October 1525. ' 785
Sit
Wem, Areibnrg, Solothurn. 1525, c. 6. bis 14. October.
Archive Bern, Frcibiirg, Dolothnr».
Verhandlungen betreffend die Reibungen zwischen Genf und dem Herzog von Savoycn.
Es liegen uns hauptsächlich Rathsbcschlüsse und Missiveu vor; wir reihen die Acten zusammen, statt sieunter mehrere Abschiednummern zu vcrtheilcn.
1) 1525, 6. October, Freibnrg, Eröffnung der savoyischcn Botschaft, daß der Herzog mit Freibnrg sichzu verständigen wünsche. — Antwort unbekannt. K. A, Freibmg: Rathsbuch Nr. rs.
2) 1525, 8. October (Sonntag nach Francisci). Solothurn an Bern. „Es sind gestern har in unser stattkommen ctlich burger von Jens und Lösau sampt einer botschaft-iuen zuogeordnet von üwern und nnscrn gctrüwcnlieben Mitbürgern von Friburg und haben begert, inen nf hüt nnscrn großen Rate zno bcsanunlen, das wir,diemyl unser brnche, so frömd botschaftcn ützit an nnscrn großen Rat vermeinen zno bringen, daß sölichs durch unser»täglichen Rate vorhin gehört werden solle, im besten abgeschlagen haben. Uf dasselb sind vor uns erschineu dergedachten . . . von Friburg ratsanwält und haben uns angezöigt, wie dann die von Jens ab unserin gnädigenHerrn von Savoy allerlei unbillichs gewaltes, so er syt dein abryten üwcr und unser verordneten gegen inenbruche, ze klagen, und aber die von Losa» von ircs sürgenonmcu bnrgrechtcn wegen Werbung zc thuond willens,und dabp eröffnet, ivie sy vor nwern bcden Räten erschineu syen und geliehen anzug gethan haben; deßhalb wirinen zuogesagt, unser» großen Rat morn früc zesamcu zno berüefen. So nun uns will bcdunken, daß diebemeltcn von Jens den Handel vil rüchcr und schwerer anzöigcn, dann aber üwcr und unser gesandten, so andein Hof gewesen, erfunden, und üwcr und unser l. Mitbürger von Friburg villicht nß Unwillen, so si) sunst gegendem Fürsten tragen, und nß gunstc, damit si) den vermeldtcn von Jens geneigt, sich des Handels eben fast beladenund anzünden möchten, daS üch, inen und uns zno erlöschen gcnuog schwer sin, Nachteil und schaden möchtegebären, haben wir geachtet, daß dem allem mit gnoter Vernunft wol syc zuo begegnen, und nit in yle zuovertiefen, dcß bi der zyt entgolten möchte werden, als uns nit zwyflet, ir üwcr Höchen wishcit nach wol müssenzuo betrachten, tlud damit wir in diser fach bester cinhällcr als bishar mit einander» das thuon und raten»lögen, so zuo enthalt frides und ruoivcn dienstlich, bitten wir üch fründlich, ir ivöllen uns bi) diserm darumbgesandten Kotten in yle berichten des antwurtcn(s), damit ir sy zuo beiden syten abgefertigct, und wo es üch gesellig,einen fürderlichen tag in üwcr statt zuo verrinnen und zuo bestimmen, uf wölichcm wir bcid Stett diser fachenund laufen halb wytcr ratschlag und nnderrcd gehaben und schädlichen infällcn vorsin mögen, wie wir bishar inandern händlcn fründlich und brüederlich gemoiret, und uns nit zwyflet, ir wie wir zc thuond geneigt syen". . .
St. A. Bern: A. Solothurn I.
3) 1525, 8. October, 7 Uhr Nachm. Bern an Solothurn. Antwort auf dessen Schreiben betreffend die vonGenf und Lausanne. Ans das gestellte Begehren um Rath eröffne mau folgende Meinung: 1. Nachdem manden Herzog sowie die Gegenpartei gehört, habe man, um Frieden und Ruhe zu erhalten, für gut erachtet, beidem Herzog in der Eile um eine Tagleistung zu werben, und ihm gcrathen, solche nicht abzuschlagen, da sonstgrößere Unruhen aus dem Handel erwachsen könnten; mit Freiburg und Solothurn wolle man dann nach Ver-mögen dahin wirke», daß die Sache freundlich oder rechtlich vertragen werde, und damit desto gebührlicher undfruchtbarer gehandelt würde, habe man begehrt, daß der Tag nach Genf oder näher an gelegene Orte gesetzt, denGenfern ein sicheres Geleit dahin und zurück gegeben und gehalten werde . . . (Fehlt eine weggeschnittene Zeile).Deren von Lausanne halb erachte der Große Rath nicht für gut, während des hängenden Spans zwischen demBischof und ihnen etwas neues anzufangen, sondern den Tag in Freiburg zu erwarten, womit ihnen wederzugesagt noch abgeschlagen sei. Darüber habe man beiden Parteien kurze'schriftliche Abschiede gegeben. Da manwisse, daß des Herzogs und des Bischofs Anwälte morgen in Solothurn erscheinen werden, so lasse man esbei de» gegebenen Erklärungen bleiben. S«. A. Bern: r-upch MW»-,, v. o. — K. A. Soloihur»: Absq. Bd. xm.
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