Druckschrift 
4,1,b (1876) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1529 bis 1532
Entstehung
Seite
678
Einzelbild herunterladen
 

678 Juni 1530.

nemlich die so dem stoud und gemalt der römischen Vischoffcn wenig bcnemen oder schädlich sin mögent, nach-lassen werd, als die fryheit etlicher spysen, tagen und dcrglychen tcmpelbrüchlincn, und als man meint, nach dernachlassung des Conciliums zc Basel das sacramcnt nnder beiden gestalten zno cmpfachcu; daß (etwas) wytcrznogeben, wellent sich iro vil nit versechen, sundcr meinend sy, wenn die fachen mm dahin bracht werden möchte»,daß man erstlich betrachtung fürhand nemc, wie die cristcnlichcn sittcn widerumb reformiert und gebessert werdenmöchten, und nahiwärts erst zno erdurnng der opinioneu und zcrspaltungen griffen, so wnrde der fach villichtwol geholfen; sunst ist by iren vilcn wenig Hoffnung, daß ützit cristenlichs oder frnchtbars da nsgericht werd;dann als die gemein sag ist, so will er der artiklen von Verwerfung der mess, ouch Haltung des sacramcnts ufunser wys und snnst noch ncißwa einS stucks nun glatt nüt hören denken, dcsshalb sich nnmmen nützit guotszno versechen, Gott wöllte dann wunderbarlich das herz des Keiscrs durch die ofsnungen und verjehungen desglonbcns, als er dann jedcrinanS Ursachen sins gloubcns verhören will, dess er (Gott?) wol mächtig, zno cr-kanntniß siner warheit bekceren, wie>vol snnst, schrybt uns der vertrumt, die evangelische» surften, ständ undprcdicantcn ganz trostlich »nd unerschrocken sind. 5. lind so dann, wie oft angezogen, der Kciser eins jedenglonben zno verhören willens, und es dann unsere vertruwte fründ geraten sin bcdnnkcn, daß wir uns unsersgeloubcns onch verneinen ließind, und aber nnsern (sw) prcdicantcn besser und ivägcr bedunken welle», daß wiruns nit inlassen, sonder im (Zwingli!) vergönnen sollen, nrsach siner leer und gloubens als für sich selbs,on unser gehciß, ufs glimpflichcst und fründlichest anzuozöigcn, welle er der fach wol recht thuon, also daßwir uns der fach noch zur zyt offenlich nit beladen dürfend, und vil geschickter syge, (daß) er als derjenig, sodisc ding geleert, die verantwurte und beschirme, dann daß wir uns deren anncmen sollten. Dicwyl uns nunsölichs ouch für besser anscchcn, haben wir im dess nit vorsin wellen, die er ouch ufs kürzist, als hiczwüschcnnnchstkl'mftigcm Mentag, in truck fertigen und dannenthin durch den bottcn nf den NychStng, da allenthalbennszuoteilen, schicken ivirt, der Hoffnung, (daß) sölichs villicht nit on frucht Hingan werd. 6. Wir schickend üch ouchzno meercrem bericht, wie der Rychstng angefangen, und was des Kcisers vorhaben syg, ein nbschrift etlicherschriften, so uns zuokommcn, dauüt ir als vil als wir wissen und dest gehcrz(t)cr, trostlicher, fürsichtiger undin allweg dest wackerer sin, ouch allen dingen dest bns nachtrachten mögind. 7. Und ist dcsshalb unser gar fründ-lich bitt und ermnnung an üch, . . . (daß) ir allweg trostlich und handlich sin und nit einer jeden stießen Ver-tröstung, darunder zun zyten vil biltcrs vergraben, gelouben geben, sunder üch wolbetrachtlich umbsechen und allerdingen handfest und unerschrocken sin, ouch üch nützit abertröuwcn lassen und allweg so guot vcrtruwcn inuns setzen wellint, als ir uns ouch mit der hilf gotls allzyt ufrecht, trüw und gerecht und unser unverdrossenehilf in üwern selbs Händen haben füllen, der nngczwyfeltcn zuovcrsicht, der stark gott nnsers Heils allzyt Zttoerhaltung unser lyb, seelen, eeren und guots gnädiklich unser walten und sine armen glöubigen »ach sincm ivar-haftcn zuosagen wol erhalten und nit in die bluotdürstigen händ ircr fygendcn geben, snicdcr dem mcer dertrüebseligkeit zu sicherem gstaden anleiten werd, Amen" ... St. A. Bcnn Kirch» Aug-legmh.

Dem Original ist die Copie eines Schreibens an Zwingli, dd. 2V. Juni, beigelegt.

3:;«.

Minselden. 1530, 24. Inns f. (Johannis).

Staatsarchiv Zürich: Instructionen, I. 206.

Auf (der Landsgemcinde) der Thurganer sollen die Boten von Zürich M. Peter Meyer undM. Hans Balthasar Keller vortragen was folgt:

1- Da die Thnrganer eine Botschaft begehrt haben, so soll sie ihnen rathschlagen und handeln helfen,was löblich und nützlich sein mag. 2. Ans der letzten Versammlung zu Frauenfeld habe» sie (an die gleichen