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Juli 1530.
werden sie (die Obern) dieselben sonst dermaßen strafen, daß man daraus ersehen könne, wie leid ihnen solchesgewesen; sie wollen sich hinfür aller freundlichen Nachbarschaft befleißen und gegen Zürich als gute Freunde^und getreue Eidgenossen beweisen, so daß sie hoffen dürfen, man werde daran Gefallen haben. 2. Auf nächstenSonntag werden sie auch eine ganze Landsgemeinde halten, ihr den Handel treulich vorlegen und sich erkundigen,ob sie solchen Muthwillen und Frevel, woraus so leicht größerer Unrath und Uneinigkeit entstehen könnte,abstellen, die Ungehorsamen strafen helfen nick ihnen dazu Rücken halten wolle oder nicht, da sie wohl crmessenkönnen, daß Zürich nicht lange mehr Geduld haben, sondern vielleicht bald etwas unternehmen würde, dasihnen zu schwer und von Herzen leid wäre, weßhalb sie bei Zeiten vorbeugen möchten, damit man in freund-licher Einigkeit und Liebe wie die Altvordern bleiben könnte, da sie des steifen Willens seien, solchen Muth-willen nicht mehr zu gestatten, sondern mit Hülfe ihrer Gemeinden derart einzuschreiten und zu strafen, daßdie Zürcher in Zukunft wohl ruhig, in gutem Frieden und von den Zugern unbeleidigt bleiben sollten. Wasbisher in diesen Dingen vorgefallen, sei hauptsächlich („fast") durch betrunkene „unnütze" Leute (wie man sieanderswo auch haben möge) „in voller wys" geschehen und der Ehrbarkeit nie gefüllig gewesen; auch hoffensie, daß die ehrbaren Leute in den Gemeinden ihnen künftig mehr als bisanhin zur Abstellung dieser anf-rührischen Händel die Hand bieten, ihnen Rücken halten und mit der Strafe ohne Scheu vor irgend jemanddurchgreifen werden. 3. Daß sie den Vogt zu Knonau gebeten, seine Amtsverwandten daheim zu behaltenund nicht auf die „Kirchenweihung" nach Cham gehen zu lassen, sei in keiner argen und unfreundlichen,sondern in ganz guter Meinung, um größerer Ruhe willen, niemand zu Trotz, Verachtung oder Äeid, sondernmehr der Ihrigen als der Zürcher halb geschehen, da sie wohl wissen, daß sie viele „unzüchtige ungcmeistertevolle" Leute unter den Ihrigen haben, durch welche den Zürchern eine Schmach zugefügt werden möchte, wasihnen leid gewesen wäre und gar leicht großen Unrath nach sich gezogen hätte, weßhalb sie bitten, dies inkeinem argen Sinne aufzunehmen, da es im Gegentheil im allerbesten so angeordnet^ worden sei. 4. DaßHeini Schönbrnnncr und der Scckclmcister jetzt in Augsburg gewesen, sei hinter ihnen und „wider ihr Wissenund Willen" geschehen; es seien eben diese Beiden „wunderbare" (neugierige) Männer, wie man solche über-all finde, die bloß „Wunders halb", für sich selbst und ohne Geheiß hinaus gefahren und ihnen (den Obern)damit nur gar keinen Dienst erwiesen und keinen Gefallen gethan haben; sie möchten vielmehr wünschen, daßdieselben solches unterlassen hätten; auch haben die Beiden dabei keinen Auftrag gehabt; deßhalb sollten dieHerren von Zürich ihnen dies nicht übel deuten, sondern als fromme Eidgenossen und treue liebe Nachbarnihnen das Beste thun, was sie gerne vergelten und wofür sie mit Hülfe ihrer biderben Gemeinden abstellenwollen, was Zürich mißfällig und lästig wäre, — alles mit mehr und freundlicheren Worten und Erbietnngen,so freundlich sie es nur irgend konnten.
It. Hierauf wird ihnen folgende Antwort ertheilt: Man wolle gewärtigen, was sie an ihren Gemeindenerlangen möchten, und was ihnen dieselben versprächen, sollten sie schriftlich melden; je nach diesem Bescheidwürde man dann abermals eine geziemende Antwort geben; man habe zu bedanern, daß man einander mitso freundlichen Titeln anrede und fromme treue Eidgenossen nenne, während die Znger öffentlich sagen, daßsie der Ihrigen wider Zürich nicht mächtig seien, und es so weit gekommen, daß fast niemand mehr sicherwandeln dürfe. Man sei bisher der eigenen Angehörigen mächtig genug gewesen, so daß die Znger sich nichtzu beklagen haben und ihnen kein Laster und Leid angcthan worden, weßhalb man die Hoffnung gehegt, daßsie die Ihrigen auch dermaßen bemeistern würden; deßhalb müßten „sie" (man?) anders zur Sache sehen,