1018 November 1526.
von Allemonien schloß habe stan, die werde er hinüber in Meiland fertigen, und diewil ir vormals üwern burgernvon Jens, auch dem Herzogen von Savoy geschriben haben, alle die so hinin gan Meiland dem Herzogen vonBurbun oder Hispanier wollten zuoziechen, die selben wider hindersich zuo wysen und nit passieren zuo lassen,also haben wir ctlich gesellen uß der statt Jens zuo uns gcnomen, also daß unser zechen waren sampt eineinpuren, der uns gen Allamonien füert, dann es lit zwo groß wälsch mil von Jeus, und als wir nun in dasschloß A. kamen, hielten wir dem Herren für, daß wir keins wegs da wären, im noch den sinen schaden zuoze-fücgen; aber wir vernämen, daß er des Herzogen von Burbun Hofmeister Herberg gebe und in ufeuthielt, dasuns an im befrömbdete, dann er wüßte wol, daß der Herr von Burbun ein offner find des Küngs und einerEidgnoschaft wäre; darzuo so hätte er drü reisige pferd in sinem schloß stan, die des vermeldten Hofmeisterswären; darumb wären wir da, daß wir desselben Hofmeisters lib und guot begerten, Do louguet der Herr vonAllamonien der fach; wol wäre war, er hätte dry pferd da stan, die wären (aber) nit des Herzogen von Burbunhofmeister(s), sunder eins edlen man, dem habe er zwei hundert und sin husfrom rrvj krönen daruf gelichen-Also gaben wir im zuo antwurt, wir wären eigentlich bericht, daß die roß des Hofmeisters wären; darumb wolltenwir si haben, und wo sich erfnnde, daß er obbemelte summ daruf gelichen hätte, so müeßtc im dasselbig (gelt)wider werden. Und wiewol er jemerdar der fach lougnct, so haben wir uns nützit daran gekert, sunder die roßgenomen, und als wir uf ein halbe mil gegen Jens zuokomen, ist uns ein jüugling nachgeritten; derselbig ist inobbemeltem dorf Allamonien ouch gesin, als wir die roß bannen füerten; der hat uns eigentlich gesagt, wir syennit ein halbe mil von dem schloß und dorf A. gewesen, do sye des Herzogen von Burbun Hofmeister und derHerr von Rose, des vilgemelten von A. bruoder, komm; do habe inen genampter von A. gesagt, wie wir dar-komen und den Hofmeister des Herzogen von Burbun gesuocht, und als wir in nit funden, haben wir die roßhinweg genomen. Do ist des Herren von A. bruoder. . . fast zornig gewesen und vor zorn sin baret wider dieerd geworfen; do hat der Hofmeister im zuo antwurt geben, im sye lieber, mir haben im die roß genomen, danndaß wir in gefangen hätten. Und als wir nun in die statt Jens in unser Herberg komm sind, Hand wir demgefangnen, so by unS ligt, anzöug der rossen geben, der dann sprach, er bekannte si wol; uf sölichs haben wirin zuo den rossen gefüert; derselbig redt daß er sölich roß wol bekenne, und si syen nit des von Vurbuns Hof-meisters, sunder eins andern, der heißt der Herr von Lorsy (?), ist ouch des Herren von Burbun räten; der hatdie roß harüher geschickt, daß st ein wil ruowen, und demnach sölte man si hinüber in Meiland schicken, alsouch uf morndrigem tag geschehen, wo das nit fürkommm wäre." Versicherung daß keine Person geschädigt oderbeleidigt worden, und Bitte, anders lautenden Berichten der Savoyer keinen Glauben zu schenken. „Wytcr - -füegen wir üwern gnaden zuo müssen, daß sich die Herren von Jens als üwer getrüw burger erzöigen, wiewol sivon irem Herren, dein bischof, wenig trost und hilf haben. Sodmne, .. als wir uf hütigem tag gau Allemoniengeritten, sind uns begegnet arm lüt, denen ir wägen mit höu, korn und Haber genommen, har in die statt Jenszuo füeren, und besonder so Hand si den armen wybern ir körb mit eyern, piren, öpflm, vöglen und besondereiner armen swangern fronen ein vornen (Forelle?) einer krönen werth genommen, die haben die Savoyischengessen, und vil ander ungeschickt fachen (geüebt), die wir üch schmal nit müssen zuo schribeu". . . Bitte, die Genferbei dem Recht zu schirmen. - St. A. B-rn- A. G-ns.
3) 1526, 24. November. Bern an seine Gesandten, Peter Stürler und Heuz Schleis, in Genf. 1- Sicwerden nicht vergessen haben, daß man ihnen befohlen zu verschaffen, daß keine Landsknechte durch Genf zuden Feinden in Mailand ziehen können, ?c. Dem solle stattgcthan werden. 2. Seitdem habe man aus einemBericht der Verordneten erfahren, wie sie in dem Schloß Allaman drei Pferde genommen. Da nun den GenferKaufleuten aus einem solchen Schritte Schaden und Unruhe entspringen könnte, z. B. in der Lombardei, inBurgund, Flandern oder anderwärts, so erachte man für nöthig, daß jene Pferde zurückgegeben werden; zudemmöchte man rathen, daß die Genfer und die Anwälte der beiden Städte sich stille halten und gegen die Herzog-lichen nichts Unfreundliches unternehmen, sondern Unruhen und Unwillen zuvorkommen; das soll ihnen angezeigtwerden. 3. Was seit der Abreise der Boten gehandelt worden, werde Bezanson melden. 4. Die Anwälte beiderParteien haben begehrt, daß die Gesandten sich nach der genauen Wahrheit erkundigen, damit man sehe, wer dieWahrheit vorgetragen oder „gespart" habe, ?c.
St. A. Bern: Zeutsch Missiven y. 12? d, 128 u. — Vgl. die B-rner Rathsbeschwsse im Manual Nr. 211, p. 121, 122.