Decembcr 1525.
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5. „Und od jemand über söllichs by uns zeio tagen in jachen, die uns als wol als ander berücrent, nit sitzen(wölt), müesscnt wir (es) Gott bcsclhcn, der Hoffnung, der allmächtig Gott, in den wir allen troft und hilfgesetzt, werde samt sinem einig gcbornen fun Jesu Cristo und dem heilgcn gcist, in dero naneen all unser pündtangfangen, von uns niemer wichen und durch ir barmhcrzigkcit by inen zuolctst sitzen und blyben lassen.
6. „Sodann, gctrüwcn lieben Eidgnosseu, als ir uns durch die gedachten üwer ersam botschaft zno beschließzum höchsten ermanct, daß wir in unser statt das sacrament und all tag nit mer dann ein meß halten wöllcnt,ungezwungen wer darzuo oder darvon gange w., uf das, frommen Eidgnosscu, möchte gcredt werden, schwär undgroß, och erschrockcnlich ze sind, die meß und sacrament, die so vil hundert jar gehalten, zuo verlassen,^daeinunsere frommen vordcrn ir(er) scel heil gcsnocht und also gstorben und darmit verloren söltcn sin w. Pölichurtcln setzen wir dem allmächtigen Gott heim und achten, daß unsere vordem mit anders dann in guoter ceisten-licher Meinung gethan, wie st) nndcrwyst (ivordcn) und mit anders gewußt haben, deß s>) (ob Gott will) gegenGott kein Nachteil iro scelcn befinden.
7. „So man aber findt, wie Cristns Jesus sin nachtmal mit sinen jüngern gehalten und nfgesetzt, wie es ouchdie Apostel bp iro zyteu gehandelt und darnach lang also gcbrucht ist worden, und aber nicndert erfunden, daßCristus jetzige mäß ufgesctzt, sonders die mäß sidhar etlich hundert jar anders ingfiiert und zuo besorgen, runbgelts willen, wie maus ficht, setz umb vil, dann umb wenig gehalten, so muoß man gedenken, daß uns Gottumb unser fänden willen in söllich irrnng ze kommen verhcngt.
8. „Ir wissent ouch, daß wir all und unsere frommen vordcrn so vil hundert jar durch des Bapsts ablast(umb gelts mitten erdacht) verfüert sind und och gcirret haben w.
9. „Nun ist nit minder, es ist uns anfangs schwär und groß gsin, die meß zuo verlassen; so aber wie vorstatby keinen geschriften oder lerem bcdcr testamcntcn erfunden, daß die Cristns, wie maus jetz brucht, ufgesctzt, sowill es uns zum höchsten schwär sin, darin ze beharren.
10. „Uns zwyfclt ouch nit, hctte man das war göttlich wort und die heilgcn Evangelien nach nbgang der Apostelfür und für so heiter und klar, als es jetz von Gottes gnaden beschickst, gepredigct und uf die war Gottes ecrmer dann uf der pfaffcn gyt, des Bapsts, der menschen satznngcu und cercmonicn gezogen, es wäre by derufsatzung des nachtmäls Cristi blibcn und zuo der jetzigen mäß, wie die für ein opfer gehalten wirt, nie kommen,welches alles uns zuo crzclen ze schwär, sonder wöllent wirs der göttlichen gschrift und dero verständigen befclhcn, w.
11. „Uns zwyfelt ouch uit, wo die gclcrtcn allenthalb jetziger zyt fry die warheit der recht göttlichen gschriftzytlichcr forcht und straf halb dörftcnt sagen, es wurde in dem und andern: der will Gottes in der menschenherzen anders dann bißhar crschinen.
12. „Dann so Cristus Jesus sclbs gcredt, das fleisch ist kein nütz, und ob man üch Cristum hie oder anderschwaZöigt, so gand nit dahin, dann ir findent in nit; es hat ouch Cristus im leisten mal nit gcredt, das ist minfleisch, sonders, das ist min lyb, welches ein andern verstand hat, weder uns die pfaffen fürgebcn haben. Er hatouch in sincr uffart zuo sinen jüngern gercdt, ir wcrdcnt den sun des menschen nit mer sehen, bis er undernmbkumpt zuo richten über die lebenden und todtcn, w.
13. „Also uß rechten waren gründe», so vilfaltcnklich uß göttlicher gschrift so heiter an den tag gebracht mogcntwerden, habcnt wir im uamcn des nllmeckstigen Gottes das heilig göttlich wort, dnS die recht war 'PV^d^' C"ist, und den waren insatz des nachtmals Jesu Cristi an statt der mäß angenommen. Wir wöllcnt uns ouch hienntnit fürschiessen noch besser dann ander achten, und mit hilf des Allmechtigcn mit fümemen und handlen, danndas wir (ob Gott will) am jüngsten geeicht, da alle warheit an tag komm wirt, wol vcrantwurten mögen. Dannob wir schon nit mer weder ein meß alle tag in unser statt hielten, sind wir in sorgen, daß darus uuder deneinmüetigen ein zwytracht ufcrstüende. - < -
14. „Ob wir ouch mit üch und andern ... gctrüwcu lieben Eidgnossen mit einandcm m das feie zuo rcttungunser landen ziehen müeßtcnt, wurden wir das göttlich wort früntlich üeben und su>t jedcrman eeeäß haben, derolosen und glouben lassen, wie ein jeder vermeinte, sincr seel sälikeit ze sind, und deßhalb mit niemand wederzwytracht nach Unwillen auzefahen; dann der gloub fry, ouch nicmant darzuo anders dann mit dem waren gott-lichen wort genötiget sol werden.