcn, alles zuo Nachteil, ergernuß und vertruckung gemeiner christcnlicherVersammlung und gemeins christenlichen stands.
2. „Item, au etlichen enden nnsrer landschaft und gebieten haben, under dem schyn des wort Gottes undchristcnlicher und ordenlicher liebe, etliche, die glychwol in eelichen rechtmeßigen banden der ee verpflicht gewesensind, andre wibsbilder in gestalt und form einer geistlichen ee sich zuosamen versprochen, ring und kleinot dervermächlung cinandren gegeben, darus dann unverschampte und ärgerliche laster des ecbruchs kommen und gefolgtsind, ouch in vil ander weg sy under dem schyn des guoten mit cefrowen und junkfrowcn unzimliche Handlungfürnemen und bruchen,
3. „Item, sy vermessen ouch ane schäm und forcht Gottes und aller erberkeit sich zuo berüemcn, daß inenGott durch syn geheiß und den geist grusamliche laster, als todschlag, ouch an iren natürlichen brüedern, undandre übel ze began, eröffnet und fürgebildet Hab, wie dann sölichs ouch mit der that bcschächen ist.
4. „Jtein, sy haben sich ouch vergangner zytcn an etlichen enden unser stett und landschaft »»der dem schyngöttlicher ordnung und Wunderwerk erzöigt, als ob sy verzuckt und tod wären, und göttliche Heimlichkeit undoffenbarung im geist gesechcn hätten,
5. „Item, sy understaud durch iren mißbruch göttlicher gschrift zuo erhalten, daß der tüfest begnadet undselig werden soll. Etliche under inen halten und glouben ouch, diewyl Paulus zun Römern anzöige, daß denen,so in Christo syen, nützit usserlichs schad syn mög, us solchem gruud gezime ine», one alle sündrung und undcr-scheid, nach irem anmuot und tust ze faren und handlen, wie sy ir lichtfertig und unwüssend gcmüct füere, darumsy dann in gegcnwürtigkeit der erbarkeit und menklichs ze schweren und nndrc crgerliche laster zuo vollbringen nitbergen noch schämen, sunder sich damit berücmen, daß inen sölichs gegen Gott unnachteilig und unschädlich syeund syn söll,
6. „Item, wicwol sy nit alle das usserlich Wasserzeichen des widertoufS gebruchcn, so sind sy doch mit andernzeichen und brandmalen verzeichnet und beschruwen, nämlich: daß keiner tegen tragen, noch syn usständig schuldenmit recht und gericht inbringcn söll; sy halten und sagen ouch, daß kein christ von dem andern, so er änderstein christ syn well, kein zins noch gült und cinicherlei chouptguot ivcdcr geben noch »einen söll; daß ouch allezytlichen güeter fry und gemein, und jeder vollkomne eigenschaft dnrzuo haben mög, wie wir dann eigentlichenbericht sind, daß sy sölichs in ansang irer sclbs ufgeworfnen bruoderschaft vilfcltiglich angezogen und die armeneinfaltigen inen anzehangen damit bewegt haben; sölichs alles und vil mer, so wir hie um der kürze willen undcr-lasscn, haben sy under dem schyn des fridens, ouch brüederlicher trüw und lieb getan, ir buobcry, muotwilligund ufrüerig wesen damit zuo beschönen und vertecken,
7. „Item, sy halten und leren ane alles entsitzcn, vermessen sich ouch mit heiliger gschrift zuo erhalten, daßkein christ kein obrer syn mög, und wie wol kein oberkeit one die Pflicht und das band des eidcs erhalten werdennoch bestand haben mag, so leren und halten sy doch one alle sündrung und undcrscheid, daß kein christ kein cid(ouch der oberkeit) und sunst niemands thuon noch schweren sölle, alles zuo schwach und vertruckung christcnlicherund ordeulicher oberkeit, aller erbarkeit, brüederlicher lieb und gemeines fridens.
11. 1. „Diewyl wir dann, wie oben nnzöigt, bericht sind, daß der kindcrtouf durch die allgemeinen worl:„Gand hin und lcreud alle Völker, sy toufendc in dem uamcn des Vaters und Suns und heiligen Geists", allemenschen und Völker begriffen, und niemand davon gesündert noch nsgeschlossen wirt, und aber die widertöufcreinen undcrscheid zwüschen dem touf der alten und onch der kinder, ane Gottes wort und ane alle christcnlichcund gegründte Ursachen der sündrung machen, so doch ouch die weltlichen recht wellen, daß man by dem gemeinengescch beliben söll, es werden dann rechtmcßig Ursachen der sündrung nugczöigt; diewyl sich doch ouch nit gezimpt,»f bispil, was geschcchen sye, sunder was gcschechen söll, ze urteilen, als die widertönfer sagen, „die Apostel habendglöubig und verständig getauft und aber nit kinder, darum söll um» sy nit tonfcn"; diß ist ein betrug und falsch,und mag beschlicßlich »it folgen; so wirt ouch by den christlichen lcrcrn, die unlang nach der Apostel zyten gelebt