790
October 1525.
i. (Schlußartikel): Wo »öthig, »:ag der Bote anzeigen, was er zu Genf in^dein Span zwischen demHerzog und den Burgern befunden habe.
(Auf diesen: Tage — wein: nicht schon an: 14. September — dürfte das unten folgende päpstlicheBreve betreffend Nr. 288, o vorgelegt worden sein.)
Im Bcrner, Frciburger und Solothurner Abschied fehlt 8, im Basler und Schaffhanser 8, im Appen-zeller g-, Ii, in w.
Zu 1. 1525, 20. October, Lncern. Die Voten der zwölf Orte an den Herzog von Mailand. „Durch-lüchtiger großmächtiger fürst und Herr. Üwcr f. G. spent unser guotwillig dienst zuovor. Uns langt an, wiedaß unser getrüwen lieben pundgnossen in dem grawen Pund ir erbere potschaft zuo üwer f. G. geordnet undgeschickt, ouch daß üwer f. G. der selben potschaft guot fry sicher gleit geben, aber das unnngscchen, als die potschaftwiderum am hcimkercn gewesen, da habe der castelan zuo Müß die selben pottcn fenklich angnomcn und hinweggefiicrt, ouch dei: Pündcren ein schmachlich bricf geschickt und getröwt, die biderben lüt ze henken ?c., deßglich daßdie so im schloß zno Eleven ligend, mit falschem betrug den Pündcren iren houptman und ander gefangen undetlich umbracht und dermaß gehandelt, das doch weder in frid nach in offnem krieg den eren nit gezinipt, ouchkeinem frommen zuostat. Sölichs, wo dem also, uns zum höchsten verwundrcn und bcsrömdcn ist; dam: so wiringedenk sind der geschriften und briefen, so üwcr f. G. jetzt vergangner z:st zun: dickermal uns Eidgnossen zuo-gcschribcn (und) sich darin gnädig und früntlich cnbotten hat, als üwer f. G. wol zuo wüssen, so will doch disethat m:d unerber Händel dem selben schriben nit glich, snu^cr widerwärtig sii:; dann üwer f. G. ist unvcrborgen,in was gstalt die grawen Pündter uns verwandt sind; wir habent ouch die üweren durch unser (land) passierenund sicher wandten lassen und uns sölicher Handel zno den üwcrn ganz nit versechen. Darum, durchlüchtiger fürst,so ist au üwer f. G. unser ganz trungeirlich und ernstlich pitt, die wölle mit den: castelan zno Müß und denüweren zuo Cleve in: schloß so vil verschaffen, st) darzuo vermögen und halten, damit daß st) den grawen Pündcren,unfern pundtgnossen, ire potten und biderben lüt wider uß gcfänckniß lasscnt, das gleit und glonben an in(en) halten,als ouch der fromkeit und den eren nach in offnen kriegen glich als wol als zuo ziteu des frids beschechcn soll,und daß üwer f. G. sich hierin in der maß so gnädig bcwiscn und hierin handle:: wölle, als wir dann ir f. G.den eren nach deß sunder ivol getruweut. Das werden unser Herren und ober::, ouch nur um üwcr f. G. guot-willig verdienen und zno dankbarkeit nit vergessen. Und so ferr also die gefangnen ledig werden, ob dann nuretwas zwüschen üwcr f. G. und den grawen Pündcren gcmittlen und gehandtcn köndcn und möchten, daS znosriden, einigkeit und zuo guoter nachpurschaft möchte dienen, darzuo wurden unser Herren und ober::, ouch wirguotwillig sin, und bcgcrcnt hie by discn: pottcn üwcr s. G. verschriben antwnrt."
St. A. Zürich: Tschud. Doc.-Sammluug, T. IX, Nr. 8.
Ohne Zweifel wurde dieses Conccpt ins Lateinische übersetzt.
Zu »?. 1525, 25. October, Lyon. K. Louise, Regent!::, an Lneern. Bedauern über die Nachtheilc »ndVerdrießlichkeiten, welche den Eidgenossen ans dem Aufschub der Zahlungen erwachsen; an gutem Willen, sie zubefriedigen, habe es indessen nicht gefehlt; dennoch erlauben die Umstände noch nicht, dafür zu sorgen, wcßhnlbman sie angelegentlich bitte, sich noch einige Zeit zu gedulden, :c. St. A. euc-nn Missivc» der srz. Könige.
Zu I'. 1525, 16. October (Montag St. Gallen T.), um Mitternacht, Lauis. Caspar Staldcr, Vogt daselbst,an Michel Schul (Schücli), Commissarins in Bcllenz. In dieser Stunde habe er durch seinen eigenen Boten erfahren,daß der von Pcscara oder dessen-Kricgslcute zu Novnrra an: Sonntag den Meronc gefangen haben und ihnjetzt festhalten. Auf die gleiche Zeit haben die Landsknechte Lodi für den Kaiser eingenommen und die Herzogliche»,die sich dagegen gewehrt, erstochen. In Mailand sei „ein ganz widerwärtig Wesen", der Herzog in: Schlosse,und niemandem erlaubt zu ihm zu kommen. Das sehe so seltsam aus, daß es eilends den Herren sollte berichtetwerden; es sei daher auch nöthig, in allen Plätzen sich vorzusehen, namentlich gegen Val Marobbia, :c.
K. A. Freibmg: A. Tessm. Vogteien.
Zu ii. Den Abschied ergänzen folgende Acten: