Druckschrift 
4,1,a (1873) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1521 bis 1528
Entstehung
Seite
778
Einzelbild herunterladen
 

778

September 1525.

2.Zum anderen so habint mine Herren ire Kotten harnmb geschickt und sich erbotten, helfen zuo strafenungeschickt Händel und das, so wider die christcnlichen kilchen syge, das bishar nit wäre beschechen; dann minerHerren Kotten standint ns, wo solich fachen komint; das bcdure ander Eidgnossen, daß min Herren ir stimmen nitgcbint und hclfent raten und handlcn, so die notdnrft crhöuschet."

II.Uf solichen unserer lieben Eidgnossen von den sechs Orten fürtrag sind mine Herren Rät und Burgerstattlich und wolbedachtlich über die fach gesässcn, und habent den gesandten botten anfänklich mit hochcm inüg-lichem flyß und ernst aller früntschaft, innig, kost und arbeit, so sy und ire Herren und obern miner Herren halbbrnchent, dank gesagt, mit begär, für und für in solichem guotcm willen gegen inen zno verharren; das wellintmine Herren allweg mit geneigtem herzen umb sy und ire Herren bcschnldcn und verdienen, und daruf uf iranbringen geantwnrtet wie hernach folgt:

1.Als dann mine Herren erfunden und durch das göttlich wort bericht, daß wir christcn ein lange zytdahär in vil dingen und sonderlich des Sacraments und der meß halb irs (irr) gangen syent, habint sy ändrnngund verbessernngen gethan und vcrmeinint, daran nüts Unrechts, unzimlichs oder nnchristcnlichs, dann allein demwillen gottes und heiliger göttlicher gcschrift gelebt haben, und diewil sy sich vornahar zno tagen durch ire bottenmuntlich, deßglich durch ußgangen geschriften und Mandaten habint begeben und erpotten, wo über kurz oder langetwar komcn und si eines besseren der göttlichen geschrift des alten und nüwen testaments könne oder mügbcwysen und underrichten, daß si von irem fürnemen stau und demselben wcllint folgen, des erpietens, willensnnd gemüets sigint si noch hüt bi tag, daß si bi dem gottswort und ircn nsgangnen Mandaten wellint bliben,alle diewil sy nit mit der geschrift wie obstat darvon gcwyst wcrdint, und damit man zuo frid, ruowcn undeinhelligem wesen möge komen, syg miner Herren höchste pitt nnd begär, daß si ire gclerten und der heiligengeschrift verständigen har gen Zürich verordnint, die mitsampt den gclerten daselbs zuosammcn sitzint und dieheiligen geschrift erdurint, wer recht Hab oder nit, und achtint mine Herren, wo solichs bescheche, daß man znofrid und rnowen und guotcm verstand der dingen werde kommen.

2.Der straf halb, als man nit darbt ze tagen sitze zc., ist ininer Herren antwurt, wenn man also zuo-sammen komme, und die geschrift erdnret werde, erpietint sich mine Herren dannanthin alles das ze tuond, sofrommen redlichen Eidgnossen zuostande, und daß si als die botten das zum trüwlichosten an ire Herren undobern bringint, dann sy nnd ander ir lieb Eidgnossen sich zuo minen Herren nünt anders dann aller trüw, liebe,eren und guots söllint versechen, als zno frommen redlichen Eidgnossen, welich die pünt trülich an inen, wie sisich vormalen zuo tagen und sunst erpotten habint, wellint halten."

S«7.

HoHel. 1525, 20. September f. (Mittwoch vor Matthäi Apostoli f.).

Staatsarchiv Liiccr»! Arle» Religionshäadel.

Tag der sechs Orte Lucern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug und Glarus.

1. Da zu Weinfelden, Steckborn nnd in andern Gegenden des Thurgaus eine tödtliche Krankheit wüthet(der tod rychsnet"), so haben die Boten sich nicht persönlich in die Gemeinden verfügt, sondern die GemeindenSteckborn, Weinfelden, Sommer! ?c. nach Tobel beschicken und ihnen rund herausgesagt, daß sie alle christlichenOrdnungen und Bräuche halten, dem Landvogt die Strafwürdigen strafen helfen, ihm (dafür) Schutz und Schirm